Polizei Österreich. Symbolfoto. Bild: Flickr / blu-news.org CC-BY-SA 2.0

Ein 13-jähriges Mädchen ist tot, weil ihre Eltern sie aus religiösen Gründen nicht zum Arzt brachten. Es handelt sich offenbar um evangelikale Christen, die aus Deutschland nach Österreich gezogen sind.

Von Marco Maier

Im niederösterreichischen Krems starb ein 13-jähriges Mädchen an einer chronischen Entzündung, weil ihre Eltern – offenbar aus Deutschland „geflohene“ evangelikale Christen – ihr den Arztbesuch verweigerten. Nun laufen Mordermittlungen gegen das Ehepaar.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Krems sagte gegenüber dem „Kurier“ dazu: „Vor rund zwei Wochen ist die Jugendliche verstorben und ihre Eltern wurden in Untersuchungshaft genommen.“ Zwar ist die offizielle Todesursache der 13-Jährigen noch unklar, bis das Ergebnis der Obduktion vorliegt, doch laut der „Kronen Zeitung“ soll sie an einer chronischen Entzündung gelitten haben, die jedoch bei einer medizinischen Behandlung an und für sich harmlos sei.

Die „christlichen Taliban“ dürften nach Österreich gezogen sein, weil sie dort im Gegensatz zu Deutschland ihre sieben Kinder auch zu Hause unterrichten können. Gerade die Anhänger solcher radikalen Sekten nutzen dies gerne, um ihren Nachwuchs so vor nach deren Ansicht „gefährlichen“ Unterrichtsinhalten (wie z.B. der Evolutionstheorie oder dem Sexualkundeunterricht) zu bewahren. Zudem fällt die religiöse Indoktrination der Kinder dadurch deutlich leichter.

Medienberichten zufolge wurden die sechs Geschwister der verstorbenen 13-Jährigen nach der Verhaftung der Eltern in Betreuungseinrichtungen des Landes Niederösterreich gebracht.

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1 KOMMENTAR

  1. „Zudem fällt die religiöse Indoktrination der Kinder dadurch deutlich leichter.“

    Eine Interpretation, die sich rein aus dem Blickwinkel des Standortes der Perspektive des Betrachters ergibt.
    Diese könnte aber vorrangig unserem eigenen Staat gegenüber angesetzt werden, da dort der Multiplikatoreffekt ganz andere Dimensionen von Tragweiten erreicht.

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