Nachdem Christiano Ronaldo schon im Januar 2014 zum Weltfußballer gewählt wurde, gewann er auch dieses Jahr den Ballon d’or. Einer seiner Vorgänger war sein Mentor in der Jugend von Sporting Lissabon und in der portugiesischen Nationalmannschaft: Luís Figo, Weltfußballer 2001. Und genau dieser Luís Figo, der für den FC Barcelona, Real Madrid und Inter Mailand spielte, kandidiert jetzt für die Präsidentschaft der FIFA. Dabei tritt Portugals Legende an, der FIFA die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugeben. Andere Legenden kamen in Moskau zusammen, um Waisenkindern der russischen Hauptstadt eine große Freude zu bereiten. Doch zuvor mussten die Stars der Jahrtausendwende erst noch den Pokal der Legenden austragen. Russland bezwang Portugal mit 8:7 nach Verlängerung in einem denkwürdigen Finale.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Der portugiesische Fußballverband, FPF-Federação Portuguêsa de Futebol, feiert seinen hundertsten Geburtstag – und tatsächlich gibt es ein paar gute Gründe zum feiern. Das Jahr 2014 war nicht ganz so gelaufen wie man es sich im Jahr in dem Eusebio aus dem Leben schied gewünscht hätte. Dennoch ist das kleine Land, das noch nicht einmal auf 10 Millionen Einwohner kommt, in Sachen Fußball ganz groß. Hunderte portugiesische Spieler und Trainer, verdienen in der ganzen Welt ihren Lebensunterhalt mit König Fußball und werden nicht nur der Sprache wegen als „Brasilianer Europas“ bezeichnet.

Der bekannteste dieser "Gastarbeiter" ist natürlich Christiano Ronaldo und sein Verein, Real Madrid, könnte nicht zufriedener mit ihm sein. Seine Tore, seine Assists, seine Technik und Kraft, sein Einfluss auf dem Feld, in der Kabine und darüber hinaus haben ihm Weltruhm eingebracht. Im Januar 2015 gewann er den FIFA Ballon d’or, eine Abstimmung der FIFA Nationaltrainer und Kapitäne der Nationalmannschaften, die als Wahl zum besten Spieler der Welt gilt, zum dritten Mal. In der Abstimmung setzte er sich gegen Messi und Manuel Neuer durch. Die restlichen Preise gehörten den Deutschen: Nadine Kessler, beste Spielerin, ihr Trainer Ralf Kellermann und Joachim Löw, Weltmeister als Deutschlands Nationaltrainer. Sie ließen nur das Tor des Jahres für den Kolumbianer James Rodriges.

FIFA-Präsidenten-Wahl

Joseph Blatter führte voraussichtlich zum letzten mal als Präsident der FIFA durch das Programm. Seine Amtszeit geht zu Ende und am 29. Mai 2015 tritt er wohl zur seiner Wiederwahl an. Neben ihm versucht einer seiner Vizepräsidenten, Prinz Ali Bin Al Hussein von Jordanien, genügend Stimmen auf sich zu vereinigen. Auch der Präsident des niederländischen Fußballverbandes, Michael van Praag, hat ein Projekt, um den Fußball zu reformieren, was auch immer das heißen soll.

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Doch mir persönlich gefällt der vierte Kandidat am besten. Einer, der den Fußball wieder zum Sport der Fans, der Spieler und sportbegeisterten Jugend machen möchte. Die Einflüsse des Big Business, haben dem Fußball nur geschadet. Ins Stadion gehen, ist vielerorts nur noch was für die gut Betuchten geworden. Luis Figo, selber Weltfußballer des Jahres und einer der ganz großen tritt also an, um die Interessen der TV-Sender und Investmentgruppen zumindest zu dämpfen. Denn seien wir realistisch, es geht um zu viel Geld, als dass man jemals wieder zum Fast-Amateur-Sport zurückkehren könnte. Er will auf jeden Fall aber die Korruption bekämpfen – und ich traue ihm das auch zu.

Am 19. Februar hat Luís Figo seine Kandidatur im Londoner Wembley-Stadion vorgestellt. Unter dem Motto "Das Vertrauen wiederherstellen" basiert seine Kandidatur auf dem vor kurzem veröffentlichtem Manifest. Bei seiner Pressekonferenz ging Portugals Weltfußballer des Jahres 2001 auf die wichtigsten Punkte ein.

  • Wiederherstellung des Vertrauens und der Reputation der FIFA
  • Förderung des Schulfußballs und der Jugendarbeit.
  • 2,5 Milliarden Dollar sollen den Verbänden zu Gute kommen, um dort größtenteils der Nachwuchsförderung zu nutzen.
  • Die Zahl der jugendlichen Spieler Weltweit soll um 10% steigen.
  • Die FIFA soll in Zukunft nicht mehr als 500 Millionen Dollar pro Jahr für die regulären Betriebskosten ausgeben.
  • Die Technologie soll den Schiedsrichtern die Arbeit erleichtern und Manipulationen verhindern.
  • Die WM soll auf 40 oder 48 Mannschaften erweitert werden. Das mit Nicht-Europäern.

"Ich möchte einen neuen Führungsstil mit mehr Transparenz" , so Figo. Auch meinte er noch, dass er nicht in der Lage wäre, wegzuschauen und untätig zu sein. "Fußball fließt durch meine Venen."

Pokal der Legenden

In Moskau wurde letzte Woche der Pokal der Legenden ausgetragen. Die Portugiesen hatten dabei kein Problem mit der Weltauswahl, die mit 11:7 besiegt wurde. Auch Italiens legendäre Spieler wurden von Portugals Veteranen mit 7:4 besiegt. Gastgeber Russland hatte auch keine Schwierigkeiten um ins Finale zu kommen. Auf dem Kunstrasenplatz in einer großen Halle  die keine Wünsche offen lässt, hat die Heimmannschaft das Turnier wieder nach belieben dominiert und traf zum zweiten Jahr infolge auf Portugals “Frührentnergruppe“.

In einem herrlichen Spektakel, das dem Publikum alles bot, mussten die schon etwas bierbäuchigen Stars von Gestern nach einem spektakulärem 7:7 in die Verlängerung. Russland schoss, zur Freude der anwesenden Fans, das 8:7 und gewann die Trophäe zum fünften Mal in Folge. So bleibt den Portugiesen nur, es im nächsten Jahr wieder zu versuchen. Aber das schönste dabei war, dass niemand von Sanktionen und Politik generell geredet wurde und der Fußball mal wieder zur Völkerverständigung beigetragen hat. Keine Vorwürfe der militärischen Unterstützung der Separatisten und auch Russland hat, wie immer, das Turnier vorbildlich ausgerichtet. Ich hoffe, dass diese Aktion nicht untergeht und das Portugal nächstes Jahr nicht von irgendwelchen Kriegstreibern an der Teilnahme gehindert wird.

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