Bild: Flickr / epSos.de CC BY 2.0

Die Schulden von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten sind in den letzten Jahren geradezu explodiert. Das ist ein gewaltiges Problem.

Von Marco Maier

Faktisch die ganze Welt hat ein Schulden- bzw. Verschuldungsproblem. Denn: Diese wachsen deutlich schneller als die globale Wirtschaftsleistung, was derzeit nur deshalb noch nicht zum großen Kollaps führt, weil die Zinsen niedrig sind. Aber das wird sich in absehbarer Zeit wohl ändern, zumal die ersten Zinserhöhungen bereits erfolgen.

Zuerst einmal ein Blick auf die Schuldenentwicklung: Noch im Jahr 2002 lag die globale Verschuldung (Staaten, Unternehmen und private Haushalte) bei 86 Billionen Dollar, was einer Verschuldungsquote von 246 Prozent des globalen Sozialprodukts entsprach. Das heißt: Der Schuldenberg war knapp fünf mal so hoch wie die ganze Wirtschaftsleistung der Welt.

Im Jahr 2007 erreichte der Schuldenberg schon die Dimension von 149 Billionen Dollar, was 276 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entsprach. Fünf Jahre später, im Jahr 2012, lag die Schuldensumme schon bei 205 Billionen Dollar oder 305 Prozent des Weltsozialprodukts. Das heißt: Alleine in diesen zehn Jahren stieg die Verschuldungsquote auf das Dreifache der Wirtschaftsleistung an.

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Heute, im Jahr 2017, liegen wir allerdings schon bei 217 Billionen Dollar oder 327 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dass der Schuldenberg nicht noch stärker anstieg dürfte vor allem daran liegen, dass das Zinsniveau global gesehen derzeit recht niedrig ist, sowie infolge der Zahlungsausfälle auch viele Kredite quasi liquidiert wurden.

Dennoch: geht es in den nächsten zehn Jahren auch nur in der Entwicklung der letzten fünf Jahre weiter, liegen wir schon bei einer Verschuldung von rund 243 Billionen Dollar und einer Verschuldungsquote von 375 Prozent. Liegt die durchschnittliche Schuldverzinsung auch nur bei etwa fünf Prozent im Jahr, müsste rund ein Fünftel der globalen Wirtschaftsleistung für die Zahlung der Zinsen aufgewendet werden. Zum Vergleich das Jahr 2002: Bei durchschnittlich rund fünf Prozent Zins auf Schulden wäre dies noch rund ein Achtel des Weltsozialprodukts gewesen.

Wie man also ganz deutlich erkennt, kann sich die Welt höhere Zinssätze eigentlich gar nicht (mehr) leisten, ohne einen Kollaps des Schuldensystems herauszufordern. Wie sollen die Zinsforderungen denn in diesem Fall überhaupt bezahlt werden? Das Ganze kann einfach nicht gutgehen.

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10 KOMMENTARE

  1. " Zum Vergleich das Jahr 2002: Bei durchschnittlich rund fünf Prozent Zins auf Schulden wäre dies noch rund ein Achtel des Weltsozialprodukts gewesen. "

     

    Nun lagen die Zinsen 2002 in Europa und den USA aber bei ca. 4% und heute bei unter 1%. Das heisst also, die Zinsbelastung ist heute sogar niedriger als 2002 – und nochmals niedriger als in den 1990er Jahren. Die Zinsen müssten von heute an erst einmal massiv steigen und längere Zeit auf dem Niveau bleiben, ehe die Zinsbelastung von 2002 wieder erreicht wird. Die Zinsen steigen aber nur an, wenn das Wirtschaftswachstum deutlich anzieht. Dann aber sind die höheren Zinsen natürlich auch bezahlbar.

     

    Und btw: Die Nettoverschuldung der Welt beträgt natürlich exakt 0%, denn die Verbindlichkeiten des Einen sind immer die Forderungen eines anderen.

  2. Hauptschuld ist das Fed-System in den USA, das seit 1913 (Federal Reserve Act vom 23.12.1913, inkraft gesetzt durch US-Präsident Wilson, als die Volksvertreter bereits in die Weihenachtsferien abgereist waren) weitgehend privatwirtschaftlich funktioniert. Der US-Dollar ist nur ein Bankenschuldschein, der leitzinspflichtig ist.

    Eine Implosion des Geldberges ist jederzeit möglich. Private Vermögen zur Vorsorge sind vom Geld ins Kapital zu veredeln, d.h. in substanziellen Werten zu halten, vor allem Beteiliungen an produktiven Unternehmen (Landwirtschaft, Ernährung, Handwerk, Industrie), zuzuglich ein Anteil Immobilien und klein gestückelte Edelmetalle.

  3. Mich überkommt immer mehr das Gefühl, dass die Schulden zum Teil strategisch bezweckt sind ,partiell auch billigend inKauf genommen werden bis zur Weleroberung durch die Elite. Deshalb juckt der EUR und die EU-Verschuldug auch nicht. Nach der Weleroberung gelten hinsichtlich des Geldsystems eh andere Grundsätze.

  4. Schulden sind auf der anderen Seite Forderungen .

    Diese Forderungen sind Erpressungspotential und werden erpresserisch verwendet .

    Wenn unter Merkel Deutschland Wexportweltmeister ist , werden die Arbeiter , die dies ermöglichen , an diesem Erfolg nicht partizipieren , weil der Exporterfolg über Schulden finanziert wird , die niemals bezahlt werden und schon gar nicht der Arbeiter bekommt .

    In den europäischen Staaten kommen Babys mit vielen 10 000 € Schulden zur Welt .

    Die Schulden aber sind ein hervorragendes Erpressungsmittel , das die Merkelsche Machtpolitik verwendet , um ein Europa unter deutscher (Konzern)Führung zu etablieren . Entsprechend verwenden die USA Schulden als Erpressungsmittel wie auch Organisationen wie der IWF und die Weltbank Schulden als Erpressungsmittel verwenden .

    Es existieren starke Interessen , Schulden nicht abzubauen .

    Es war der Weltbankpräsident Strauss-Kahn , der Dritteweltstaaten ob der Nicht-Rückzahlbarkeit der Schulden entschulden wollte und dann aber auf Grund eines Sex-Skandales abtreten mußte , wie auch der DB-Banker Alfred Herrhausen die Entschuldung der Dritteweltstaaten vorschlug und dann offiziell von der RAF, vermutlich aber von Geheimdiensten, ermordet wurde .

  5. "…was derzeit nur deshalb noch nicht zum großen Kollaps führt, weil die Zinsen niedrig sind. "

    Dies stimmt so nicht. Die Zinsen sind nicht generell niedrig.

    Für wen sind die Zinsen niedrig?

    Die Zinsen sind für reiche Bürger, die über Lebensversicherungen, Bundesschatzbriefe und dergleichen Kapitalakkumulation betreiben wollen niedrig – nicht hingegen für Banken. Und schon gar nicht für die verarmte, breite Masse der Bevölkerung.

    Denn Banken richten sich einen feuchten Kehricht um die Leitsätze der EZB und machen ihre Zinssätze selber. Und das funktioniert so:

    Dispo-Zinsen: Der Hartz4-Empfänger, der auf Anweisung von CDU/SPD vom Amt zuwenig Geld zum Leben erhält und in den Dispokredit rutscht, zahlt an die Bankster satte 12% Dispozinsen von seinem Existenzminimum, so dass er noch weniger Geld zum Leben hat und die Dividende der Bankster steigt.

    Unternehmens-Dispozinsen: Die meißten Unternehmen finanzieren ihr Umlaufvermögen aus Bankkrediten. Für dieses Geld verlangen die Bankster teilweise 14% für überzogenen Dispokredit. Diese Zinsen schlägt der Unternehmer zur Refinanzierung auf die Verkaufspreise seiner Produkte auf. Hinzu kommen noch Zinsen, die der Unternehmer für Kredite auf sein Anlagevermögen zahlen muß, die ebenfalls in den Verkaufspreis mit einfließen. Daher zahlt der Endverbraucher mit jedem Produkt, das er im Laden kauft, einen erheblichen Anteil nur Zinsen an die Bankster. Wieviel Prozent das genau sind, weiß ich nicht, schätze aber mal vorsichtig auf 20% plus x.

    Staatschulden: Die Staatsverschuldung der BRD besteht hauptsächlich aus Krediten bei Wallstreet-Banken wie J.P.Morgan, Merryl Lynch, Citygroup oder GoldmanSachs, die sich herzlich wenig um die Zeitzinsen in Europa scheren und ihre Zinssätze den Staaten freihändig diktieren. Die daraus generierten Zinsen, die in der BRD mittlerweile mehrstellige Miliardenbeträge pro Jahr betragen werden von der Regierung über Steuern wie Mehrwertsteuern eingezogen und nach NewYork überwiesen. Also verteuern auch diese Zinsen die Produkte für den Verbraucher.

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    Wer ist der Verlierer der aktuellen Niedrigzinspolitik der EZB?

    Das Heer der verarmten Bevölkerung aus Minijobbern, Zeitarbeitern und Hartz4-Empfängern offensichtlich nicht, da sie mit jedem Produkt satt Zinsen zahlen müssen, unabhängig vom Zinssatz – für Geld, dass sie selber nie erhalten haben.

    Der Verlierer ist die wohlhabende Oberschicht der BRD. Also reiche Akademiker, Unternehmer und alle Menschen mit Vermögen, die selber Kapitalerträge via Zinsen  generieren wollen.

    Was EZB und Schäuble also aktuell machen ist das Schröpfen der Oberschicht zugunsten der Superreichen Bankster. Nachdem man die Unterschicht mit der Agenda 2010 ausgeraubt hat, ist jetzt die wohlhabende Schicht dran.

    Deshalb schimpft auch Alice Weidel und die AfD auf die Niedrigzinspolitik, weil die AfD tatsächlich diese reiche Oberschicht in Deutschland vertritt. Mit ziemlicher Sicherheit erhält sie deshalb Wahlkampfgelder von den Unternehmern und den reichen Akademikern. Und deshalb findet man in ihrem Wahlprogramm auch kein Wort über den Menschenrechts-Bruch der Zumutbarkeitskriterien der Hartz-Gesetze, da die reiche Oberschicht weiterhin die Absicht hat, die untere Schicht mit Zwang zu Dumpinglöhne auszubeuten.

    Alice Weidel stört sich als Anhängerin der reichen Oberschicht an deren Ausbeutung durch die Bankster via Niedrigzinsen – nicht hingegen an der Ausbeutung der Unterschicht, da die Oberschicht ja davon selber profitiert.

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    Fazit: Das System ist so gestrickt, dass die Mehrheit der verarmten Bevölkerung über in Produkten, Mieten und Steuern eingearbeiteten Zinsen an Oberschicht und Bankster zahlt.

    Die reiche Oberschicht hingegen kompensiert ihre eigenen Zinszahlungen mit Zinserträgen, die sie aus dem zinstributpflichtig-machen der unteren Schichten generiert.

    Die Oberschicht wird da zum Nettozinsnehmer – die Unterschicht zum Nettozinszahler.

    Nennen wir es beim Namen: Dies ist ein durch und durch kriminelles- wie unmoralisches System. Das müssen wir dringendst kippen!

    • @ Richard:

      Deshalb immer feste mit Blankovollmacht (Wahlkreuz) um Zugabe betteln gehen. Denn unsere Staatsschulden sind das Ergebnis der sparsam wirtschaftenden Politik. Natürlich sind alle politischen Parteien im gleichen Ausmaß verschuldet und dadurch ebenso erpressbar.

      • Die Blankovollmacht wird ja in dem Augenblick durchbrochen, in dem  Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild eingeführt werden. Dann kann das Volk den Politikern die Politik diktieren.

        Insofern spielt die reiche Oberschicht mit der AfD ein gefährliches Spiel, wenn diese der Bevölkerung kompromißlos Volksentscheide verspricht.

        Denn diese können langfristig zu einer Beendigung der Ausbeutung der Unterschicht durch die Oberschicht führen. Dies ist wohl auch der Grund, warum bisher Teile der Oberschicht, wie z.B. die Klattens nicht die AfD, sondern die CDU mit Großspenden versorgen.

        Denen werden die Volksentscheide zu heiß sein.

  6. Darin begründet sich die Macht der jüdischen Politik! Die Schuldenmacher-Parteien in den Nationalstaaten haben ihnen in die Hände gespielt weil damit die Souveränität und die Staatsordnungen ausgehebelt werden können.. A l l e   Zersetzungszustände in Europa sind die Folgen davon.

    • @lümrod, daß dieses – Hast ja so recht!
      Unser Finanzsystem steht kurz vor dem Kollaps!
      Während Politiker in Deutschland Wahlkampf machen, braut sich bei den europäischen Banken eine gefährliche Krise zusammen. Doch wir erfahren davon in den Medien nur am Rande.
      Fakt ist: Erst vor Kurzem konnte ein Banken-Crash in Europa gerade noch verhindert werden! In Italien wurden mit über 22 Milliarden Euro drei systemrelevante Banken vom Staat gerettet. Obwohl der Einsatz von Staatsgeld zur Bankenrettung eigentlich verboten ist. Unser Finanzminister Schäuble hat schnell zugestimmt, um das Thema vor der Wahl unter den Teppich zu kehren.
      Aber wir müssen wissen, was wirklich los ist!
      Denn das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Banken in Italien sitzen auf einem Schuldenberg von 360 Milliarden Euro! Niemand weiss, wie lange Italien das noch bezahlen kann. Einige dieser Banken MÜSSEN pleitegehen. Wenn das passiert ist unser Vermögen (völlige Enteignung d.h. Haus, Sparguthaben, Rente etc. Ade!) in Gefahr!
      Schäuble hofft sicher, dass es nicht vor der Bundestagswahl passiert. Aber es wird passieren. Und die Politiker können es nicht mehr verhindern. Die Lage ist todernst!

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