Die russische Artillerie in Syrien wird dem IS die Hölle auf Erden bereiten

Die syrischen Truppen beginnen mit der Unterstützung der russischen Artillerie einen großflächigen Angriff. Dies ruft in Washington Besorgnis hervor, da man befürchtet, dass dies auch die von CIA und Pentagon unterstützten "Rebellen" treffen könnte.

Von Thomas Roth

Moskau führte die Umverlegung von Artillerieabteilungen in den Norden Syriens durch, wo eine mächtige Gruppierung der Regierungstruppen konzentriert wurde, teilt The Wall Street Journal mit. Auch kehren, nach den Informationen der Quellen der Ausgabe, die iranischen Soldaten und die Landwehrmänner an die Front zurück, die, vermutlich, im Februar herausgeführt wurden. Die russische Artillerie wird unweit von Aleppo konzentriert, was als Ausgangsbasis für den Angriff der Regierungstruppen von Baschar Assad gegen den Terrorismus in und rund um Aleppo angenommen wird.

Aller Wahrscheinlichkeit nach bereiten die Verbündeten Syriens (Russland, Iran, Hisbollah) einen großflächigen Angriff vor, die Entscheidung dazu ist wohl schon gefasst. In der Führung der USA rufen diese Pläne große Unruhe hervor. Der Verhandlungsprozess in Genf ist gerade wieder unterbrochen und schon bald könnten anstatt der Politiker wieder die Kanonen sprechen. Die Erneuerung der Kämpfe ist für Washington und die Opposition unvorteilhaft. Jedoch bedeutet auch für Syrien die Vereitelung des Regimes der Feuereinstellung ein bestimmtes Risiko.

Angespannte Gespräche

In den letzten Tagen begannen einige hierher verlegte Artillerietruppenteile der Russischen Föderation das Feuer auf die Stellungen von Dschabchat an-Nusra zu eröffnen (das ist ein Ableger von al-Qaida). Die Journalisten behaupten mit Verweis auf offizielle Quellen, dass die Systeme der reaktiven Artillerie und die Selbstfahrlafetten, die die russischen Militärs verwalten, hohe Zerstörungskraft besitzen. Russland und Syrien haben auch die Aktivitäten ihrer Fliegerkräfte stark erhöht.

So wie es aussieht war die Situation im Norden Syriens am 18. April Gegenstand der stattfindenden telefonischen Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der USA und der Russischen Föderation. Als Initiator des Gespräches hat Barack Obama seine Besorgnis geäußert, dass das Regime der Feuereinstellung eingehalten wird und hat den Kollegen aus dem Kreml aufgerufen, auf Assad Druck auszuüben. Das Weiße Haus befürchtet, dass im Verlauf des Angriffs die gemäßigte Opposition unter Beschuss geraten wird, die vom Pentagon und der CIA gesponsert werden.

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Seinerseits hat Putin Obama auf die Notwendigkeit der Distanzierung der gemäßigten Opposition von den Terroristen von Daesh (Islamischer Staat) und Dschabchat al-Nusra hingewiesen. Außerdem hat der russische Führer an die Wichtigkeit der Übernahme der Kontrolle über die syrisch-türkische Grenze erinnert, durch die die Terroristen neue Rekruten und Waffen bekommen. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, hat die Verhandlungen der zwei Führer als ein angespanntes Gespräch bezeichnet.

Im Gespräch mit Obama hat Putin die Hauptziele an der syrischen Front verlauten lassen. Die Schlüsselbedeutung für den strategischen Erfolg, wie der "Russische Planet" schrieb, hat die Einnahme von Aleppo. Gelegen in einer Entfernung von 70 Kilometern von der Grenze zur Türkei ist die Stadt ein wichtiger Infrastrukturknotenpunkt. Wenn es gelingen wird, sie zu befreien, dann wird die syrische Armee einen der Hauptversorgungskanäle der Terroristen unterbrechen. Und die syrischen Truppen werden endlich in die Lage versetzt, sich zum Sturm auf Rakka vorzubereiten, was die Komplette Zerschlagung der Hauptbanden bedeuten würde.

Die amerikanische Diplomatie und die syrische Opposition verstehen das ausgezeichnet und versuchen deshalb beharrlich, den Angriff auf Aleppo zu behindern. Unter den gleichen komplizierten Bedingungen arbeitet auch Russland. Ab dem 27. Februar galt das Regime des Waffenstillstands, welches nur erlaubt, gegen die Abteilungen zu kämpfen, die zu Daesh und "al-Nusra" gehören. In den letzten Wochen versucht Moskau Washington weich zu klopfen, damit sie dafür sorgen, dass die Aufruhrtruppen im Bezirk Aleppo, die mit den Kämpfern von Daesh und "al-Nusra" gemischt sind, sich wieder trennen.

Die Warnung von der CIA

Aller Wahrscheinlichkeit nach zerbricht sich die militär-politische Führung der USA den Kopf darüber, wie sie in der Situation handeln werden, wenn die Russen erneut anfragen. Die Aleppo angreifenden Kräfte werden sich nicht um solche Feinheiten kümmern. Sie werden die Abteilungen einfach wegfegen, die von den Staaten unterstützt werden. Und das wird die endgültige Vereitelung des Waffenstillstands bedeuten. Washington wird damit auf irgendwelche Zeit diplomatisches Übergewicht erreichen, jedoch kann die militärische Initiative für die Amerikaner vollständig verloren sein.

Von den Informationen, die aus dem Nordwesten Syriens kommen, kann man ableiten, dass Russland die Entscheidung über den Angriff auf Aleppo schon gefasst hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit war auch die Erneuerung des großräumigen Kampfes Anlass für die Abreise der Führer der Opposition aus Genf. In diesem Moment bombardiert die syrische Luftwaffe die Autobahn Damaskus – Aleppo, auf der die Terroristen die Verstärkung und Versorgung bekommen. Intensive Zusammenstöße haben im Süden und dem Norden Aleppos stattgefunden: die Dschihadisten versuchen erfolglos, die Regierungstruppen zurückzuwerfen.

Wie The Wall Street Journal schreibt, werden die USA auf die Eskalation des Konfliktes unbedingt reagieren. Der Direktor der CIA, John Brennan, hat in privaten Gesprächen mit den russischen Kollegen von den Folgen der Angriffsoperationen gesprochen. Die amerikanische Aufklärung und die in der Region tätigen Agenten sind mit der Vorbereitung einer Liste von Technik und Bewaffnung beschäftigt, die den Rebellen geliefert werden könnte.

Es wird sich um den berüchtigten Plan handeln, der die Übergabe von Luftabwehrraketen, Panzerabwehrraketen und Antiartillerieausrüstung vorsieht. Diese Idee wird ganz heiß von der Türkei und Saudi-Arabien unterstützt. Man muss anerkennen, dass in diesem Fall Russland, Syrien und der Iran wirkliche Probleme bekommen würden.

Andererseits, in den USA ist man sich auch bewusst, dass die vorliegende Absicht die Beziehungen mit Russland stark beschädigen würde. In Anbetracht des Faktors der Wahlkampagne, kann sich Obama kaum erkühnen, dem Nachfolger ein so wenig beneidenswertes Erbe mitzugeben.

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22 Kommentare

  1. So wie Putin schon schuld war, daß wir mit den Fascho-Terroristen vom Rechten Sektor gezwungen waren, gemeinsame Sache zu machen, so zwingt er uns jetzt, mit den islamistischen Terroristen vom IS und von Al-Kaida gemeinsame Sache zu machen. Als nächstes wird er Schuld sein, wenn wir selbst Terroristen werden müssen. Oder sind wir das schon wegen Putin?

  2. Der Titel ist sehr wahr.
    Die Artillerie war immer schon ein Glanzstück der russ. Streitkräfte und seit der "Stalinorgel" haben die fleißig weiter entwickelt. Schön für die IS-Kämpfer, sterben bald alle den Märtyrer-Tod und kommen ins Paradies zu ihren 72 Ziegenböcken 🙂

    1. Da gehören sie auch hin, zu den 72 Ziegenböcken. Aber ob dann Ruhe herrscht ist auch noch nicht raus. Da gibt es noch viele andere, die für Unruhe sorgen auf diesen Planeten.

  3. Die Strategie der Russen ist taktisch folgerichtig. Man darf keiner Terroristengruppe die militärische Rekonvaleszenz ermöglichen. Und auf keinen Fall der Türkei die Chance geben, weiter seine destruktive Rolle auszuspielen! Den Krieg haben die USA und die mit ihr verbündeten Staaten zu verantworten. Es tut gut zu sehen, wie der militante Westen, allen voran die USA in ihrer verlogenen Rolle vorgeführt werden! Die USA pocht nur dann auf diplomatische Lösungen, wenn sie ihre militärische Karte nicht ausspielen können! Im anderen Falle ist die Diplomatie nur dazu da, die hegemonialen Bestrebungen zu kaschieren und die erpresserischen Methoden als Diplomatie zu definieren. Beziehungsweise, die militärische Option vorzubereiten, in dem man Verbündete als Söldner für den Krieg rekrutiert!! Siehe Deutschland und Afghanistan! Oder Deutschland und Jugoslawien!

  4. Ami du hast dein Gesicht wieder mal verloren!

    Sinnlos Geld und Menschenleben verbrannt. Kriegstreiber und zugleich Kriegsverlierer seit unzähligen Jahren! Den Arabischen Frühling angezettelt, sämtliche Terroristen finanziert, dann Europa fluten lassen und 9/11 wird sich auch demnächst aufklären. Das alles um mächtig zu bleiben und jetzt so tun als ob! Die Stunde kommt und alles bricht zusammen, was nur noch auf Blasen besteht. Denn das Leben bietet auch Gerechtigkeit, wenn man begreift und danach greift!

     

    1. In der deutschen Presse wird meine Meinung (deckend mit Ihrer) immer noch rausgelöscht. Damit machen sich diese Zeitungen des Landesverrats, der Verschwörung, und der Lügen schuldig. Ich hoffe, daß die Verantwortlichen eines Tages den Schaden bezahlen müssen, und auch hinter Gitter gehen. Denn wer die USA heute noch unterstützt, in dem Wissen, woher die Pläne zu der gegenwärtigen Unordnung weltweit stammen, der kann nur noch mit Gefämgnis und harten Strafen davon abgehalten werden. Wir wären Rußland zum Dank verpflichtet. die den Saustall für uns aufräumen!

      Aber wir bleiben natürlich Verbündete (mit USA und NATO), weil wir alternativlos sind?

    1. Da stimme ich voll zu !

      Wer dann zu uns fluechtet, wenn Assad siegt, wird der letzte Abschaum sein. Das Problem verlagert sich dann nach D.

  5. Hoffen wir das nicht Killary Clinton die Wahlen gewinnt.

    Ich fürchte dann wird es Krieg mit Russland geben, wieder auf europäischem Boden.

  6. Ganz egal, was die Russen wollen oder machen: Merkel hat gerade wieder die internationalen Medien gekapert. Sie schlägt Sicherheitszonen für Flüchtlinge in Syrien vor. Die Türken sind voll dabei. Man ist ja so humanitär. Irgendwann kommt sowas. Samt Flugverbotszone. Dann sind Assad die Hände gebunden. Und die Russen müssen mitspielen, wollen sie nicht als Unmenschen dastehen.

    1. " Die Türken sind voll dabei. "

      Nein, das ist eine falsche Chronologie. nicht "dabei", sondern die Ideengeber. Die Türken wollen das seit langem. Den nördlichen Streifen von Syrien haben sie als "ihr" Gebiet vorgesehen und wollen dorthin nicht nur die Flüchtlinge aussiedeln, sondern auch ihre kurdische Bevölkerung.

      Und Merkel veröffentlicht nur die Forderungen von Erdogan. Ja, er hat sie in der Hand. Schon lange.

  7. Kaum anzunehmen, dass Putin und seine russischen Militärstreitkräfte noch irgendwelche Illusionen über die amerikanisch verlogene Politik hegen. Er und seine russischen Mitstreiter in der Regierung wissen alle viel besser, was wirklich läuft. Der russische Geheimdienst ist nicht von gestern.

    Und was in punkto Technik in Russland alles läuft, davon haben die russischen Interventionen in Syrien uns allen beeindruckende Müsterchen geliefert. Es darf nicht angenommen werden, dass Putin in Syrien alle Militärtechnik eingesetzt hat. Vielmehr hat er um eine Friedenslösung auf diplomatischem Wege gekämpft, was vorhersehbar nun gescheitert ist. Wenn die Russen aber gnadenlos militärisch auspacken in Syrien, dann geht es voraussichtlich dem Westen gar nicht mehr gut – oder – das kann auch sein – vielleicht viel besser als vorher, weil die geschwächte USA dann nicht mehr so viel Einfluss auf Europa ausüben kann.

    Denn eines dürfte auch klar sein. Sobald sich die Machtgewichte verlagern, werden die europäischen Polit-Hanswurste schnell ihre politische Zugehörigkeit verändern. Vasallen sind keine loyalen Partner.

  8. Es geht um viel in Syrien. Den Yinnon-Plan können sich die Israeli ans Bein streichen. Das Öl ist ein massgeblicher Faktor dieses Syrienkrieges, und die Golanhöhen sowie auch die Öl-Ressoursen im östlichen Mittelmeer um Griechenland herum sind alles andere als für Israel gesichert. Ausserdem wird sich Putin nicht in seine Strategie von den Yankees hineinfahren lassen. Er hat sicher im Sinne, Syrien aufzubauen, und zwar mit denjenigen Kräften, die er dafür für vertrauenswürdig hält. Daraus wird er seinen Profit ziehen und die strategische Rolle Russlands stärken. Dazu kommt das Projekt Seidenstrasse, das er mit den Chinesen zusammen betreibt und bis nach Syrien hinein ziehen möchte. Daran ist der Iran und Indien mitbeteiligt. Gegen den immer stärker werdenden eurasischen Machtkomplex, den die USrael-Oberclique ja selbst durch ihre unverschämt verlogene und brutale Politik ins Leben gerufen hat, kommen die Verursacher nicht an. Flankierend dazu läuft die Ent-Dollarisierung in den BRICS-Ländern, voran Russland und China.

    Europa wird sich an diesen neu entwickelnden Machtkonstellationen orientieren müssen. Wer sich nicht anpasst – wird untergehen, das ist ein Naturgesetz.

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