Tokio, Japan.

Die beiden Beispiele Japan und Finnland zeigen, dass eine Zombifilierung der Wirtschaft gegenüber kurzfristig schmerzhaften Maßnahmen abzulehnen ist.

Von Tuomas Malinen und Dr. Peter Nyberg

Eine Geschichte von zwei Deflationierungen

Japanifizierung ist ein Begriff, der in letzter Zeit wieder aufgetaucht ist. Es bezieht sich auf die anhaltende wirtschaftliche Stagnation Japans, die nach einem Finanzcrash Anfang der neunziger Jahre einsetzte. Die Stagnation Japans war durch eine sehr niedrige Inflation (wiederkehrende Deflationsperioden), ein stagnierendes Produktivitätswachstum und einen massiven Anstieg der Staatsverschuldung gekennzeichnet.

Gleichzeitig mit der Finanzkrise, die die lange Stagnation in Japan auslöste, gab es eine ähnliche Krise in einem kleinen nördlichen Land, Finnland. Finnland hatte eine so ähnliche wirtschaftliche Entwicklung wie Japan verfolgt, dass es als „Japan des Nordens“ bezeichnet wurde. Während Japan in eine anhaltende wirtschaftliche Krise geriet, kehrte die finnische Wirtschaft nur vier Jahre nach Ausbruch der Krise zu ihrem Wachstum zurück (siehe Abbildung 1).

Was hat den Unterschied zwischen diesen beiden Ergebnissen verursacht?

Finnland: blau, Japan: rot

Der Boom von Finnland und Japan

Sowohl Japan als auch Finnland waren in den 1950er Jahren relativ arme Länder. Beide befanden sich im Zweiten Weltkrieg auf der unterlegenen Seite (Japan hatte in erster Linie gegen die USA und Finnland gegen die Sowjetunion gekämpft), was sie zu vorübergehenden Ausgestoßenen in der neuen globalen politischen Ordnung machte. Nachdem sie wieder einen Platz in der Weltpolitik erlangt hatten, gründeten beide ein ehrgeiziges Industrialisierungsprogramm.

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