US-Special Forces trainieren afrikanische Soldaten. Bild: Flickr / AFRICOM CC BY-NC 2.0

Afrika sei inzwischen zu einem Stützpunkt zweier Supermächte geworden, der USA und Chinas, die weiterhin „mehr oder weniger schmerzlos“ miteinander koexistieren, so ein Experte.

Von Redaktion

Die USA sind weiterhin vorwiegend militärisch auf dem afrikanischen Kontinent präsent, sagte der stellvertretende Direktor des Instituts für Afrikastudien der Russischen Akademie der Wissenschaften, Leonid Fituni, gegenüber TASS.

Zuvor veröffentlichte ein Online-Medienunternehmen, The Intercept, einen Artikel über die zunehmende militärische und wirtschaftliche Präsenz Russlands und Chinas in Afrika, die die Positionen der USA auf dem Kontinent bedrohe.

„Die USA haben über 500 Punkte, die formell nicht als Stützpunkte bekannt sind. Der Punkt ist jedoch, dass in jedem dieser 500 Punkte US-Militärpersonal und dessen Ausrüstung sowie Depots vorhanden sind, auch wenn sie keinen Krieg in Afrika planen“, sagte der Experte.

Der Experte erwähnte auch eine der größten Drohnenbasen in Nigeria, die von den USA kontrolliert wird. Fituni fügte hinzu, dass die USA ihren Einfluss auf Afrika von außerhalb des Kontinents gelegenen Stützpunkten aus aus ausüben, beispielsweise dem Stützpunkt auf dem Diego Garcia-Atoll im Süden des Indischen Ozeans.

Russisch-afrikanische militärische Zusammenarbeit

In Bezug auf die militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen Russland und Afrika stellte der Experte fest, dass diese bislang eher begrenzt ist, der Militärhandel sich jedoch rasch entwickelt. Fituni erinnerte daran, dass die Armeen vieler afrikanischer Staaten mit sowjetischen Waffen ausgerüstet waren und Russland derzeit die Lieferungen von militärischer Ausrüstung an afrikanische Länder fortsetzt.

Die Teilnahme Russlands an UN-Friedensmissionen sei der zweite wichtige Bereich der Zusammenarbeit. Er betonte, dass Russland trotz einer geringen Anzahl russischer Militäroffiziere, die an diesen Missionen beteiligt sind, aktiv militärische Ausrüstung nach Afrika liefert. „Unsere Hubschrauber dienen als Reisebasis für praktisch alle Friedenstruppen in Afrika. Natürlich gibt es ukrainische und amerikanische Hubschrauber, aber größtenteils sind unsere Hubschrauber dort im aktiven Einsatz, auch wenn sie insgesamt nicht die besten sind, gehören sie zu den besten für diese spezifischen Zwecke“, fügte er hinzu.

Außerdem bietet Russland Möglichkeiten für die militärische Ausbildung von afrikanischem Personal. Laut Fituni befinden sich in Russland etwa 2.000 afrikanische Staatsbürger in der Ausbildung.

Unbedrohliche Präsenz

Der Experte stellt jedoch fest, dass die militärische Präsenz Russlands in Afrika nicht als Bedrohung für die Interessen der USA angesehen werden kann. „Als Staat arbeiten wir mit jenen afrikanischen Ländern zusammen, die in der Vergangenheit mit uns zusammengearbeitet haben, und zwar im militärischen Bereich. Dies kann jedoch nicht einmal mit der westlichen Zusammenarbeit verglichen werden, und es ist keine militärische Bedrohung für den Westen“, betonte er.

Laut Fituni ist Afrika inzwischen ein Stützpunkt zweier Supermächte, der USA und Chinas, die „mehr oder weniger schmerzlos“ miteinander koexistieren.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here