Eskalation: Indien und Pakistan stationieren immer mehr Kriegsgerät an der Grenze

Es wird immer wahrscheinlicher, dass es zu einem massiven militärischen Konflikt zwischen Indien und Pakistan kommen wird. Beide Seiten stationieren immer mehr Kriegsgerät an der Grenze und feuern immer wieder aufeinander.

Von Marco Maier

Abgeschossene Flugzeuge, immer mehr Panzer und Bunkeranlagen an der Grenze und eine martialische Rhetorik – der Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan, der in den letzten Monaten wieder an Intensität zunahm, scheint zu eskalieren. Zwar versuchen insbesondere die USA und China die beiden Konfliktparteien zur Ruhe und Mäßigung aufzurufen, doch in Neu Delhi und Islamabad scheint man es darauf anzulegen, den „unruhigen Status Quo“ zu einem ausgewachsenen Krieg eskalieren zu lassen.

Denn es sieht nicht wirklich gut aus: Während des frühen Abends am Mittwoch werden zunehmend Berichte über immer mehr Panzer und schwere Artillerie auf beiden Seiten der Grenze bekannt, insbesondere in der Nähe der pakistanischen Grenzstadt Sialkot, wo veröffentlichte Videos den Einsatz der pakistanischen Armee zu bestätigen scheinen.

https://twitter.com/sotiridi/status/1100784365917925377

Obwohl der pakistanische Premierminister Imran Khan in einer Fernsehansprache an die Nation sofortige Friedensgespräche zwischen den erbitterten Feinden forderte und sagte, dass „ein besserer Sinn herrschen sollte“, waren die indischen Führer und die Öffentlichkeit empört, als Pakistan ein Video des inhaftierten indischen Piloten veröffentlichte, der sich als Commander Abhinandan Varthaman ausweist.

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Als ein Vernehmungsbeamter nach mehr Informationen als nach grundlegenden Identifizierungsfragen fragte, antwortete der Pilot: „Es tut mir leid, Sir, das ist alles, was ich Ihnen sagen soll.“ Das Ministerium für Information in Pakistan hatte auch Filmmaterial gezeigt, das den Piloten mit verbundenen Augen und mit blutigem Gesicht zeigte. Es scheint, als seien diese Aufnahmen gemacht worden, kurz nachdem er von der Armee festgenommen und zuvor von den örtlichen Kaschmiris geschlagen worden war, als sein Fallschirm auf der von Pakistan verwalteten Seite landete.

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Indien verurteilte sofort das Video, in dem der Pilot in einer öffentlich-rechtlichen Sendung als „vulgäres zeigen eines verletzten Militärpersonals“ bezeichnet wurde, das „gegen alle Normen des humanitären Völkerrechts verstößt“.

Neu Delhi hat die sofortige Freilassung des Piloten gefordert, und zwar inmitten des fortwährenden Schuldspiels und des eskalierenden Wortkrieges, der nach Berichten über sporadische Truppenkonflikte an der Grenze schnell zu einem wirklichen Krieg eskalieren könnte.

Eine Reihe westlicher juristischer Experten wies schnell darauf hin, dass Pakistan die Genfer Konventionen wahrscheinlich verletzt hat, indem es das Video des gefangen genommen wordenen indischen Piloten twitterte, das die Veröffentlichung von Bildern von Gefangenen für „Beleidigungen und öffentliche Neugier“ verbietet und einen Moment beinhaltet, in dem der Gefangene nach Wasser fragte.

Hier das Video des pakistanischen Militär- und Informationsministeriums, das offenbar gegen die Genfer Konventionen verstoßen hat:

Derzeit dominieren Nachrichten und das Schicksal des Piloten die Nachrichten und den Diskurs in Indien. Die für Ende Mai geplanten nationalen Wahlen geraten in den Hintergrund, da nun ein Krieg droht. Nun kurz vor den Wahlen könnte die Regierung angesichts drohender Stimmenverluste die Lage dazu ausnutzen, mit einer Eskalation und einer harten Haltung gegenüber Pakistan wieder an Popularität zu gewinnen.

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Ein Kommentar

  1. Kein Zweifel, da hat sicher die anglo-amerikanische Geheimdienst-Taktik ihre Finger mit im Spiel. Die super Volks- und Gruppenverhetzer aus der anglo-amerikanischen Mafia-Elite, die denjenigen, die sich verhetzen lassen, auch noch für ihre Hetz-Empfänglichkeit Geld anbieten und sie in ihrer Wichtigkeit fördernd in den Himmel der Auserwählten hieven, sie mit Waffen versorgen und ihnen Waffentraining und die nötige Versorgung anbieten – die wissen ganz genau, was sie machen. Dabei bleiben sie fein hübsch im Hintergrund und tun ganz unschuldig. Sind immer die anderen an den Unruhen und den Tötungen schuld – nämlich die bösen Terroristen, die bekämpft werden müssen. In Tat und Wahrheit heizt der kriegerische Westen jene zu allen erdenklichen Schandtaten auf. Dieses Dreckspiel ist unterdessen weltbekannt. Nur traurig, dass sich immer wieder Menschen dazu hergeben hier mitzumachen. Vor allem junge, arbeitslose und mit null Perspektive behaftete Männer fallen auf solche kriegerischen Hetzkampagnen rein. Endlich mal Geld in den Fingern zu haben und jemand zu sein, das verführt und dafür kann man auch das eigene Land – von dem sie bisan ja eher stiefmütterlich behandelt wurden – in die Pfanne hauen.

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