Panama-Affäre: Experte rechnet nur in Einzelfällen mit Strafen für Banken

Ob es moralisch richtig sei, könne man hinterfragen, jedoch rechtlich kann der Bankenexperte Burghof kein Fehlverhalten bei den Banken feststellen. Burghof sieht auch die Unternehmen und die Politik in der Pflicht. Die Grünen verlangen härte Strafen für Banken die Briefkastenfirmen vermitteln. 

Von Redaktion/dts

Die Banken müssen nach Meinung des Bankexperten Hans-Peter Burghof in der Panama-Affäre nur in Einzelfällen mit Strafen rechnen. "Man kann fragen, ob das moralisch richtig ist, aber rechtlich kann man den Banken deshalb nichts an Zeug flicken", sagte Burghof dem "Tagesspiegel" zur massenhaften Vermittlung von Briefkastenfirmen an Bankkunden. Man müsse jeden einzelnen Fall anschauen, sagte der Professor für Bankwirtschaft an der Uni Hohenheim.

"Was die Politik nicht versteht: Die Banken können nicht ausschließen, dass der Kunde sie missbraucht. Ein perfektes Sicherheitsniveau gibt es nicht", betonte der Experte. Schuld an den krummen Geschäften, die jetzt aufgedeckt wurden, seien nicht allein die Banken, meint Burghof. Auch die Politik habe versagt und die Unternehmen. "Wir schaffen es nicht, unsere Marktwirtschaft globalisierungstauglich zu machen. Große Konzerne werden immer größer, weil sie kaum Steuern zahlen", kritisierte der Bankenexperte.

Grüne wollen härtere Strafen für Banken

Als Konsequenz aus der Panama-Affäre fordern die Grünen härtere Strafen für Banken. "Immer wieder kommen neue Verbindungen der Banken zu kriminellen Geschäften ans Licht, jetzt die Vermittlung von Briefkastenfirmen", sagte Gerhard Schick, der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, dem "Tagesspiegel". Offenbar falle es den deutschen Banken sehr schwer, unmoralische Angebote abzulehnen, so der Politiker. "Wir werden mit härteren Strafen nachhelfen müssen", sagte der grüne Finanzexperte.

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4 Kommentare

  1. BANKER von Großbanken sind die größten Ganoven. Ohne BANKER können solche dreckigen Geschäfte gar nicht zustande kommen.

    Das muss heißen, BANKER und STEUERHINTERZIEHER im ganz großen STIL – sollten natürlich endlich auch Mal "härtere Strafen "  (Gefängnisstrafen) zuerwarten haben.

  2. "Wir werden mit härteren Strafen nachhelfen müssen"

    Bisher ist noch keine Straftat nachgewiesen, weil diese Firmen in fremden Ländern mit dort gültigen Recht ansässig arbeiten! So ist eine Forderung nach Bestrafung nur leeres Gefasel, wie es sonst auch aus der Politik kommen könnte?

  3. Das Finanzministerium von NRW verfügt seit letztem Frühjahr über Daten aus Panama. Der Steuerzahler wird somit gleich mehrfach vorgeführt, er muss den Millionenbetrag für den Kauf dieser Daten aufbringen, er erfährt nichts von den im Stllien ablaufenden "Auswertungen", er bekommt gegen GEZ-Gebühr ein lanciertes Medientheater genannt "Pananma Papers" und er läßt sich von den gewählten Volksvertretern mit unrealistischem Geschwurbel belügen. Insbesondere Grüne und Rote sind täglich mit neuen Forderungen von "Offenlegungen", "härterem Vorgehen" und ähnlich geartetem Gefasel zu vernehmen. Und der sog. Bankenexperte schießt den Vogel ab – "Wir schaffen es nicht, unsere Marktwirtschaft globalisierungstauglich zu machen". Ob er jemals realisiert, das Marktwirtschaft und Globalisierung nicht miteinander zu vereinbaren sind?

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