B-52-Bomber „verliert“ Hyperschallrakete über Kalifornien

Bei einem Testflug über Kalifornien hat ein B-52-Bomber eine experimentelle Hyperschallrakete „verloren“, wie die US-Behörden zugeben musten. Ein fehlgeschlagener Test?

Von Redaktion

Inmitten wachsender Medienspekulationen über Details des Hyperschallwaffenprogramms des Pentagons, das in Zusammenarbeit mit Lockheed Martin und DARPA durchgeführt wurde, erschien am Dienstag in der angesehenen Luftfahrtzeitschrift Aviation Week eine schockierende Schlagzeile, wonach ein US-amerikanischer B-52-Bomber eine experimentelle Hyperschallrakete in der Luft über Kalifornien verlor.

In dem Bericht, der auch in der New York Post und anderen Medien aufgegriffen wurde, heißt es: „Eine Rakete mit Scramjet-Antrieb, die im Rahmen des gemeinsamen Programms von DARPA und US Air Force, HAWC (Hypersonic Air-Breathing Weapon Concept), entwickelt wurde, wurde kürzlich bei einem Unfall bei einem Test zerstört“, so die Zeitschrift.

Die Luftfahrtüberwachungsstelle meldet weitere Details: „Es wird angenommen, dass sich die Rakete während eines Flugtests versehentlich von einem B-52-Trägerflugzeug getrennt hat, wie aus Quellen hervorgeht, die mit der Bewertung vertraut sind.“ Und fügte hinzu: „Die Ursache des Unglücks wird untersucht, an dem vermutlich ein Flugzeug des 419. Flugtestgeschwaders der Edwards AFB, Kalifornien, beteiligt war.“

Die Waffe trennte sich Berichten zufolge vom Trägerflugzeug Boeing B-52 und wurde bald darauf zerstört, was bedeutete, dass sie entweder in der Luft detonierte oder auf den Boden traf.

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Die Luftwaffe weigerte sich, sich zu dem Bericht zu äußern, während DARPA den Unfall nicht bestritt und lediglich sagte: „Details dieser Flugdemonstrationen sind klassifiziert“, in einem offensichtlichen stillschweigenden Eingeständnis, dass tatsächlich experimentelle Tests stattfinden.

Die New York Post erklärt: „Mit Scramjets können Raketen Hyperschallgeschwindigkeiten erreichen, die die Schallgeschwindigkeit weit überschreiten und häufig Mach 5 und höher erreichen.“

HAWC ist eine von mehreren superschnellen Raketen, die die Luftwaffe entwickelt, um ihren alten B-52-Bombern und anderen Flugzeugen zu helfen, Löcher in die chinesische und russische Verteidigung zu stechen.

HAWC ist ein Scramjet, das heißt, er hat einen Motor und atmet Luft wie ein Flugzeug. Andere Hyperschallwaffen, wie die luftgestartete Schnellreaktionswaffe, erreichen Hyperschallgeschwindigkeit auf einer Rakete und gleiten dann mit der fünffachen Schallgeschwindigkeit.

Das HAWC-Programm soll Teil eines umfassenderen Milliarden-Dollar-Programms des Verteidigungsministeriums sein und wurde kürzlich vom Kongress genehmigt.

Die politischen und verteidigungspolitischen Führer Washingtons haben in den letzten zwei Jahren ein schnell wachsendes Hyperschallprogramm signalisiert, insbesondere nachdem der russische Präsident Wladimir Putin damit begonnen hatte, sich der großen Fortschritte zu rühmen, die der Kreml gemacht hat. Dies führte im August letzten Jahres auch zu einem schweren Unfall auf einer Teststartrampe, bei dem gefährliche Mengen nuklearer Strahlung in der Umgebung freigesetzt wurden.

Putin zum Beispiel hat kürzlich damit gerühmt, dass Russlands futuristisches Hyperschallarsenal nicht abgewehrt werden kann. Peking soll auch sein eigenes Programm verfolgen, wie auch amerikanische Generäle Wege beschreiten, um einem solchen Szenario entgegenzuwirken und Verteidigungsmaßnahmen zu entwickeln.

Bislang liegt Russland noch weit vor den Vereinigten Staaten, was moderne Waffen betrifft. Doch Washington will aufholen und schlussendlich selbst wieder die Führung übernehmen.

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