Brasilien: Explodieren die Todeszahlen durch Covid-19?

Ohne Covid-19 müsste Brasilien in diesem Jahr etwa 1,45 Millionen Todesfälle verzeichnen. Wird es schlimmer, oder bleibt es gleich?

Von Marco Maier

Brasilien ist wegen Covid-19 derzeit in aller Munde. Knapp 70.000 Todesfälle sind in dem Land mit etwa 218,5 Millionen Einwohnern bereits zu verzeichnen – und das bei offiziell 1,6 Millionen mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen. Wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegt, da sehr viele Menschen asymtomatisch sind und (genauso wie viele Bewohner der Favelas) gar nicht getestet werden.

Nimmt man die „gewöhnliche“ Sterblichkeitsrate für Brasilien für das Jahr 2020 her, die bei 6,6 Todesfällen pro 1.000 Einwohner liegen müsste (wenn man dem Trend folgt), sprechen wir von etwa 1.450.000 Sterbefällen, die es in diesem Jahr geben müsste. Das sind etwa 3.961 pro Tag.

Wie die Seite „Worldometers“ unter Berufung auf Zahlen der Johns Hopkins Universität berichtet, sterben seit Mai zwischen 275 und 1.492 Menschen in Brasilien mit bzw. an Covid-19. Vom 1. Mai, als 6.410 entsprechende Todesfälle verzeichnet wurden bis zum 5. Juli starben insgesamt 58.490 Menschen mit Covid-Befund. Das sind 66 Tage oder durchschnittlich 886 pro Tag.

Ich habe bewusst mit dem 1. Mai angefangen, weil die generelle Sterblichkeitskurve seit dem Höhepunkt am 4. Juni tendenziell nach unten zeigt und man so zumindest eine gewissen Prognose für den Juli und den August abgeben kann. Das heißt: sollte der Trend so anhalten, kämen bis Ende August noch einmal zwischen 50 und 51.000 Todesfälle hinzu.

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Und nicht nur das. Da (um es „darwinistisch“ auszudrücken) bis dahin die ohnehin schon Kranken und Schwachen mehrheitlich wohl gestorben sein dürften, sowie durch die zumindest in einigen Regionen mit der Zeit auftretende „Herdenimmunität“, dürften die Zahlen für September und Oktober bei wahrscheinlich um die 40.000 und für November und Dezember bei etwa 30.000 liegen. Insgesamt, für das Gesamtjahr 2020, wären dies also rund 190.000 mit Covid-19 konnotierte Todesfälle.

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Da Brasilien nicht gerade für seine Grippewellen bekannt ist, die bekanntlich in Nordamerika und Europa ab und an die Todesfälle etwas in die Höhe schnellen lassen, sondern vielmehr eine kontinuierliche Entwicklung der Sterblichkeitsrate (siehe Link oben) aufweist, müsste man also bis zur Vorlage amtlicher Daten für das Gesamtjahr 2020 in Sachen Sterblichkeit erkennen können, ob das Virus sich nun tatsächlich als „Killervirus“ entpuppt, oder ob es sich (wie schon Epidemiologen sagten) ohnehin vorwiegend nur jene holt, die ansonsten ohnehin in einigen Wochen oder Monaten gestorben wären.

Das bedeutet, wenn in diesem Jahr statt der erwarteten 1,45 Millionen Menschen mehr als 1,6 Millionen Menschen in Brasilien sterben, dann kann man diese „Übersterblichkeit“ direkt Covid-19 zuschreiben. Wenn es jedoch „nur“ 1,5 Millionen Menschen sind, dann sind es wohl um die 50.000 Menschen, die ohne Sars-CoV-2 wahrscheinlich noch am Leben wären.

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Ein Kommentar

  1. Wir lassen uns durch uneinheitliche Berechnungen von Mortalitätsraten und verschwiegene Sterbealter durch Corona irreführen. Meist wird die Mortalität im Verhältnis zu 1000 Einwohnern angegeben. Jetzt müssen wir erst das Verhältnis errechnen und das umrechnen auf die Gesamtbevölkerung. Damit wird die Mortalitätskurve aber nicht sichtbar.

    Hier ist die deutsche Mortalitätskurve, die in allen Ländern wohl gleich verläuft:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mortalit%C3%A4t
    Auffällig ist, daß sie mit den Lebensjahren exponentiell steigt.

    Laut dem aktuellen Saisonbericht des RKI sind
    1 Kind unter 10 Jahren an Corona verstorben,
    2 Jugendliche unter 20 Jahren,
    10 Erwachsene unter 30,
    23 Erwachsene unter 40 Jahren,
    72 Erwachsene unter 50 Jahren,
    317 Erwachsene unter 60 Jahren,
    857 Erwachsene unter 70 Jahren,
    2026 Erwachsene unter 80 Jahren,
    3994 Erwachsene unter 90 Jahren,
    1637 Erwachsene unter 100 Jahren,
    50 Erwachsene über 100 Jahren.

    Die Sterbekurven sind deckungsgleich.

    In Deutschland sterben Jahr für Jahr rund 939500 Menschen. Die Mortalitätskurve bekommt mit den Coronatoten nicht mal einen winzigen Knick.
    Die Quote Normaltot vs. Coronatot liegt bei verschwindenen 0,9 Prozent! Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung wird sie unsichtbar.

    Die mittleren Sterbealter durch Corona liegen fast überall auf der Welt über der mittleren Lebenserwartung. Das heißt, die Streuung nach unten ist überall gering.

    In vielen Ländern werden Verstorbene nachträglich auf Corona getestet und im Falle Positiv den Coronadaten zugerechnet. Ist das fein?
    Ich glaube nicht an Corona, ich glaube an getürkte Tests. Haben die Tests ein Ablaufdatum? Können wir die überprüfen?
    Vielleicht geht es um Sammlung von genetischen Fingerabdrücken?
    Vielleicht suchen die etwas?
    Ein Alien?
    Das ist für mich alles gleich wahrscheinlich.

    Brasilien, Italien, Spanien – wir sollten abwarten, ob es tatsächlich eine Übersterblichkeit gibt.

    Weck den Virologen in Dir! Wer hätte früher daran Spaß gehabt?

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