Kommt der große US-Truppenabzug auch im Irak?

Macht US-Präsident Donald Trump mit seinem Wahlversprechen kurz vor der nächsten Präsidentenwahl ernst und holt die Truppen nach Hause? Nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Irak sollen US-Soldaten abgezogen werden.

Von Marco Maier

Kürzlich erst sorgte die Ankündigung des Weißen Hauses, bis zu einem Drittel der in Deutschland stationierten US-Soldaten abzuziehen für Aufregung. Auch wenn noch nicht klar ist, ob sie wirklich gehen und wenn ja, ob sie zurück in die Vereinigten Staaten gehen oder – näher an Russland und gegen die NATO-Russland-Grundakte – nach Polen stationiert werden, ist dies ein bemerkenswerter Schritt.

Als ob dies noch nicht genug wäre, heißt es nun, dass die Vereinigten Staaten auch Truppen aus dem Irak abziehen wollen. So berichtet Al Masdar News:

Die Vereinigten Staaten bestätigten am Freitag, dass sie mit der irakischen Regierung den Status ihrer verbleibenden Streitkräfte erörtern werden, und betonten, dass sie keine Militärbasen oder eine dauerhafte militärische Präsenz im Irak anstreben.

Laut einer gemeinsamen Erklärung der ersten Sitzung des strategischen Dialogs kündigten Washington und Bagdad die Fortsetzung der Gespräche über den Status der verbleibenden amerikanischen Streitkräfte im Irak an, wobei der Schwerpunkt der beiden Länder auf der Entwicklung eines normalen Sicherheitsverhältnisses auf der Grundlage gemeinsamer Interessen liegt. Die Regierungen der beiden Länder sagten in der Erklärung, dass „angesichts der bedeutenden Fortschritte bei der Beseitigung der Bedrohung durch ISIS die Vereinigten Staaten in den kommenden Monaten ihre Streitkräfte im Irak weiter reduzieren werden“.

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Angesichts der irakischen Aufrufe, dass sämtliche ausländischen Truppen das Land verlassen sollen, zumindest ein Schritt in Richtung Respekt für die Souveränität des Iraks. Seit Anfang des Jahres habe die US-Armee bereits die Hälfte ihrer Truppen aus dem Land abgezogen, so das Pentagon. Nun befänden sich noch rund 5.000 US-Truppen und 2.500 Soldaten von Alliierten im Land.

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Wenn man bedenkt, dass die Amerikaner ihre Militärpräsenz auch in Afghanistan bereits reduzierten, scheint es, als ob Donald Trump sein Wahlversprechen von „die Jungs nach Hause bringen“ nur wenige Monate vor den nächsten Präsidentschaftswahlen zumindest teilweise umsetzen möchte.

Trump weiß auch, dass es – falls er die Wiederwahl nicht schaffen sollte – seinem Nachfolger (in dem Fall Joe Biden) schwer fallen dürfte, einige seiner Maßnahmen in Sachen Truppenabzug wieder rückgängig zu machen. Es bleibt also abzuwarten, wie es nun bis November weitergeht.

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