Seit Jahrhunderten wächst die jährliche Goldförderung stark an. Doch ewig wird dieses Wachstum nicht anhalten können. Gold wird knapp.

Von Marco Maier

Für Jahrhunderte lag die weltweite jährliche Goldförderung bei wenigen Tonnen im Jahr. Einerseits war die Welt deutlich dünner besiedelt und viele Regionen noch nicht entdeckt, andererseits mangelte es auch an geeigneten Fördermethoden für die industrielle Ausbeutung. Halbwegs verlässliche Zahlen gibt es allerdings erst seit wenigen Jahrhunderten.

Schätzungen und groben Berechnungen zufolge wurden seit der Eroberung Amerikas durch die Europäer jährlich etwa 200.000 Unzen gefördert. Das sind rund 6,2 Tonnen des Edelmetalls. Hauptförderregionen waren damals Europa und Afrika. Asien spielte damals eine geringere Rolle. Die sukzessive Eroberung des amerikanischen Doppelkontinents durch Spanier, Portugiesen, Briten und Franzosen verlagerte die Förderung von Gold und Silber zunehmend in die „Neue Welt“. Vor allem die Spanier gelangten so in den Besitz großer Mengen an Gold und wurden dadurch auch Weltmacht.

Trotzdem lag die Goldproduktion im 16. Jahrhundert durchschnittlich bei rund sieben Tonnen im Jahr. Wie die nachfolgende Grafik von „SRS Rocco Report“ verdeutlicht, dauerte es bis ins 19. Jahrhundert, um die Marke von 100 Tonnen Gold pro Jahr zu überschreiten. Im 20. Jahrhundert wurde dann schon die 1.000er-Marke überschritten, während das 21. Jahrhundert schon Produktionsmengen von 2.626 Tonnen im Jahr veranschlagt. Das heißt, heute wird täglich so viel Gold aus der Erde geholt, wie noch im 16. Jahrhundert in einem ganzen Jahr.

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Doch der Anstieg bei der Goldförderung könnte bald schon ein Ende haben. Wirklich große neue Lagerstätten wurden in den letzten Jahren nicht mehr gefunden und einige der großen Goldminen stehen schon vor der Erschöpfung. Immerhin wurde alleine in den fünf Jahren von 2014 bis 2018 mit 16.250 Tonnen mehr Gold aus der Erde geholt als in den 400 Jahren von 1500 bis 1900.

Wie viel Gold wird man noch in Zukunft fördern können? Eine schwierige Frage. Vulkane bringen zwar noch immer wieder neues Gold an die Oberfläche und auch Unterwasser könnte es noch größere Lagerstätten geben – aber diese auszubeuten ist schwierig. Allerdings macht dies auch deutlich, dass Gold nicht unbegrenzt produziert werden kann und eine gewisse Knappheit besitzt.

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