Über die Wunschlisten der verschiedenen Konfliktparteien in Syrien und über die Aktienkurse der (US-)Rüstungsindustrie wird in den nächsten Folgen bei Dyck# auf NuoVisoTV gesprochen. Bei Episoden 5 und 6 die ich schon vorab gesehen habe, fielen mir bestimmte Aspekte zum Thema Syrien auf. Die übliche Frage: Cui Bono? 

Von Rui Filipe Gutschmidt

Vergleicht man die Kriege der letzten 100 Jahre mit den Aktienkursen der Rüstungsindustrie, dann kann man die Gewinner eines jeden Krieges durchaus benennen. Und welches Land hat die meisten Kriege geführt? Die Vereinigten Staaten von Amerika! Aktuell sind die Truppen von Onkel Sam und seine Verbündeten, neben verschiedenen medial weniger interessanten Orten, vor allem in Afghanistan, Irak und Syrien im Einsatz. Die Waffe der Wahl, seitens der US-Truppen, ist die Drohne. Ferngesteuerte Flugzeuge, die ihre tödliche Fracht ans Ziel bringen, ohne dabei Piloten einem Risiko auszusetzen. Dabei geht es weniger um die Menschenleben oder auch nur um den Einfluss, den tote Piloten auf die öffentliche Meinung haben, als vielmehr darum, wie teuer die Ausbildung eines Kampfpiloten ist. 

Drohnen wiederum, können große Risiken eingehen, da der Pilot am Boden bleibt und wie in einem Computerspiel eine Distanz zu seinen Opfern hat, die ihm die nötige emotionale Kälte verleiht um vielfachen Mord zu begehen. Nun mag man unterscheiden, zwischen Terroristen, Kämpfern und Zivilisten. Man kann auch Freund und Feind unterscheiden oder seine Position als Befehlsempfänger geltend machen, aber am Ende nimmt der Drohnenpilot anderen Menschen das Leben. Das geschieht, liebe Amerikaner, mit der gleichen Hinterhältigkeit wie die Anschläge, die ihr zu rächen behauptet. Doch schauen wir lieber mal, wer denn so alles mitverdient, an diesem Bombengeschäft.

Die Aktienkurse der Rüstungsindustrie, insbesondere des Drohnenherstellers Lockhead Martin, schossen ungewöhnlich schnell in die Höhe. Beim genannten Drohnenfabrikanten aus Maryland stieg der Aktienkurs seit Beginn der Syrienkrise – nennen wir die letzten fünf Jahre einfach mal so – um 271 Prozent. Aber auch Boeing oder weitere Waffenhersteller verdienen sich derzeit eine goldene Nase bei den Kriegen gegen den Terrorismus und wer Aktienpakete hat, bei denen Anteile dieser Unternehmen enthalten sind, der macht sich mitschuldig bei den Kriegsverbrechen der USA. Aber das gilt nicht nur für die Shareholder der Rüstungskonzerne.

Auch die US-Rohstofflobby ist auf Beutezug in aller Welt. Sei es in Süd- oder Mittelamerika, in Afrika oder Europa, oder sei es das Öl des Irak, Kuweits oder Syriens. Die Machenschaften der Rockefeller-Dynastie und allen anderen Ölbaronen sind jedem der es sehen will auch längst bekannt. Exxon-Mobil hat immer schon eine Sonderstellung in den USA gehabt. Doch unter Obama hieß es plötzlich „Klimawandel, Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und Schluss mit der weltweiten Umweltzerstörung“, was der mächtigsten aller Rohstofflobbys in den USA gar nicht in den Kram passte! 

Jetzt, da Donald Trump Präsident wurde, haben „JR“ und die „Dallas-Seifenoper“ Darsteller aus Texas wieder Aufwind. Der größte Hoax aller Zeiten – den Klimawandel selbst als Hoax zu bezeichnen und den Einfluss der Verbrennung fossiler Brennstoffe auf die Erderwärmung zu leugnen – hat es geschafft wieder zur offiziellen US-Regierungspolitik zu werden. Mit dem ehemaligen Exxon-Mobile CEO, Rex Tillerson als US-Außenminister, werden wir noch mehr Kriege um Öl und Gas sehen.

Wer dagegen etwas unternehmen möchte, der sollte auf alternative Energiequellen umsteigen und auch seinen Benzinschlucker gegen ein E-Auto oder einen Wasserstoffantrieb eintauschen. Alles, nur kein Öl, da man da auch gleich Blut in den Tank füllen kann. Wenn mit Krieg kein Geld zu machen wäre, dann gäbe es auch keinen Krieg. Cui bono? Nun, ich jedenfalls nicht. 

7 KOMMENTARE

  1. man das öl ist nicht mehr irgendwo raus zu denken.soll ich mich am besten verkriechen und verhungern, denn überall ist erdöl im spiel, nicht nur bei den autos. wir hätten diese probleme nicht wenn diese geldschlucker rockefeller und konsorten nicht die politik bestimmen würden , und somit auch wer wann wo gegen wen krieg führen soll und darf.

    ich möchte mal einen wahrhaftigen politiker erleben, einen der das wohl seines volkes über den der konzerne stellt, und dafür auch mit seinem leben eintritt. aber das werden wir alle nicht mehr erleben

  2. und nur mal soviel nebenbei, ich wäre bereit mein leben für mein land zu geben, aber nicht für meine regierung,da seh ich nämlich einen gravierenden unterschied.

    • richtig, desertieren wird doch unseren wehrfähigen menschen als gute sache vorgezeigt. die desertierten syrer und vielen neger werden als beispiel vorgeführt. ist man sich bewußt, dass viele von denen vorm knast geflohen sind?  einige länder sind sicher froh, dass die weg sind. wären wir auch, wenn ein anderes land so doof wäre unsere kriminellen aufzunehmen ohne pässe zu kontrollieren. dami wir uns daran gewönen gibt es schon beim "frühstücksfernsehen" einen weißen und einen negerkopf. soll wohl die usa nachbilden.  die anwesenheit der neger hat dort einen bitteren geschmack. in zehn jahren nach totaler verblötung der deutschen erzählren die uns wir hätten die neger versklavt. 

  3. Ein guter Artikel, der alle wesentlichen Facetten, des "Warum" und "Wie" Kriege geführt werden, klar und deutlich darlegt.

    Der Unsicherheitsfaktor Mensch wird immer weiter vom unmittelbaren, tatsächlichen Geschehen "entrückt". So wird die Gefahr menschlicher Empfindungen, Regungen reduziert. Auch die Möglichkeiten einer eigenen Verletzung oder gar Verstümmelung sinkt dadurch rapide und damit auch eine eventuelle Anti-Kriegs-Haltung.

    Der Soldat am Joystick mutiert zum Bio-Roboter.

    • Bis eine Drohne mit Kernwaffe unter den Flügeln es richtig krachen lässt. Einige die im Ground Zero vorher den Joystick bewegten, merken das dann aber nicht.

  4. Wer ist ausländerfeindlicher? Der Falsche-Flagge-NSU oder das Pentagon nebst BRD-Amtskollaborateuren? Die Zahl der Getöteten gibt die Antwort. In Syrien sind es nach UNO-Angaben etwa 300000 Angriffskriegstote.

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