Libyen und die leeren Versprechungen

Die kreiselnde Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump hat gerade die Bühne für eine weitere Katastrophe im östlichen Mittelmeerraum bereitet. Der schwindende Einfluss Amerikas auf der Weltbühne kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt. Wenn regionale Mächte ihre Muskeln spielen lassen, wie es die Türkei versucht, wird es für eine Welt von Menschen, die wegen Pandemien und Bürgerkriegen bereits bis an die Grenzen gestresst sind, nichts Gutes bringen. Gerade zu einem Zeitpunkt, da Amerika eine führende Rolle bei friedlichen Verhandlungen spielen sollte, scheinen interne Kräfte ein solches Vermächtnis auszulöschen. Unsere Politik ist im Sande verlaufen, hier ist der neueste Beweis.

Quellen zufolge haben sich Präsident Trump und der türkische Präsident Recep Erdogan darüber geeinigt, wie Libyen geführt werden soll. Noch wichtiger ist, dass die Führung der USA der Türkei offenbar grünes Licht gegeben hat, ihren militärischen und geopolitischen Einfluss in der gesamten Region zu verstärken. Hier auf der Insel Kreta, in der Flugroute der türkischen Jets, sind die Griechen nicht glücklich. Jüngste Drohungen von Erdogan haben die griechischen Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Und das Bollwerk der NATO, Griechenland, erwartet die Unterstützung von Trump?

Die gemischten Signale von Trumps Regierung zeigen die Abwärtsspirale des US-Einflusses in der Welt und vor allem den wachsenden Mangel an Glaubwürdigkeit meines Landes. Anfang Juli sagte der stellvertretende Staatssekretär für europäische und eurasische Angelegenheiten, Matthew Palmer, der Welt, Washington sei zutiefst besorgt über das Vorgehen der Türkei im östlichen Mittelmeerraum. Palmer sagte dies zu den türkisch-griechischen Spannungen:

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Eine Analyse von Phil Butler.

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4 Kommentare

  1. Zitat: „Gerade zu einem Zeitpunkt, da Amerika eine führende Rolle bei friedlichen Verhandlungen spielen sollte, …“
    Danke für diesen Schenkelklopfer…

  2. Libyen ging es vor dem westlich inszenierten Putsch richtig gut. Es war das fortschrittlichste Land Afrikas. Dann hatte sich Gaddafi erdreistet zu widersprechen und eine ganze Nation musste daran glauben. Abscheulich !

  3. Das Ergebnis der Chaos-Theorie ist keine neue Ordnung, sondern ein Rückfall in altes Stammesdenken. Diejenigen, welche versuchen in Lybien eine gemeinsame Verfassung hinzukriegen scheitern an der Korruption der Stämme – er ist der Sohn meines Onkels und der der Neffe meines Onkel meines Vetters. Die Linke hat keine Weitblick – weder in den USA noch hier, sie will alle umerziehen und setzt dafür ihre Ideologie an die Spitze. Damit arbeitet sie genau an eben diesem Rückfall.
    Wenn die Macht in Europa zerbricht, wird es hier genauso werden, gefallene und zersprlitterte Staaten und Stammeskriege.

    1. Da sie die Chaos Theorie erwähnen sollten sie berücksichtigen dass je höher der Ordnungsgrad einer Organisation ist die Gefahr des Kippens exponentiell steigt. Der Grat auf dem eine hoch organisierte Gesellschaft auf dem sie wandelt, auch Unternehmen sind Gesellschaften wird immer schmaler je organisierter sie ist.
      Das Chaos ist eben die natürliche Ordnung die durch den Liberalismus in einer Organisation teilweise umsetzbar ist. Der Neoliberalismus oder auch das Äquivalent der Sozialismus ist daher zum scheitern verurteild wie auch der Kapitalismus. Die letzten paar hundert Jahre, ja die gesamte Menschheitsgeschichte beweisen das.

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