Slowakei will Ukraine bei EU-Annäherung helfen

Der slowakische Premierminister Robert Fico galt bislang eher als Kritiker der ukrainischen Euromaidan-Führung. Nun will die slowakische Regierung der Ukraine dabei helfen, die EU-Annäherung zu vollziehen. Auch der deutsche Bundespräsident, Joachim Gauck, will sich heute mit Poroschenko in Bratislava treffen.

Von Marco Maier

Petro Poroschenko nimmt heute in Bratislava an einer Veranstaltung zur Erinnerung an die friedlichen Revolutionen in Mittel- und Osteuropa vor 25 Jahren teil. Dabei traf er schon mit Premierminister Fico zusammen, dem er für die Lieferung von Erdgas dankte, nachdem Russland den Gashahn angesichts der Milliardenschulden und dem Unwillen Kiews, für das russische Gas zu zahlen zudrehte. "Solidarität mit der Ukraine ist eine Frage von Werten und Sicherheit", so Poroschenko in Bratislava. Die ukrainischen Soldaten würden seiner Ansicht zufolge nicht nur die Ukraine verteidigen, sondern auch die Slowakei, Deutschland, Estland und das gesamte Europa.

„Wir wollen der Ukraine auch alle unsere Erfahrungen vermitteln, die wir im Zuge des Aufnahmeprozesses in die EU gemacht haben“, sagte der slowakische Regierungschef Robert Fico nach einem Treffen mit Poroschenko in Bratislava. Sobald die neue ukrainische Regierung gebildet sei, wolle man mit dieser in einen intensiven Dialog treten. Damit ändert Fico seine bisherige Position. In der Vergangenheit hatte sich Fico wiederholt skeptisch zur neuen Führung in Kiew geäußert und EU-Sanktionen gegen Russland kritisiert.

Im Laufe des Tages wird Poroschenko auch auf seinen deutschen Amtskollegen Gauck treffen, der heute ebenfalls an den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die friedlichen Revolutionen in Mittel- und Osteuropa vor 25 Jahren in der slowakischen Hauptstadt teilnehmen wird. Die "samtene Revolution" in der damaligen Tschechoslowakei im November 1989 war ein Schlüsselereignis für den Zusammenbruch der sowjetischen Herrschaft in Osteuropa. Einer der wichtigsten Personen des Umbruchs war der spätere tschechische Präsident Vaclav Havel. An ihn wird bei den Feiern ebenso erinnert wie an die Demonstrationen, die schließlich zum Sturz der kommunistischen Herrschaft führten.

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