Polens Scheitern beim antirussischen Kriegsspiel beweist, dass ein Paradigmenwechsel notwendig ist

Polens angebliches Scheitern bei den antirussischen Kriegsspielen im letzten Monat beweist, dass das Land die eurasische Großmacht in einem konventionellen Konflikt nicht besiegen kann, was somit einen Paradigmenwechsel im Denken über die Zukunft der gegenwärtigen Politik Warschaus gegenüber dem Nachbarn anregen sollte.

Polens wenig überraschende, katastrophale antirussische Kriegsspiele

Anfang dieser Woche häuften sich die Medienberichte, wonach Polen seine jüngsten antirussischen Kriegsspiele im letzten Monat katastrophal verloren habe, so dass die Übung angeblich damit endete, dass Moskaus Streitkräfte an den Ufern der Weichsel nach nur fünf Tagen virtueller Feindseligkeiten um die Kontrolle über Warschau kämpften.

Dies ist nicht so genannte “russische Propaganda”, wie einige instinktiv behaupten könnten, wie sie in der Regel als Reaktion auf jede “politisch unbequeme” Entwicklung, die in Europa passiert heutzutage tun, aber darüber wurde sogar vom The Center for the National Interest berichtet, einem prominenten US-Think Tank.

Scott Ritter von RT und Patrick Armstrong von der Strategic Culture Foundation schrieben ebenfalls aufschlussreiche Kommentare zu diesen Berichten und argumentierten, dass sie zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden könnten bzw. dass Polen als amerikanische Laborratte missbraucht wird. Dies sind nachdenklich stimmende Beobachtungen, aber was benötigt wird, um ein vollständigeres Bild der Situation zu erhalten, ist ein glaubwürdiger Aktionsplan für Polen, dem es in Zukunft folgen kann, ergo der Zweck dieser Analyse.

Eine längst überfällige Lektion

Die längst überfällige Lektion, die aus Polens gemeldeter Niederlage im letzten Monat gelernt werden muss, ist, dass das Land Russland in einem konventionellen Konflikt nicht besiegen kann, nicht einmal mit hochmodernen amerikanischen Waffen, wie sie bei der Übung in das Szenario eingebaut wurden, obwohl sie noch nicht einmal geliefert wurden.

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Obwohl es die empfindliche polnische Psyche trösten mag, zu wissen, dass sie solche Waffen in ihrem Besitz haben, haben sie sich bisher als unfähig erwiesen, ihren beabsichtigten Zweck zu erfüllen, nämlich die Abschreckung einer so genannten “russischen Aggression” für den extrem unwahrscheinlichen Fall, dass sie jemals stattfindet.

Auch wenn es verständlich ist, warum Polen historisch gesehen Russland misstraut und die meisten Menschen auf der Welt mit dem Spruch vertraut sind, dass sich “die Geschichte wiederholt”, gibt es keine glaubwürdige Chance, dass die eurasische Großmacht heutzutage in das mitteleuropäische Land einmarschieren wird. Es hat wohl die militärischen Fähigkeiten dazu, aber die Absicht fehlt, sowohl aufgrund der Tatsache, dass ein Angriff auf ein NATO-Mitglied wahrscheinlich den Dritten Weltkrieg auslösen würde, als auch weil Russland ohnehin keinen Grund dazu hat.

Entlarvung des Mythos “Russische Invasion”

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Eine Analyse von Andrew Korybko

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3 Kommentare

  1. Bei allem Zwist in der Vergangenheit haben die Polen ähnliche Probleme wie die Deutschen, nämlich ihre Mittellage zwischen Ost und West und Nord und Süd, wobei die Randlagen in Europa wesentlich günstiger waren, blieb man doch etwas außerhalb des Focus und war nicht Aufmarschplatz oder Durchmarschgelegenheit nach allen Seiten.

    Diese geostrategische Position hat beide Länder immer in Habacht-Stellung gebracht und anstatt sich zusammen zu schließen um einen festen Block zu bilden, haben sie sich auch stets bekämpft und sich gegenseitig Schuldzuweisungen unterstellt und das, obwohl historisch betrachtet, die Ausgangslage zumindest in früheren Jahrhunderten nicht immer schlecht war, aber sie es trotzdem nicht geschafft haben, sich als vollwertige Nachbarn zu sehen um sich auch gegenseitig zu stützen.

    Im Gegenteil, die Interessen der umgebenden Länder waren immer darauf ausgerichtet, in Zentraleuropa keine Allianzen zuzulassen, die den eigenen Interessen zuwider liefen und so wurde Polen und Deutschland zum Spielball zwischen Ost und West und zuletzt hat man ja gesehen, wie Deutschland sogar zusammen mit Rußland über Polen hergefallen ist. was völlig kontraproduktiv war und den vorausgegangenen Verbindungen absolut im Wege stand.

    Es ist müßig die einzelnen historischen Gegebenheiten der letzten 800 Jahre aufzuzählen, wo man ja genau erkennen könnte, wie sich die Verhältnisse gewandelt haben und seit Ende des zweiten Weltkrieges hat sich ja auch nicht viel verändert, es ist nachwievor der Kampf um die Blöcke und wie das noch enden soll ist völlig schleierhaft, denn ein konventioneller Krieg in Europa wird niemand Glück bringen, das endet dann im Inferno und vermutlich wird dann wieder Deutschland, aber auch Polen im Zentrum des Geschehens liegen und krass gesagt, Irland wird wie immer außen vor liegen, das belegt ja schon deren Abseits-Lage und ist schon die halbe Miete für die eigene Sicherheit.

    Nun kann man den Russen ja viel unterstellen, aber sie haben sich nach 1989 vertragsgemäß zurückgezogen zum Preis der Auflösung der Sowjetunion und daß sie darauf bedacht sind, die anderen nicht zu nah an sich heran rücken zu lassen, versteht sich ja von selbst und das sollte man respektieren und nicht noch weiter den Teufel an die Wand malen, der sein Zentrum nicht in Moskau hat und das eigentliche Problem liegt ganz wo anders, wo man immer noch hegemoniale Absichten hegt und auch noch alte Rechnungen offen sind, die schon über 100 Jahre zurück liegen und den Urgrund darstellen, für die ewige Verdammnis eines Landes, was sich auch gewandelt hat und nicht mehr das ist, was es einmal war und das sollte man doch zur Kenntnis nehmen

    Damit gibt man ja keinen Freischein aus, aber realistische Betrachtung wäre angesagt um den Frieden in Europa zu sichern, weil das die Grundvoraussetzung für unser weiteres Bestehen ist.

  2. Die Polen träumen heute immer noch von ihrem riesigen Königreich, dass ihr Land 1600 A.D. umfasste. Es erstreckte sich im Osten bis an die Westgrenze des heutigen Russland.
    Eigentlich müssten die Länder Lettland, Litauen, Belarus und die Ukraine mit wachem Blick auf die Phantasien der Polen blicken, denn ihre Gebiete standen damals unter polnischem Machteinfluss.

    Zum Glück ist das ja nun Historie – aber im Abklingbecken der polnischen Seele ist es noch lebendig.

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