Extrem niedrige Zinsen halten Unternehmen am leben, die unter normalen Bedingungen nicht lebensfähig wären. Die Notenbanken kreieren eine Zombie-Wirtschaft.

Von Marco Maier

In den letzten Jahren haben die Notenbanken die Zinssätze immer wieder gesenkt. Teilweise sind sie bereits negativ. Das sorgt zwar einerseits dafür, dass die Wirtschaft – unter anderem in den USA oder in Europa – infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht umgehend kollabierte, doch damit wurden auch massive Probleme geschaffen.

Denn anstatt eine „Flurbereinigung“ durchzuführen und unrentable Unternehmen (inklusive „Zombie-Banken“) in die Insolvenz zu schicken, wurden diese künstlich am Leben gehalten. Die Grundüberlegung dabei: wenn diese Unternehmen eine Zeit lang durchhalten, werden sie schon wieder profitabel und können auch Zinserhöhungen wieder verkraften. Und die Realität? Selbst jetzt, mehr als zehn Jahre nach dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise, besteht diese ökonomische Zombie-Landschaft weiter. Es droht eine „Japanifizierung“ der Euro-Zone.

Der Grund dafür ist vor allem ein politischer. Ein totaler wirtschaftlicher Kollaps wie er Griechenland traf hätte sich wie umfallende Dominosteine quer durch die europäischen Länder bzw. die US-Bundesstaaten durchgezogen. Selbst wirtschaftlich stärkere Staaten wie Deutschland, Österreich oder die Niederlande wären aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Vernetzung davon nicht verschont geblieben. Vielleicht wäre die Arbeitslosigkeit dann nicht gleich auf 30 Prozent oder mehr angestiegen, aber vielleicht auf 15 bis 20 Prozent. Das hätte die etablierten Parteien „zerfetzt“.

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Stattdessen werden strukturelle wirtschaftliche und finanzielle Probleme mit der Niedrigzinspolitik und der Geldschwemme durch die Notenbanken faktisch einzementiert. Künftige wirtschaftliche Schocks (wie jetzt der Handelskrieg zwischen den USA und China) können so jedoch kaum mehr abgefedert werden, was die Rezessionsgefahr dramatisch erhöht. Immerhin wurde sämtliche Munition durch Notenbanken und Regierungen bereits verschossen. Wenn die ohnehin angeschlagenen Unternehmen nun mit neuem Ungemach konfrontiert werden, wird es schwierig für sie.

Auch wenn es politisch schwierig erscheint, ist es über kurz oder lang stets besser, bei solchen Krisen eine „Flurbereinigung“ durchzutauchen und kurzfristig auch eine hohe Arbeitslosigkeit durch umfangreiche Unternehmensinsolvenzen zu akzeptieren. Finnland machte es schon einmal vor, während Japan ein mahnendes Beispiel darstellt.

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4 KOMMENTARE

  1. Ich bin verwirrt. Sind das jetzt die originären Gedanken von Dr. Markus Krall und der fällige Quellenhinweis wurde dezent weggelassen oder die originären Gedanken von Marco Maier und Krall hat für seine Bücher alles nur geklaut oder ist der eine ein Pseudonym des anderen?

  2. Geld hat 3 Komponenten
    1. Warenaustausch und alle wissen das. Ist brauchbar.
    2. Verkaufte Zukunft, Kredit – privatisiertes Geld um den Staat und die Unternehmen mit Zinsen zu schröpfen, also Steuergelder in die Taschen der Banker zu füllen. Bei der Wirtschaft den Zwang zur Überproduktion zu erzeugen. Macht nur die Banker reich und zerstört das Sozialgefüge.
    3. Sparmittel, ähnlich gut wie Biosparen mit Kaninchen. Das mit Alter 20 angesparte Brötchen kommt als Krümel im Rentenalter an.

    Mit der Meinung über Aktien wird das ganze noch ein wenig gestützt. Freier Kurswechsel über Billionen.
    Auch der Voilksmund weiß es: jeder Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht

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