Der US-Bundeshaushalt profitiert von den niedrigen Zinsen. Doch die Fed will die Zinssätze wieder anheben, was die Zinslast enorm nach oben pressen würde. Der finanzielle Kollaps der US-Regierung wäre unausweichlich.

Von Marco Maier

In den letzten Jahren ist der US-amerikanische Schuldenberg enorm angewachsen. Der einzige Grund, warum die jährlichen Budgets trotz des anhaltend großen Defizits noch einigermaßen erträglich waren, lag an der Zinspolitik der US-Notenbank: Die niedrigen Zinssätze sorgten dafür, dass die Zinslast relativ niedrig blieb, was den allgemeinen Spielraum noch halbwegs in einem Bereich hielt, mit dem man die Ausgaben neben dem gewaltigen Militärbudget noch stemmen konnte.

Das könnte sich jedoch bald ändern. Immerhin hat die Fed im März die sechste Erhöhung des Leitzinses seit Dezember 2015 durchgezogen. Mit dem jetztigen Niveau liegt man wieder im Bereich von 2008 (1,5 bis 1,75 Prozent), allerdings immer noch unterhalb der offiziellen Inflationsrate. Geplant ist es, bis Ende 2020 die Raten wieder in Richtung 3,375 Prozent hochzudrücken – also auf Vorkrisenniveau.

Das wird dann für den US-Staatshaushalt sehr schwierig. Derzeit liegt die Zinslast für Washington bei etwa 300 Milliarden Dollar jährlich. Bleibt es wie es ist, werden es bis zum Jahr 2020 schon um die 450 Milliarden sein, im Jahr 2024 mehr als 700 Milliarden Dollar. Gehen die Zinsen im Schnitt auch nur um einen Prozentpunkt hoch, wären für den Bundeshaushalt schon um die 550 Milliarden Dollar für die Zinsen zu berechnen, im Jahr 2024 wären es dann schon mehr als 900 Milliarden Dollar. Hebt die Fed den Zins wie geplant an, wären es bis zum Jahr 2024 schon 1,1 Billionen Dollar, die aus dem laufenden Budget für die Bezahlung der Zinsen aufgewendet werden müssten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind hoffnungslos überschuldet. Selbst jetzt in der Niedrigzinsphase und ohne offizielle Wirtschaftskrise ist es nicht möglich, auch nur annähernd einen ausgeglichenen Staatshaushalt vorzuweisen. Bei steigenden Zinssätzen für die Schulden wird es noch schlimmer. Schlussendlich wird es nur noch zwei Möglichkeiten geben, wie man damit umgeht:

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1. Staatspleite anmelden: Wenn Washington die Schulden und Zinsen nicht mehr bedienen kann, bleibt nur noch die Erklärung des Bankrotts übrig. Sämtliche Inhaber von Staatsanleihen und sämtliche Kreditgeber würden so um ihr Geld umfallen.

2. Die Inflation stark anheizen: Die Fed könnte auch anfangen, den Staatshaushalt mehr oder weniger komplett mit der Notenpresse zu finanzieren. Das würde die Inflationsrate massiv nach oben treiben und so dazu führen, dass die Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung wieder sinken (also entwertet werden).

Was bleibt ist die Frage, wie es danach mit dem US-amerikanischen Drang zur globalen Hegemonie weitergeht. Denn das bisherige Imperium kann nach solch einem Crash nicht mehr aufrecht erhalten werden.

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