Verschiedene Währungen. Bild: Flickr / epsos.de CC BY 2.0

Korea will die Münzen abschaffen, Thailand und Indien wollen die Menschen zum ePayment drängen, China bastelt an einer digitalen Währung und in den USA und in Europa geht die Verdrängung von Bargeld ohnehin schon weiter.

Von Marco Maier

Quer über den Globus versuchen die Regierungen immer mehr Kontrolle über die Bürger zu erhalten, indem sie neben der alltäglichen Bespitzelung vor allem auf die monetären Flüsse schielen. Digitales Geld hat eben im Gegensatz zu Bargeld die Eigenschaft, problemlos kontrolliert und besteuert werden zu können. Auch ist die Umsetzung von Negativzinsen so kein Problem mehr, zumal eine Flucht ins Bargeld damit faktisch unmöglich gemacht wird.

In vielen europäischen Ländern und in Nordamerika ist das Bargeld ohnehin schon auf dem Rückzug, während Kartenzahlungen und andere mobile Bezahldienste boomen. In Indien versucht die Regierung ebenfalls, die Menschen sukzessive zum Verzicht auf Bargeld zu drängen. Der Austausch der alten 500er und 1.000er und die Ausgabe von neuen 500ern und 2.000-Rupien-Scheinen ist da nur Makulatur.

In Korea reifen derzeit Pläne, das Land zu einer "münzlosen Nation" zu machen. So soll man künftig bei Barzahlungen in Geschäften das Wechselgeld auf eine Geldkarte gebucht bekommen. Die Bank of Korea kündigte erst am 21. November an, im Laufe des ersten Halbjahres 2017 solche Karten bei den Geschäften in Umlauf zu bringen.

Auch in Thailand setzt die Militärjunta auf das sogenannte ePayment und offeriert sogar ein Gewinnspiel, bei dem man eine Million Baht gewinnen kann. Vor allem geht es der Regierung darum, die Schattenwirtschaft einzudämmen und die Steuereinnahmen so um 100 Milliarden Baht jährlich zu erhöhen. Auch würden Banken und Unternehmen so jährlich 75 Milliarden Baht an Kosten einsparen, die sich durch den Bargeldverkehr ergeben, so Finanzminister Apisak Tantivorawong. Angesichts dessen, dass 80 Prozent der Transaktionen im Land in bar und mit Schecks abgewickelt werden, ist dies ein ambitioniertes Vorhaben.

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Auch in China gehen die Arbeiten an einer neuen digitalen Währung weiter. Zudem wachsen im Reich der Mitte die unbaren Zahlungen jährlich mit einer Rate von rund 40 Prozent an. Insbesondere in den großen Ballungszentren wie Shanghai, Shenzen und Peking setzen Menschen und Unternehmen immer mehr auf bargeldlose Bezahlmethoden. China hat inzwischen weltweit den höchsten Bevölkerungsanteil von Nutzern mobiler Zahlungsformen via Smartphones.

Wie man sieht, greift die Abschaffung des Bargelds immer weiter um sich. Teils von den Regierungen aktiv gefördert, teils von den Unternehmen erleichtert und teils von den Menschen aus Bequemlichkeit so durchgeführt. Doch dass man so sukzessive seine Freiheit aufgibt und sich der Willkür von Regierung und Finanzindustrie ausliefert, kommt dabei wohl kaum jemandem in den Sinn.

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9 KOMMENTARE

  1. Die Regierungs- und Bankengeier werden erleben

    … dass sich eine neue Währung etabliert, mit der das Volk untereinander handelt.

    So ähnlich wie damals, als man auf dem Balkan mit DM besser bezahlen konnte wie mit den Landeswährungen.

    DIESE Alternative ist dann aber weder kontrollier- noch steuerbar, und Steuern werden damit auch nicht gezahlt.

    Na ja, diese "Eliten" scheinen ihre Füße zu hassen – sonst würden sie nicht immer darauf schießen.

  2. Der Titel ist falsch: "Immer mehr Länder bekämpfen das Bargeld" soll heissen:

    "Immer mehr Regierungen rund um den Globus bekämpfen das Bargeld", dies ganz im Sinne der USrael-Oberclique und gegen die Bevölkerungen ihrer Länder. Will heissen, diese Regierungen stellen sich ganz klar als Feinde ihrer Bevölkerungen auf.

  3. Gerade jetzt nach dem Italien-Referendum besteht die Möglichkeit eines recht schnellen Zusammenbruchs des Euro-Systems. Die daraus resultierenden Verwerfungen (Bankenzusammenbrüche, Staatsbankrotte) werden Bargeld nicht nur hierzulande wieder unverzichtbar werden lassen; soweit die gute Nachricht.

  4. Super Sache, wenn bei Stromausfall niemand mehr auch nur eine Kleinigkeit bezahlen kann.

    ++++ Strommast umgefallen ++++ Menschen verdurstet ++++ Supermärkte bleiben geschlossen ++++ Tankstellen können nicht abrechnen ++++ Gesamte Infrastruktur stehengeblieben ++++ Autos in Parkhäusern gefangen ++++

    Das wird erst noch was werden. Ich freue mich.

    • Darum auch der Auf unerer Re GIER ung, sich mit Lebensmittel zu bevorraten 🙂

      Ich würde allerdings auch Tauschobjekte vorschlagen

  5. Die privaten Banken bekommen mit der Abschaffung des Bargeldes praktisch 100% Anspruch auf den Gegenwert aller Arbeit der Menschen.

  6. Hier die besten Argumente für das Bargeld! Und die kommen vom Vorstand der Deutschen Bundesbank, Carl-Ludwig Thiele. (Siehe Link unten)

    Skandalös ist jedoch die Leistung des Moderators von WDR 5, der dieses Hörfunkinterview heute Morgen mit dem Banker geführt hat. Alle seine Fragen bezogen sich auf die "Vorteile" der nichtbaren Zahlung. Keine Frage zu den Vorteilen von Bargeld!

    Das Interview hat mit objektiven Journalismus nichts mehr zu tun und ist offensichtlich interessengeleitet – und zwar gegen die Interessen der Deutschen. Diese Interview ist Agitation und Propaganda in Reinkultur!

    Bitte reinhören, auf Überschrift des Intervies klicken und los!

    http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/morgenecho/index.html

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