Österreichs Grüne: Lunacek geht nach Peru – nach der Politik

Die Spitzenkandidatin und neue Parteichefin der Grünen, Ulrike Lunacek, hofft darauf, dass Peter Pilz doch keine eigene Liste gründen möchte.  Im Gespräch mit Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl am Sonntag in "Frühstück bei mir" sprach sie auch über ihre lesbische Beziehung und ihr zukünftiges Leben in Peru – nach der Politik.

Von Redaktion

"Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich hab‘ ihn auch angerufen, ich hab‘ mit ihm gesprochen, wir haben ausgemacht – auch vergangenen Mittwoch noch – dass wir uns Mitte oder Ende Juli noch einmal zusammensetzen. Ich hoffe immer noch, dass Peter Pilz mit mir wahlkämpfen wird.“ Den düsteren Prognosen, dass die Grünen im Fall einer Liste Pilz nicht einmal mehr einen Einzug ins Parlament schaffen werden, will sie keinen Glauben schenken: „Das kann und will ich mir nicht vorstellen. Ich glaube es auch nicht. Ich bin immer noch zuversichtlich und ich weiß, was ich kann. Ich weiß auch, was die Grünen können.

Wir haben jetzt auch Listen gewählt mit ganz vielen neuen Leuten. In den letzten Monaten – wie oft mussten wir uns anhören, das sind zu viele ‚Eisenhintern‘ und alte Funktionäre, die beißen die Jungen raus. Und jetzt haben wir sozusagen viele kompetente, jüngere Leute dabei – jetzt heißt es: Wir haben die alten nicht gewählt.“ Der „Aufdeckungsbereich“ – wie Ulrike Lunacek bekräftigte – sei auch durch andere abgedeckt. „Es gibt andere, die das auch können. Gabi Moser und Werner Kogler, die haben das bisher mit Peter Pilz gemeinsam gemacht und viel von ihm gelernt.“

Lunacek betonte im viertem Ö3-Sommergespräch – nach Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache -, dass sie den drei Kanzlerkandidaten, die viel an Aufmerksamkeit auf sich ziehen, „nicht das Feld überlassen möchte. Ich bin eine Frau, die einzige Frau an der Spitze, das wird mir helfen, auch als Feministin – als Frau, die vor knappen 40 Jahren das Frauenhaus in Innsbruck aufgebaut hat. Ich bin einiges auch an Härte gewöhnt und wir werden eine Kampagne machen, bei der wir die Themen in den Vordergrund stellen.“

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Der „Inszenierung des Privatlebens“, das in diesem Wahlkampf immer wieder Thema ist, möchte die offen lesbisch lebende Politikerin kein großes Gewicht geben: „Ich bin da sicher auch vorsichtiger. Außerdem ist das so, dass meine Lebensgefährtin in Brüssel lebt und arbeitet, die wird auch nicht die ganze Zeit hier sein. Sie ist sehr zurückhaltend.“  Das Bekenntnis zu ihrer Homosexualität sei für sie auch politisch – derzeit steht ihr Kampf für die „Ehe für alle“ im Mittelpunkt: „Den jungen Herrn Kurz, der mit Regenbogenparaden aufgewachsen ist, habe ich schon oft aufgefordert, er soll einfach ja sagen. Es tut nicht weh, kostet nichts.“

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Sie selber habe als Teenager akzeptiert lesbisch zu sein, erzählte die grüne Spitzenkandidatin sehr offen: „Es war bei einem Frauenfest, da saßen dann zwei und schmusten miteinander, und ich hab so hingeschaut und hab mir gedacht: Warum bin ich da nicht schon früher auf die Idee gekommen? Also ich hab für mich selber so eine Selbstverständlichkeit dabei gehabt, auch mit dem Unverständnis, wie da irgendjemand was dagegen haben könnte. Und das hat mir auch sehr geholfen. Ich verstehe es bis heute nicht, warum da wer ein Problem damit hat.“

Die Fernbeziehung wird auch nach der Wahl bleiben – Lunaceks Lebensgefährtin bleibt in Brüssel, wo sie für die Organisation „Education International“ arbeitet, auch wenn Ulrike Lunacek ihr EU-Mandat aufgeben wird und in den Nationalrat zurückkehrt. Sollte es zur Verpartnerung kommen, dann wollen die beiden dafür nach Peru gehen: „Dann kann auch die Familie meiner Lebensgefährtin dabei sein.“ Nach der Politik möchte Lunacek auch Österreich verlassen -zumindest für eine Zeit: „In zehn Jahren möchte ich eine Zeit lang in Peru leben und Bücher vom Spanischen ins Deutsche übersetzen.“

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Aber warum muss Lunacek zuvor noch in Österreich die Politik und vor allem die Gesellschaft verunstalten, wenn sie schon jetzt ihren Traum vom Auswandern leben könnte?

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10 Kommentare

  1. Da fragt man sich, um was es eigentlich geht. Gehts um Österreich, um die Daseinsberechtigung einer hinter den Ohren grünen Neureichenpartei, um eine individuelle Karriere, um ein Frauenschicksal oder um ein Aussteigermodell auf Teufel komm raus ?

    Was will die ? … kaputtmachen und abhauen ? …. beweisen, wir sind alle eine Welt, Peru ist überall ?

    Die armen Peruaner, gehört sowas Weltfremdes nicht richtigerweise auf den Mond –  Mondkalb schickt sich an Lamas zu erschrecken und das schimpft sich dann grün – verkehrte Welt !

    1. Was die will? Ist doch einfach: Ordentlich abkassieren, bevor sie aus der Trümmerlandschaft abhaut. Solche Ratten verdienen ohne Ankündigung den von hinten aufgesetzten Erlösungsschuss!

    1. … die hat sich ausgerechnet, dass ihr unsere Starthilfe noch nicht ausreicht, bis sie ins Gras beißt. Madame, will nämlich in Peru eine auf reiche Europäerin machen, dies natürlich Standesbewusst.

      Soll heißen, Madame flaniert unter den Andenbewohnern als Althippie mit Leidensmine ob der furchtbaren hygienischen Zustände, gibt nach Gutmenschart großzügige Trinkgelder für Speis und Trank auf dem Wochenmarkt, schlurft in Jesuslatschen zu ihrer überdimensionierten Finka zurück, auf der sie nach Gutmenschart arme peruanische Kinder beschäftigt und freut sich Abends bei einem politisch grünkorrekt angebauten Weinchen über ihren üppigen Kontostand, den sie uns vorher aus den Rippen geleiert hat !

      Das sind Leute mit denen kannste einfach nix mehr anfangen, die sind so in ihrer Welt verstrickt, die gehörten eigentlich in die Klappse !

  2. Kürzlich gab es im Fernsehen eine Dokumentation über den aus Trier stammenden Unsymphaten Karl Marx, der nach Fertigstellung seines Werkes gesagt haben soll, daß wenn das so kommen würde er das Land mit seiner Frau verlassen würde.

    Und heute stehen in Hamburg Leute mit roten Hammer und Sichel Flaggen und vordern den Kommunismus.

     

    Und da sagen einige Menschen, daß de Mensch sich vom tier unterscheiden würde, weil er Erfahrungen (Mißerfolge) nicht selbst machen müsse, sondern sie auch durch Überlieferungen übernehmen könne. Nach dieser definition haben wir es bei den Fahnenträgern entweder nciht mit Menschen zu tun oder aber diese Wesen ignorieren das "Schwarzbuch des Kommunismus" einfach:

    Nur noch mal zur Erinnerung:

    Sowjetunion: 20 Millionen

    Volksrepublik China: 65 Millionen

    Vietnam: 1 Million

    Nordkorea: 2 Millionen

    Kambodscha: 2 Millionen

    Osteuropa: 1 Million

    Lateinamerika: 150.000

    Afrika: 1,7 Millionen

    Afghanistan: 1,5 Millionen

    die internationale kommunistische Bewegung und kommunistische Parteien ohne Regierungsmacht: um 10.000.

    1. Ja, genauso wie in Chile nach Pinochet die Sozialistische Internationale zuegellos ihre Theorien ausbreiten konnten. Arme Leut vor Ort.

      Theorien, die hier nicht aufgehen und erst recht nicht in Laendern armer Volkswirtschaften, die sich erst mal was erwirtschaften muessen, funktionioniernde Geschaeftsablaeufe zu zementieren haben, bevor sie gross ans Verteilen uebergehen koennen.

  3. Geschwaetziges Frauenzimmer. Nach Peru haette sie vorher gehen sollen, und danach, nach ihrer Rueckkehr aus Peru in den polit Wiener Delikatessenladen der  Oesterreichischen Politik sich einbringen.

    Sie meint, sie weiss was sie kann u. damit sei es Genueg getan. Bitte, fahr ab, Oesterreich atmet auf, wenn sie von der Bildflaecche sind.

     

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