Covid-19 in den USA – Die nächsten zwei Wochen werden entscheidend

Während die Covid-Zahlen in den Vereinigten Staaten steil nach oben schnellen, sinken die Sterbezahlen tendenziell ab. Die kommenden zwei Wochen werden Klarheit bringen.

Von Marco Maier

Folgt man der Logik vieler Medien und Politiker, müssten mit stark steigenden Zahlen an „Covid-19-Infizierten“ auch die Todesfälle (natürlich zeitlich etwas versetzt) deutlich zunehmen. Immerhin handelt es sich ja bei Sars-CoV-2 laut deren Meinung um einen „Killervirus“, den man mit rigorosen Maßnahmen bekämpfen müsse. Doch ist dem so?

Vorgestern erst habe ich einen Blick auf Brasilien geworfen, welches wegen dessen stark ansteigenden Zahlen bei den gemeldeten Covid-19-Fällen und den damit in Verbindung gebrachten Todesfällen immer wieder in den Schlagzeilen steht. Präsident Jair Bolsonaro, ein erzkonservativer evangelikaler Christ, hatte dort Lockdowns eine Absage erteilt und wurde übrigens mittlerweile selbst positiv auf das Virus getestet.

Sollte ich mit meinen Schlussfolgerungen recht haben, müssten wir dort mit den Sterbezahlen für das Gesamtjahr 2020 sehen, wie groß die „Übersterblichkeit“ in dem südamerikanischen Land tatsächlich ist. Einem Land, welches im Gegensatz zu Deutschland oder den Vereinigten Staaten beispielsweise nicht dafür bekannt ist, dass Grippewellen immer wieder für größere Schwankungen bei den Todeszahlen sorgen.

Doch nun zu den Vereinigten Staaten von Amerika – einem Land, das ebenfalls wegen der stark ansteigenden Fallzahlen wegen „Lockdown-Verweigerungen“ in den Schlagzeilen steht. Sehen Sie sich die nachfolgende Grafik von Zerohedge an, welche die gemeldeten Fallzahlen (positiv Getestete) im Vergleich zu den Todesfällen zeigt:

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Grafik via Zerohedge

Klar, man muss die Verzögerung von bis zu zwei Wochen miteinbeziehen (dies sieht man auch an der Verschiebung in dem Chart), doch die Tendenz ist gerade im Juni und Juli sehr klar. Denn der Spike bei den Todeszahlen gegen Ende Juni kommt noch aus niedrigen Infektionszeiten. Und eigentlich müssten die beiden Zahlenreihen ja zumindest einigermaßen aufeinander abgestimmt sein, wenn es sich um einen „Killervirus“ handeln würde, oder?

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Noch deutlicher wird dies bei den Zahlen aus Florida (siehe nächste Grafik), wo man eigentlich bereits gegen Ende Juni einen deutlichen Anstieg bei den Sterbefällen durch/mit Covid-19 sehen müsste. Doch gerade im „Rentnerparadies“ kommt es zu keinem Anstieg. Wie kann das sein, wenn das Virus ja so „gefährlich“ und „tödlich“ sein soll?

Grafik: Zerohedge

Sehen Sie es? Da tut sich nichts. Gar nichts. Dabei sollte Florida inzwischen bei mindestens 300 Todesfällen mit Covid-19-Bezug angekommen sein. Doch man liegt dort bei etwa einem Zehntel davon.

Auch wenn es in den Hotspots in den Vereinigten Staaten in den letzten Monaten laut offiziellen Statistiken eine deutliche Übersterblichkeit gab, so stellt sich auch die Frage, ob Covid-19 lediglich dafür sorgte, dass viele Menschen einfach „nur“ ein paar Monate früher verstarben als ohne das Virus. Dies werden (wie in Brasilien) die kommenden Monate zeigen. Und nicht zu vergessen: viele Menschen starben dort auch, weil sie wegen der allgemeinen Covid-Panik nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus gingen und dann Herzinfarkten, Schlaganfällen und dergleichen erlagen.

Und gerade in Bezug auf die USA sollte man die jüngsten Grippewellen nicht außer Acht lassen und sich fragen, ob die ganzen Anti-Covid-Maßnahmen vielleicht auch dazu beitrugen, dass in dieser Saison weniger Menschen an der Influenza verstarben als zuvor (und stattdessen nicht wenige von ihnen an/mit Covid-19 starben).

Vielleicht sollte man sich die ganzen Zahlen in zwei Wochen noch einmal ansehen. Dann wird man schon auch erkennen, ob die steigenden offiziellen Infiziertenzahlen auch zu mehr Toten führen, oder ob man nun eben vor allem die Asymtomatischen getestet werden, die man früher nicht testete.

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