Altersarmut: Düstere Zukunft

Jeder vierte Rentner in Deutschland soll im Jahr 2035 laut einer Studie in die Grundsicherung abrutschen. Die Altersarmut breitet sich aus.

Von Michael Steiner

Nach all den Jahrzehnten der Plünderung der Rentenkassen und Pseudo-Rentenreformen, die lediglich der privaten Versicherungswirtschaft zugute kommen, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Pestel-Instituts, dass im Jahr 2035 in etwa jeder vierte Rentner auf den Bezug von Grundsicherung angewiesen sein wird.

Von den 21,4 Millionen Personen, die dann das Ruhestandsalter erreicht haben, werden laut der Prognose des Hannoveraner Forschungsinstituts über fünf Millionen Rentner staatliche Unterstützung benötigen, so die Funke-Zeitungen unter Berufung auf die Studie, die im Auftrag der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) erstellt wurde.

An der Entwicklung werde auch die Einführung der Grundrente wenig ändern: „Die Einführung der Grundrente für langjährige Versicherte würde die Situation zwar entschärfen, aber nicht grundlegend ändern, da ein erheblicher Teil der künftig auf Grundsicherungsleistungen angewiesenen Personen die 35 Jahre Einzahlung nicht zusammenbekommt“, heißt es in der Untersuchung. „Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt oft der sogenannte Rentenschock. Das Nettoeinkommen sinkt, aber die Fixkosten bleiben erhalten“, sagte Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts.

Was nicht kommuniziert wird: viele der betroffenen Rentner werden Zuwanderer sein, die kaum entsprechende Versicherungsjahre zusammenbringen können und oftmals dazu noch lediglich in Mindestlohn-Jobs unterkommen. Dies reicht hinten und vorne nicht aus, um eine ausreichende finanzielle Versorgung im Alter gewährleisten zu können. Gleichzeitig ist es diesen Menschen aufgrund ihrer prekären Einkommensituation faktisch unmöglich, überhaupt nennenswerte Summen anzusparen. Die „importierte“ Altersarmut wird diesbezüglich viel zu wenig thematisiert.

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