Issing: Niedrigzinsen sorgen für Probleme

Mit ihrer Geldpolitik schaffe die EZB die Voraussetzungen für eine Krise von „neuer Dimension“, so der frühere EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing.

Von Redaktion

Scharfe Kritik an der Geldpolitik der EZB übt der ehemalige Chefvolkswirt des Instituts, Otmar Issing. Das jahrelange Niedrigzinsumfeld und erst recht negative Zinsen verleiten fast zwangsläufig dazu, dass Investoren bei der Suche nach Rendite Risiken eingehen, die sie nicht voll überschauen und die sie auch nicht meistern können, wenn diese Risiken plötzlich eintreten“, sagte Issing der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Das bedeute: „Die derzeitigen Kurse vieler Anlagen spiegeln nicht die Risiken wider, die dahinterstehen.“ Die EZB habe sich auf einen „gefährlichen Weg“ begeben, sagte Issing der FAS. Man nähere sich einer Situation, in der die negativen Nebenwirkungen der Geldpolitik die positiven Effekte überwögen. „Die Folgen der Niedrigzinsen spüren Banken, Versicherer und Pensionsfonds – also der gesamte Finanzsektor. Die ursprüngliche Absicht, die Banken durch Negativzinsen zur stärkeren Vergabe von Krediten zu animieren und so die Wirtschaft anzukurbeln, verkehrt sich also mit fortschreitender Zeit in ihr Gegenteil.“

Viele junge Leute sorgten sich zu Recht, ob sie in der Lage sein werden, unter diesen Umständen noch hinreichend fürs Alter vorzusorgen, so Issing. Immerhin verlieren Sparguthaben sukzessive an Kaufkraft, da die Inflation diese quasi „auffrisst“.

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2 Kommentare

  1. Zitat: „Viele junge Leute sorgten sich zu Recht, ob sie in der Lage sein werden, unter diesen Umständen noch hinreichend fürs Alter vorzusorgen, so Issing. Immerhin verlieren Sparguthaben sukzessive an Kaufkraft, da die Inflation diese quasi „auffrisst“.

    Genau das beschreibt Andreas Tögel in dem Buch „Schluss mit Lustig“
    Aber die meisten jungen Menschen hüpfen lieber einer Behinderten nach und fürs Klima.
    Allerdings werde ich nie soviel Rente ausbezahlt bekommen, wie ich mein Leben lang als unselbständig Beschäftigter einzahlen musste. Es war ohnehin klar, dass dieses verbrecherische Kettenbriefsystem spätestens ab dem Zeitpunkt hochgeht, wenn die geburtenstarken Jahrgänge vor dem Pillenknick in Rente gehen.

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