Afghanistan-Krieg: 2,26 Billionen Dollar Kosten – und kein Ende in Sicht

Die rund 20 Jahre Afghanistan-Krieg haben die USA bereits rund 2,26 Billionen Dollar gekostet. Doch ein Ende ist nicht abzusehen.

Von Redaktion

Vor nunmehr fast 20 Jahren sind die Vereinigten Staaten von Amerika und die NATO-Verbündeten als Folge der Anschläge vom 11. September 2001 in Afghanistan eingefallen. Ziel war es offiziell, die islamistischen Taliban von der Macht zu entfernen und eine gemäßigte, US-freundliche Regierung an die Macht zu bringen, um so einen militärischen Fuß am Hindukusch zu haben.

Die ganze Aktion war jedoch nur ein teures Unternehmen ohne wirkliche strategische Erfolge mit sich zu bringen. In seinem am Freitag veröffentlichten “Costs of War”-Bericht listet das Watson Institute die schwindelerregenden Kosten des längsten Krieges der Nation auf, während sich die Biden-Administration darauf vorbereitet, die letzten paar tausend Truppen spätestens am 11. September aus Afghanistan abzuziehen.

Die Analyse sammelte die geschätzten Mittel des Kongresses für den Krieg, einschließlich der Operationen sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan.

Die größten Einzelausgaben – 933 Milliarden Dollar, oder 41 Prozent der Gesamtkosten des Krieges – kamen in den Overseas Contingency Operations-Ausgaben (OCO) des Verteidigungsministeriums, so der Bericht.

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Das umstrittene OCO-Budget, mit dem die Kriegsanstrengungen bezahlt wurden, war von den Haushaltsobergrenzen, die dem Rest der Abteilung auferlegt wurden, nicht betroffen und wuchs im Laufe der Jahre erheblich.

Aber das Basisbudget des Verteidigungsministeriums sah auch seine eigenen kriegsbedingten Erhöhungen, abgesehen von dem OCO-Budget und den Kosten für die tatsächliche Kriegsführung in Afghanistan.

Das Watson Institute sagte, dass das Gesamtbudget des Militärs um zusätzliche 443 Milliarden Dollar gestiegen ist, was es zu den drittgrößten Kosten des Krieges macht. Die Zinskosten in Höhe von 530 Milliarden Dollar, die durch die Aufnahme von Krediten zur Finanzierung des Krieges entstehen, sind die zweitgrößten Kosten des Einsatzes.

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Indessen dürfte die CIA mit dem Opium- und Heroinhandel aus Afghanistan ihre schwarzen Kassen ordentlich gefüllt haben, um so frei verfügbare Finanzmittel zu besitzen, die nicht der Kontrolle des Kongresses unterliegen. Darüber haben wir bereits mehrfach (z.B. hier, hier und hier) berichtet.

Doch selbst wenn die US-Kampftruppen aus Afghanistan abziehen, bleiben den Amerikanern weiterhin Kosten bestehen. Die CIA wird weiterhin stark im Land präsent sein, ebenso “Berater” und diverses sonstiges Militärpersonal. Auch die Zinsen und Zinseszinsen werden sich weiter aufsummieren. Und wozu das Ganze?

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2 Kommentare

  1. Der Afghanistan-Krieg und andere “kleinere” Kriege wie der in Syrien, Lybanon etc. und evtl. der Krieg in der Ukraine hat/wird die USA keinen Cent kosten. Alleine die Einnahmen durch den Drogenverkauf des in Afghanstan angepflanzten Mohn uebersteigt alle Kriegskosten.

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