Rheumatoide Arthritis-Medikament zeigt Erfolge bei Covid-19

Ein bereits bei rheumatoider Arthritis eingesetztes Medikament kann bei der Behandlung von schweren Fällen von Covid-19 helfen, wie neue Studien zeigen.

Via Xundheit

Laut einer Studie eines internationalen Forschungsteams, an der Forscher des Karolinska Institutet in Schweden beteiligt waren, könnte ein Medikament gegen rheumatoide Arthritis namens Baricitinib möglicherweise zur Behandlung von Patienten mit Covid-19 verwendet werden.

Die in der Zeitschrift EMBO Molecular Medicine veröffentlichten Ergebnisse sind ein Beispiel dafür, wie Algorithmen für künstliche Intelligenz (KI) dazu beitragen können, vorhandene Medikamente als potenzielle Therapien gegen neue Krankheiten zu identifizieren.

Baricitinib ist ein einmal tägliches einzunehmendes orales Medikament zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis. Es wirkt als Inhibitor der Janus-Kinase, einer Art Enzym, das in vielen zellulären Funktionen als „Ein“- oder „Aus“-Schalter fungiert. Das Medikament stört die Entzündungsprozesse des Immunsystems und wurde als potenzieller Behandlungskandidat für Covid-19 angesehen.

In dieser Studie verwendeten die Forscher AI-Algorithmen, um vorhandene Medikamente zu identifizieren, die sowohl Entzündungen als auch Infektiosität blockieren können. Baricitinib wurde aufgrund seiner zuvor nachgewiesenen Fähigkeit, sowohl die Zytokinaktivität als auch die Virusausbreitung zu hemmen, als vielversprechender Kandidat für die Bekämpfung von Covid-19 identifiziert.

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Labortests und klinische Pilotstudie

In Reagenzgläsern und 3-D-Human-Miniaturlebern zeigten die Forscher, dass das Medikament die Signalübertragung von Zytokinen, Proteinen des Immunsystems, von denen bekannt ist, dass sie in schweren Fällen einer Covid-19-Infektion überreagieren und Entzündungen auslösen, hemmt. Es half auch, die Viruslast von Sars-CoV-2, dem Virus, das Covid-19 verursacht, und den Spiegel des Signalmoleküls Interleukin-6 (IL-6), einem Prädiktor für die Mortalität aufgrund des mit Covid-19 assoziierten akuten Atemnotsyndroms, zu verringern.

Zusätzlich zu den Labortests wurde in Mailand, Italien, eine kleine Pilotstudie mit drei Männern und einer Frau mit bilateraler Covid-19-Pneumonie durchgeführt. Nach 10-12 Tagen Behandlung mit Baricitinib zeigten alle vier Patienten Verbesserungen bei Anzeichen und Symptomen wie Husten, Fieber und Verringerung der Viruslast und der IL-6-Plasmaspiegel.

Die klinische Studie wurde von Forschern des Imperial College London, Großbritannien, ASST Fatebenefratelli Sacco, Italien, und Eli Lilly & Co, USA, geleitet, während die toxikologischen und funktionellen Tests an 3-D-Modellen für menschliches Gewebe am Karolinska Institutet und des Science for Life Laboratory durchgeführt wurden.

Kann Entzündungen und Viruslast senken

„Zusammengenommen legen diese Daten nahe, dass Baricitinib die Entzündung und Viruslast von Covid-19 senken kann“, sagt Ali Mirazimi, außerordentlicher Professor an der Abteilung für Labormedizin des Karolinska Institutet, der die funktionellen Virusstudien leitete.

Weitere Studien mit Baricitinib werden derzeit an 85 Covid-19-Patienten in drei Krankenhäusern in Nord- und Mittelitalien durchgeführt, wobei nach Angaben der Forscher erste Resultate bei den Patientenergebnissen erzielt werden.

„Wir integrieren und analysieren diese Studiendaten sorgfältig und liefern funktionelle und mechanistische Folgestudien, um die Wirkungsweise von Baricitinib zu untersuchen“, sagt Volker Lauschke, außerordentlicher Professor für personalisierte Medizin und Arzneimittelentwicklung am Institut für Physiologie und Pharmakologie des Karolinska Institutet, der die Funktionsprüfung von Baricitinib leitete.

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Ein Kommentar

  1. Schwer, im Contra-Magazin etwas über Corona zu finden? Ein gutes Zeichen. Man macht unbeeindruckt eigene Schlagzeilen. Das sollten auch andere tun.

    Ein aktueller Vergleich relativ gleich großer Bevölkerungszahlen:

    18. Juni – Corona
    Schweiz 31281 Infizierte 1957 Tote
    Österreich 17155 Infizierte 688 Tote
    Griechenland 3208 Infizierte 187 Tote
    Portugal 38089 Infizierte 1524 Tote
    Irland 24341 Infizierte 1710 Tote

    Griechenland mit seinem maroden Gesundheitssystem, seiner trägen Bürokratie und Wirtschaftsexperten, die sich ob der Schulden mit Beschißmus in den Euro gedränt haben, hat die wenigsten Infizierten und Toten. Dabei ist Griechenland ein Touristen-Mekka, Chinesen, Russen, Deutsche, alle wollen die Akropolis sehen. Was stellt Griechenland sonst her? Handys?

    Griechenland wird aus den Corona-Meldungen von Anfang an ausgespart, obwohl der Sachverhalt medizinisch hätte untersucht werden müssen. Statt dessen sucht man einen Impfstoff und tracktiert uns mit Hiobsbotschaften aus Frankreich, Amerika und Coronaexplosionen?

    Die Griechen essen Unmengen Knoblauch. Siehe auch chefkoch.de „1125 leckere grieschische Knoblauchrezepte“. Ich kannte nur Hamburger Gekochte mit oder ohne?
    Knoblauch ist eine Heilpflanze und enthält antibakterielle Wirstoffe. Es wird gerade bei Atemwegs- und Lungenkrankheiten empfohlen! Husten, Schnupfen, Grippe – fast alle Viren atmen wir ein!
    Knoblauch tötet Viren, Bakterien, Bazillen ab. Dabei entsteht der Gerstank. Ißt man länger Knoblauch, hört der auf. Die Schädlinge sind herausgespült.

    Der Westen liebt kein Knoblauch wegen des Geruchs!

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