Präsident Barack Obama schüttelt dem irakischen Premierminister Nouri al-Maliki die Hände nach einer gemeinsamen Presseveranstaltung im Camp Victory, Irak, 7. April 2009 - Bild: public domain

Der ehemalige irakische Premierminister Nouri al-Maliki erklärte am Sonntag, die Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama habe bei der Gründung von Daesh eine entscheidende Rolle gespielt, indem er der Terroristengruppe die Besetzung irakischer Territorien erlaubte.

Von Fars News Agency

Maliki, der zwischen 2006 und 2014 als Premierminister tätig war, teilte einem lokalen Fernsehsender mit, dass die Regierung von Obama eine Schlüsselrolle bei der Gründung von Daesh (ISIS) gespielt habe, indem sie der terroristischen Gruppe gestattete, irakische Territorien zu überschwemmen.

Nach Angaben des ehemaligen Premierministers haben die USA 2013 dem Irak Informationen und Luftbilder zur Verfügung gestellt, um Daesh-Kämpfer zu identifizieren, die sich in großen Gruppen hinter den irakischen Grenzen in Syrien aufgereiht hatten und darauf warteten, in den Irak zu gelangen, nachdem sie den bevorstehenden Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad erwartet hatten.

Maliki sagte, damals habe Bagdad keine Kampfjets gehabt, die die terroristischen Positionen bombardieren hätten können, und die irakischen Kampfhubschrauber hatten nicht die Möglichkeit, einen Angriff zu orchestrieren.

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So bat Bagdad natürlich Washington um Hilfe. Man bat die Obama-Regierung, der irakischen Luftwaffe „ein oder zwei“ Kampfflugzeuge im Rahmen des Sicherheitsabkommens 2008 zur Verfügung zu stellen.

Washington lehnte die Anträge jedoch ab und empfahl der irakischen Regierung, Jordanien um Hilfe zu bitten. Doch das war ein No-Go, da zu diesem Zeitpunkt kein Abkommen über die militärische Zusammenarbeit zwischen Bagdad und Amman bestand.

Trotzdem wurde die 7. Division der irakischen Armee geschickt, um die Terroristen ohne Luftunterstützung auszurotten. Sie machten einige Fortschritte, bevor sie in einer tödlichen terroristischen Belagerung landeten, die ihren Kommandanten tötete und die gesamte Division beinahe auseinander nahm.

Der ehemalige irakische Premierminister fügte hinzu, dass Amerikas Unterstützung für Daesh nicht dort endete. Washington stoppte alle Lieferungen von Hubschrauberteilen und anderer militärischer Ausrüstung in den Irak. Ein Vertrag über den Verkauf von F-16-Angriffsflugzeuge, obwohl Bagdad dafür im Voraus bezahlt hatte, wurde ebenfalls nicht erfüllt.

Maliki erklärte, dass er nicht immer nachvollziehen konnte, warum die Obama-Regierung diese Entscheidungen getroffen habe. Sie ließen die Terroristen davonkommen, indem sie sich weigerten, ihre Positionen anzugreifen.

Er stimmte den Äußerungen von US-Präsident Donald Trump während der US-Präsidentschaftskampagne 2016 zu, wonach Obama der „Gründer“ von Daesh sei, indem er den Irak zur falschen Zeit evakuierte, um Daesh übernehmen zu lassen.

„Wir hätten niemals so herauskommen sollen, wie wir herausgekommen sind“, sagte Trump auf einer Rallye im August 2016 und fügte hinzu: „Wir haben im ganzen Nahen Osten schreckliche Wut entfesselt.“

Der ehemalige Premierminister sprach die anhaltende Debatte im Irak über die Rechtmäßigkeit der amerikanischen Militärpräsenz im Land an und sagte, Washington habe nach seinem vollständigen Truppenabzug im Jahr 2011 nie die Erlaubnis beantragt, in den Irak zurückzukehren.

In den letzten Jahren konnten Iraker fast alle von Daesh kontrollierten Territorien zurückerobern. Irakische Beamte fordern zunehmend ein Ende der US-Militärpräsenz.

Trump gab Anfang dieses Monats bekannt, dass Washington nach dem Niedergang Daeshs einen großen Rückzug aus Syrien plane. Rund 5.500 US-Truppen, die derzeit im Irak stationiert sind, müssen dort bleiben, um den Iran zu „beobachten“, obwohl das Land eine Schlüsselrolle bei der Niederlage des arabischen Landes gegen Daesh gespielt hat.

Maliki stellt Washingtons Entscheidung infrage, seine militärische Intervention im Irak auszuweiten. Abgesehen von einigen autorisierten US-amerikanischen militärischen Trainern und Beratern, habe seine Regierung das Pentagon nie gebeten, deren Streitkräfte einzusetzen.

Maliki zufolge waren die militärischen Beziehungen zwischen dem Irak und den USA während seiner Amtszeit auf Waffendeals beschränkt – ähnlich wie mit Russland, China und einer Reihe anderer Länder.

Er sagte jedoch, er könne nicht bestätigen, ob sein Nachfolger, Haider al-Abadi, einen ähnlichen Ansatz gewählt habe.

Maliki riet der gegenwärtigen Regierung von Premierminister Adil Abdul-Mahdi, in seinen Geschäften Vorsicht zu üben und sich nicht mit Washington auf die falsche Seite zu stellen, da die Trump-Regierung dem Irak Probleme bereite.

Er fügte hinzu, die derzeitige Situation im Irak sei in vieler Hinsicht ähnlich wie 2014, als Daesh an die Macht kam und die USA Bagdad, aufgrund seiner Positionen zur Lage in Syrien und einer Reihe anderer Fragen, nicht helfen wollten.

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