Das russische Eisenbahnnetz.

Das russische Eisenbahnnetz gilt mit seiner Spurweite als wegweisend, um so Frachtzüge mit hohen Geschwindigkeiten über den eurasischen Kontinent transportieren zu können.

Von Viribus Unitis

Wie berichtet wird der Bahnverkehr zwischen z. B. China und Europa – bis nach Madrid und London – immer mehr ausgebaut. Nun, das Bahnnetz weltweit kennt verschieden Spurweiten und man darf sich fragen, warum sich denn ausgerechnet die russische Breitspur durchgesetzt hat?

Nun könnte man meinen, die Russen hätten Europäer und Chinesen irgendwie in den Griff bekommen, um ihren "Breitspur"-Standard gegen die "Normalspur" von Europäern und Chinesen durchzudrücken. So war es nicht. Es regiert die Physik. Durchgesetzt hat sich in diesem transkontinentalem eurasischen Frachtgüter-Hochleistungs-Bahnverkehr die russische 1520mm-Breitspur, weil sie technische Vorteile hat.

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Wenn die Spur breiter ist, ist die Auflagefläche breiter. Das bedeutet: man kann höhere Geschwindigkeiten fahren, ohne eine Entgleisung befürchten zu müssen. Ob nun auf gerader Strecke oder in Kurven, man kann schneller fahren. Das ist kein russisches Polit-Märchen, oder Putins Eisenbahn-Technik-Terror, sondern schlicht Physik, also gegebenes Naturgesetz. Deshalb hat sich die russische 1520mm-Breitspur gegen die in Europa und China übliche 1435mm Normalspur durchgesetzt.

Gut könnten nun manche sagen, je breiter die Spur desto besser, warum hat man dann nicht die "indische" Breitspur mit 1676mm genommen, die, von den Briten eingeführt, in Indien, Sri Lanka, Bangladesh und Pakistan üblich ist. Sogar in Südamerika – Chile und Argentinien – hat man diese Spurweite, warum nicht auch in Eurasien?

Naja, das wäre den Russen dann doch zu weit gegangen. Eine Hauptstrecke des transkontinentalen transeurasischen Güterverkehrs ist z. B. die Transsibirische Eisenbahn, mit 9.288 km die längste Eisenbahnstrecke der Welt. Die Russen hätten diese und andere Strecken in ihrem Bereich, also Russland und den GUS- Staaten, umbauen müssen. Astronomische Kosten wären entstanden. Wer sollte das bezahlen, wer hat so viel Geld?

Das führt zu einer logistischen Aufgabenteilung. Die lokalen Strecken in Europa, China oder auch Indien dienen nur dazu, die Güter zu den Hauptstrecken zu bringen. Auf den Hauptstrecken werden dann Geschwindigkeiten von mehr als 150 km/h mit den Güterzügen gefahren.

Manche werden sich fragen, wie geht denn das – die fahren auf den Hauptstrecken mit 1520mm, aber die Hauptstrecken führen nicht bis z. B. London. London wird von Europa mit einer 1435mm Euro-Normalspur über den Ärmelkanaltunnel angefahren. Nun, Bahnwaggons kann man mit verschiedenen Spurmöglichkeiten ausstatten. Es gibt dann Bahnstationen, die an Bahnwaggons die für den Spurwechsel ausgestattet sind, diesen Spurwechsel durchführen. Am beliebteten ist das "Talgo"-Verfahren.

Russland setzt die Standards auf dem Eurasischen Kontinent. Nicht nur bei Eisenbahnen.

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5 KOMMENTARE

  1. Darauf einen dreifachen Vodka-Putinoff!

    So nützlich und erforderlich das schienengebundene Gütersystem von China über Russland nach Europa auch ist, am besten man würde sich auf die Spurbreite einigen, die China und Europa gebrauchen!

    Bei Güterverkehr kommt es nicht auf Hochgeschwindigkeit an! Er ist ja schon wesentlich schneller als der Schiffsverkehr! Das neue Seidenstraßenprojekt ist wichtig für den eurasischen Handel, damit man unabhängig von auf den Weltmeeren verursachten Krisen ist.

    Zudem wurde China in einem ähnlichen Beiträg bereits als das "Mutterland" des eurasischen Handels bezeichnet, Russland ist bis jetzt "nur" Durchgangsstation!

     

  2. Sie sollten nicht soviel saufen, denn Ihr eurasischer Traum mit "Durchgangsland" Russland hat einen entscheidenden Denkfehler:

    Die Initatoren und somit die Köpfe sind Russland & China (zig Verträge wurden in den letzten 12 Monaten geschlossen), realistisch angedacht wird im Augenblick die Erweiterung Richtung Iran. Zumal sich das Seidenstrassenprojekt dieser beiden Großmächte nicht nur auf das Verlegen von Gleisen beschränkt. Gerade entsteht an der russisch-chinesischen Grenze ein neuer, riesiger Produktions- und Logistikkomplex.

    Die EU sonnt sich lieber in althergebrachtem Militarismus und Sanktionen. Merkel und Konsorten haben den Knall noch  nicht gehört bzw. nicht verstanden. Da scheint selbst Trump eher durchzublicken.

  3. Besser als die russische Breitspur wäre noch die iberische Breitspur, die ist wirklich schon etwa leistungsfähiger und kompatibler zur Normalspur, weil sie ein Dreischienengleis erlaubt – die russische Breitspur nicht. Die Russen etc haben andere Lichtraumsprofile und Normen. Darauf kann man etwa prima Doppelstockwagen bauen, in Europa ist das nicht wirklich komfortabel. Auch die USA haben bei Normalspur andere Normen. Die Achslast zu reduzieren wie es in die Europäer aus Kostengründen gerne tun ist m.E.- ein Irrweg. Die USA und Canada haben etwa eine Hochleistungslokomotive für elektischen und dieselelektrischen Antrieb und das als Vierachser. In Westeuropa nicht denkbar, da viel zu schwer. Auch die Zuglänge ist da so ein Thema wo die Europäer die technischen Möglichkeiten eben nicht ausnutzen. Auch das Thema Kupplungen stellt sich da, die normalen Kupplungen in Europa können einfach zu wenig Kraft übertragen und sind aufwendig händisch zu kuppeln. Bei den Eisenbahnspurweiten haben wir leider eben auch immer noch Altlasten aus der Kutschenzeit, das betrifft auch die russische Breitspur. Indische Breitspur, 2m Spur (auch das gabs es mal) oder auch die Ideen der Nazis mit 3m sind da nicht so abwegig, die Probleme mit den Kurvenradien sind heute etwa mit dem Talgosystem lösbar. Und kurvige Gebirgsbahnen baut man heute au8er für Touristen und Nahverkehr eh nicht mehr – hoffen wir dass etwa die Ischlerbahn wieder einmal kommt und andere Projekte in den Alpen. Aber für hohe Geschwindigkeiten muss man durch den Berg und über die Täler bauen, enge Kurven kommen also ohnehin nicht in Betracht. Die Amerikaner bekommen übrigens auch zwei Container übereinander und der Fahrdraht hängt eben etwas höher – auch Flugzeugrümpfe werden so transportiert.

  4. Der ganze Artikel basiert auf einer falschen Behauptung, denn die russische Breitspur hat sich nicht gegen die Normalspur durchgesetzt. Die schnellsten Züge der Welt fahren auf Normalspur und nicht auf irgendeiner Breitspur. Die physikalischen Vorteile der 85mm größeren Spurweite sind verschwindend gerimg. In einem normalspurigen Netz die Hauptstrecken auf russische Breitspur um zu bauen wäre nicht nur enorm teuer, sondern hätte viel mehr Nachteile als Vorteile. Kein Land der Welt hat derartige Pläne.

  5. Wenn schon wären nocb breitere Spuren sinnvoll. Das Problem bei der russischen Breitspur ist auch dass hier kein Dreischienengleis möglich ist, weil die Differenz zur Normalspur zu gering ist. Die russische Breitspur hat geringe Vorteile gegenüber der Normalspur, dennoch ist auch auf der Normalspur viel möglich, wie man etwa in Nordamerika aber auch andernorts sieht. Selbst die Meterspur und sogar die „Halbspur“ bosnische Spur ist rtelativ leistungsfähig, wie man in Österreich und ehemals österreichischen Gtebieten sieht. Chinesen wie Spanier verwenden aber im HGV Normalspur …

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