In einer Kolumne für die Züricher Weltwoche kritisierte der ehemalige Berliner Finanzsenator, Thilo Sarrazin, die Polizei Berlins scharf. Vor allem die Begünstigung türkisch- und arabischstämmiger Polizei-Bewerber liegt hierbei in seinem Fokus.

Von Marco Maier

An scharfen Worten gegenüber türkisch- und arabischstämmigen Menschen fehlt es dem Bestsellerautor und Ex-Politiker nicht. So beklagte er sich in seiner Kolumne darüber, dass die Berliner Polizei Bewerber aus dieser Region massiv bevorzugen würde. Die Praxis, bevorzugt Polizisten mit Migrationshintergrund einzustellen kommt daher, weil die Politik damit auch auf die demographischen Veränderungen in der deutschen Hauptstadt eingehen will. Sarrazin will darin einen Rechtsbruch erkannt haben.

Seiner Ansicht nach würde diese Praxis jedoch die Standards und die Qualität der Polizei aushöhlen. "Das wird man nicht sofort merken, dafür in zehn oder zwanzig Jahren um so mehr", schreibt Sarrazin. "Die türkisch- und arabischstämmigen Bewerber für die Polizei-Laufbahn werden mit Sonderbedingungen begünstigt." Diese seien so gestaltet, "dass langfristig die Qualität der Polizei sowie die Einheitlichkeit ihres Verhaltens und damit der Rechtsdurchsetzung gefährdet sind".

Ein großer Teil der türkisch- und arabischstämmigen Bewerber habe eine "Kriminalitätshistorie", erklärt der ehemalige Bundesbanker. Darum seien die Anforderungen an das polizeiliche Führungszeugnis entschärft worden. Man müsse bis zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht nur wie früher zehn Jahre, sondern nur noch fünf Jahre straffrei geblieben sein. "So sind schon ehemalige Intensivtäter in Berlin Polizisten geworden", kritisierte Sarrazin.

In der Polizeiausbildung seien die Prüfungsanforderungen an die türkisch- und arabischstämmigen Bewerber massiv abgesenkt worden, behauptet Sarrazin. Damit sollten unerwünscht hohe Durchfallquoten verhindert werden. "Ein Doppelstandard wurde geschaffen, der nicht nur die deutschen Polizeianwärter benachteiligt, sondern auf die Dauer das gesamte Qualifikationsniveau der Berliner Polizei nach unten zieht". Dabei wirft der den Bewerbern vor, größtenteils nur "gebrochenes Kiez-Deutsch" zu sprechen.

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Indessen weisen sowohl Berlins Innensenator Frank Henkel als auch ein Polizeisprecher Sarrazins Kritik zurück. Seine Vorwürfe wären falsch und massiv überzogen. So würden Bewerber ohne ausreichende Deutschkenntnisse gar nicht erst das Auswahlverfahren bestehen.

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2 thoughts on “Sarrazin kritisiert „Kriminalitätshistorie“ ausländischer Polizei-Bewerber”

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