Soziale Gerechtigkeit ist Armut bekämpfen, nicht den Wohlstand

Die totale wirtschaftliche Gleichheit ist eine Utopie, die sich niemals verwirklichen lässt. Doch wie viel Ungleichheit darf vorhanden sein? Ziel muss es sein, die Armut zu bekämpfen, nicht den Wohlstand.

Von Marco Maier

Das Thema "soziale Gerechtigkeit" kocht immer wieder hoch. Vor allem dann, wenn wieder einmal Statistiken zur Vermögens- und Einkommensverteilung publiziert werden. Und auch wenn es wohl mehr als klar ist, dass eine zu große Vermögenskonzentration bei einer kleinen Oberschicht Probleme verursacht, so dürfte es langfristig wohl eher von Bedeutung sein, wie die Einkommenssituation der Bevölkerung aussieht.

Der politische Kabarettist Volker Pispers brachte das Wesen des Kapitalismus einmal mit folgendem Satz auf den Punkt: "Im Kapitalismus kann jeder reich werden, aber nicht alle." Ein Satz, der absolut nachvollziehbar ist. Aber: Müssen alle Menschen reich werden um glücklich zu sein? Wohl kaum. Viel wichtiger ist doch, dass das monatliche Einkommen für die Bestreitung des Lebens ausreicht und man genügend finanzielle Mittel hat, um sich keine Gedanken über plötzlich anfallende Rechnungen (z.B. für dringende Reparaturen bzw. Neuanschaffungen) machen zu müssen.

So ist es klar, dass sich persönliche Leistungen auch auszahlen müssen. Wer besonders erfinderisch, geschäftlich/beruflich begabt oder fleißig ist, soll auch ein besseres Einkommen haben als jener, der gerade einmal nur das Nötigste macht. Dennoch sollten jene Menschen, die eben nicht so viel leisten können, deswegen nicht in Armut leben müssen. Soziale Gerechtigkeit bedeutet nicht, dass man "den Reichen" alles wegnehmen und "den Armen" umverteilen muss. Soziale Gerechtigkeit bedeutet vielmehr Umstände zu schaffen, in denen auch der ungelernte Arbeiter einen Lohn bekommt, von dem er eine kleine Familie versorgen kann und nicht damit rechnen muss, im Alter unter einer Brücke zu schlafen.

Aber auch jene Menschen, die keine Arbeit finden oder mangels eines Vollzeitjobs nur eine Halbtagsanstellung finden, müssen zumindest so weit versorgt werden können, dass sie nicht vor den Augen der Sozialämter verhungern oder erfrieren. Eine unkürzbare Mindestsicherung muss dafür geschaffen werden, damit auch die sozial benachteiligten Menschen noch ein menschenwürdiges Leben führen können.

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11 Kommentare

  1. WIR HABEN EIN PROBLEM:

    Verhätschelte und finanziell überversorgte Einzel-Blagen und Sensibelchen, sollen sich um robuste Obdachlose kümmern. Aber das funktioniert natürlich gar nicht. Möglicherweise sind Obdachlose die besseren Sozialdezernenten; denn die kommen aus der Praxis!

  2. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann seit Jahren schon erkennen, wie auf der ganzen Welt und auch in Deutschland die Armut von Jahr zu Jahr mehr zunimmt. Und das weil POLITIK nur Marionetten der BANKER und ELITEN sind, und sich nicht trauen POLITIK zu verändern – Politik für mehr Gerechtigkeit !!!

    Ein BANKER hat Mal gesagt – warum sollten Banken was ändern, wenn Politik wegschaut ? !

  3. Soziale Gerechtigkeit bedeutet auch, daß man das verdiente Geld möglichst in der Nachbarschaft ausgibt; denn auch der Nachbar soll dort sein Geld ausgeben. Hier muß der Thaler wandern und investiert werden. 

  4. Mit dem Kapitalismus ist das nicht zu machen, auch mit dem Sozialismus nicht. Solange Wirtschaftswachstum und Schuldzinsbedienung Vorrang haben, erst recht nicht. Erst wenn jeder Staat das Recht hat sein eigenes Geld zu drucken, basierend auf der jeweiligen Wirtschaftsleistung, werden wir wieder Land sehen.

  5. In der Überschrift steckt schon ein heftiger Wahnsinn. – "Soziale Gerechtigkeit ist Armut bekämpfen…. " Durch Massenerschießungen?

    Und in der Tat, so denken die, die an den Trögen sitzen. Diese sorgen für Kriege an denen sie sich dusselig und dämlich verdienen, weil sich da Leute gegenseitig umbringen,die sich gar nicht kennen zum Vorteil derer die sich nicht gegenseitg umbringen, aber gut kennen.

    Das nennt man dann Herrschaft des Sozialkapitalkommunismus.

     

  6. Unser "westliches Wertesystem" besteht nicht, um glückliche und zufriedene Menschen zu erzeugen, wohl aber einen guten Anteil an "glücklichen Sklaven", die entsprechend indoktriniert Wahl für Wahl diesem System Bestand verleihen. Die sog. Schere zwischen Arm und Reich ist Bestandteil des Systems und vergrößert sich zusehends Jahr für Jahr. Die Sozialsysteme werden in den kommenden Jahren krachen und ich kann nicht erkennen, das sich eine Änderung der für diese Zustände verantwortlichen Politik abzeichnet. 

  7. Den Wohlstand politisch zu bekämpfen bedeutet gleichmäßige Verteilung der Armut. Alle diesbezüglichen "Feldversuche" der Sozialisten in der Vergangenheit haben dieses Ergebnis gebracht. Wohlstandsgesellschaften hat die soziale Marktwirtschaft unter den Ordnungsstrukturen der europäischen Nationalstaaten begründet. Föderung der Leistungseliten, Aufstiegsmöglichkeiten durch möglichst gleichemäßig verteilte Chancen, Sozialleistungen für jene die sie wirklich brauchen und nicht um den Staat finanziell auszubluten und den globalen Geldverleihern in die Hände zu spielen. Sowie verantwortungsvolle gesetzliche Rahmenbedingungen für die Finanzmärkte,  so wie sie in den meisten europäischen Nationalstaaten in Kraft waren vor der "Deregulierung" im Zuge der EU Bestrebungen. Alle Verwerfungen die im Laufe der Jahre im Zuge der EU Integration aufgetreten sind und immer noch auftreten wurden von den linken(sozialistischen) und konservativen Parteien verursacht und herbeigeführt und sie sind allein dafür verantwortlich.

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