Sigmar Gabriel. Foto: Flickr / Ralph Alswang CC BY-ND 2.0

Friedrich Merz tritt als Chef der Atlantik-Brücke ab, ihm soll Sigmar Gabriel folgen. Was steckt dahinter?

Von Marco Maier

Im Jahr 1952 von eingefleischten Transatlantikern gegründet, um den amerikanischen Einfluss auf (West-)Deutschland zu maximieren, hat sich die Atlantik-Brücke mittlerweile zu einem „elitären Club“ von Politikern, Unternehmern, Wissenschaftlern und Medienvertretern entwickelt, in dem es nur um die Durchsetzung der Interessen der amerikanischen Oligarchen geht.

Politik & Medien: Deutschlands transatlantische Netzwerke

Friedrich Merz, der die Atlantik-Brücke seit über einem Jahrzehnt leitete (und dafür wohl auch mit einem Spitzenposten bei der Finanzheuschrecke BlackRock erhielt), macht nun jedoch Platz – und zwar für den früheren SPD-Chef, Vizekanzler und Außenminister Sigmar Gabriel. Und das, obwohl der Sozialdemokrat bislang nicht gerade als Parade-Transatlantiker herausstach. Immerhin hatte er immer wieder versucht, die antirussische Politik der Transatlantiker abzuschwächen.

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Nun stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Gabriel auf Merz folgen soll. Entweder will man so den SPD-Politiker (und seine Partei) wieder stärker an die US-Oligarchie binden, nachdem es auch aus sozialdemokratischen Kreisen immer wieder hieß, man müsse offener auf Russland zugehen. Oder es ist zumindest Teilen des einflussreichen Vereins wichtig, eine gemäßigtere Stimme auf dem Vorsitz zu haben, um so den von den US-Eliten vorangetriebenen Konflikt mit Moskau zu entschärfen. Ein „Gefälligkeitsjob“ für Gabriel ist dies jedoch mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Nun bleibt es abzuwarten, wie sich der SPD-Politiker in den kommenden Wochen und Monaten gerade hinsichtlich des Konfliktes zwischen der NATO und Russland äußern wird. Wir werden dann zumindest einen Indikator dafür haben, aus welchem Grund Gabriel auf diesen Posten gehievt wurde.

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10 KOMMENTARE

  1. Man kann nie alles zur rechten Zeit verstehen, wofür Poliker ihre Schwenke machen.
    In den Retro Perspektiven , die meist zu spät wie etwa nach einem Ableben erfolgen, wo dann doch das eine oder andere Vögelchen zwitschert ergibt eine Erkenntnis Aufschluss.

    Es waren die Leichen in den Kellern der Politiker,
    die wie das Verkehrsschild an der Straßen-Kreuzung den Wegweiser markierten.

  2. Gefühlt ist der Dicke ein Sozialdemokrat, aber wenn es um eigene Vorteile geht, dann gerne ein Transatlantiker, so sind sie halt mal die Sozis, Wasser predigen und Wein saufen, darauf kann man gerne verzichten und wie man allgemein vernehmen kann sehen das viele ähnlich und deshalb auch ihr Absturz, der die Strafe für ihre Politik darstellt, die heutzutage weit entfernt vom Malocher ist, ihre Wähler von damals kann man gut verstehen.

  3. Packverächter Gabriel hat den gleichen Leidensweg wie Merz hinter sich. Geschasst und abserviert von ihrer Partei. Es muss an ihrer rethorischen Redegewandtheit liegen, das man sich nun auch für Gabriel interessiert. Zu reden wie man es gerade braucht und so tun, als sei es einem damit wirklich ernst, das kommt eben an. Im politischen Alltagsgeschäft waren beide dagegen eher weniger erfolgreich, um es mal freundlich zu formulieren.

  4. Man kann einfach nur hoffen, das die Digitalisierung auch in der Politik schnellstmöglich Einzug hält, damit dieser politische Abschaum verschwindet.

  5. GELD,
    fast alle Politiker in diesem Lande fingen einmal klein an
    und dann – oh Wunder –
    waren sie millionenschwer.
    Für die Gier tut mann/frau Alles,
    auch die Seele und das Volk verkaufen.

  6. Lobbyisten im Dienste ihrer Strippenzieher! Natürlich bestens „VERSORGT“. Auch diese Politschranzen sind nicht im Dienst ihres Landes, von dem sie gut bezahlt werden, sondern arbeiten ganz offen für eine „andere Macht“. Wunder sich eigentlich NIEMAND, über das was unsere „gelenkten“ Politclowns so alles machen, anrichten und verbocken?

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