Beim „Steuern sparen“ sind fast alle Menschen gleich. Wenn man Steuern irgendwie vermeiden kann, dann tut man es. Die meisten kommen aber nicht drumherum, denn ihre Lohn- und Einkommensteuer wird automatisch einbehalten. Die Steuerrückzahlung erweckt dann den Anschein, dass der Staat aus reiner Großzügigkeit einem Geld aufs Konto überweist. Millionäre aber haben Steuerberater der besonderen Art. Diese Leute kennen sich aus und arbeiten in der Grauzone der Legalität. Michel Canals ist – beziehungsweise war einer von ihnen. 

Von Rui Filipe Gutschmidt

Man hat versucht Michel Canals zum Sündenbock zu stempeln. Wenn man gewisse Staatsanwaltschaft oder den Sensationsmedien Glauben schenken darf, dann sieht es fast so aus, als ob der langjährige Mitarbeiter der UBS als Mastermind hinter den kriminellen Machenschaften der Banker stehen würde. Doch das ist natürlich Blödsinn. Der 57-jährige Schweizer arbeitete 34 Jahre, zwischen 1975 und 2009, für die Union de Banques Suisse (UBS), wo er all die dunklen Geheimnisse der portugiesischen Millionäre erfuhr, die einen Teil ihrer Vermögen in die Schweiz brachten. Noch heute hält sich Canals an das Bankgeheimnis, dass in der Schweiz auf dem Niveau des Beicht-, Arzt- oder Anwaltsgeheimnis kursiert. Ohne Bankgeheimnis, so weiß auch Michel Canals, hätten die Eidgenossen nie ihren beispiellosen Wohlstand erreicht.

Als Michel Canals nach dem Verlassen der UBS sein Vermögensverwaltungsunternehmen Akoya gründete, muss er wohl mächtigen Leuten auf die Füße getreten sein. Schließlich nahm er unzählige der extrem wohlhabenden Kunden aus der USB mit in sein neues Unternehmen. Im Jahr 2012 wurde der erfolgreiche Finanzjongleur im Mont-Blanc-Prozess, einer der größten Steuerbetrugsskandale in Portugal, verhaftet. Doch der ehemalige Vermögensverwalter, der seither Probleme mit der portugiesischen Justiz hat, wurde wohl eher Opfer seines Talents. Denn Ricardo Salgado und der Espirito Santo Clan – seit je her eine der einflussreichsten Bankerfamilien Portugals – spielen meines Erachtens nach die Hauptrolle in dieser lusitanischen Tragödie. 

Die Weltweite Finanzkrise brachte erst in den USA, dann in Island, Griechenland, Zypern und schließlich auch in Portugal die Bank(Karten)Häuser zum einstürzen und so kamen Unmengen an faulen Krediten zum Vorschein, die sich die hohen Herren nicht selten gegenseitig gaben und bei denen Immobilien unverschämt überbewertet wurden. Schädliche Geschäfte stürzten die Banken – wie die Banco Espirito Santo (BES) – in den Abgrund und deren Rettungsversuche rissen ganze Staatshaushalte mit sich. Doch Michel Canals war gewiss nicht an dieser, unserer Misere schuld. Er tat das, was er bei UBS gelernt hat und was in seinen Kreisen so normal ist wie in meiner Jugend das Rauchen eines Joints. Verboten, aber ganz normal. Man darf sich nur nicht erwischen lassen. In seinem Exklusivinterview für Portugals Politmagazin „Sabado“ sagte Michel Canals daher, dass er nichts bereuen würde. Die Sabado war verständlicher Weise an den Machenschaften des portugiesischen Geldadels interessiert.

Ich bemühe mich derweil mehr über die Geschäfte der Schweizer Banken zu erfahren. Ich denke, dass Otto-Normalbürger gerne wüsste, wer so alles sein Geld in den Finanzinstituten der Alpenrepublik waschen lässt und wie – im Schongang, oder Kochwäsche… Mehr dazu, wenn es Neuigkeiten aus Entenhausen gibt.

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6 COMMENTS

  1. Vor dem Steuergesetz sind nicht alle gleich – manche sind gleicher

    Man muß sich in Erinnerung rufen, dass die westlichen Nationen von der reichen Oberschicht regiert werden. Diese schreibt die Steuergesetze.

    Dies führt in der Praxis dazu, dass sich die Reichen die Steuergesetze so geschrieben haben, dass sie prozentual weniger Steuern zahlen als die Putzfrau.

    Die Steuervermeidung erfolgt i.d.R. über gezielt in die Gesetze implementierte Schlupflöcher, die den Reichen die Steuervermeidung ermöglichen – der Putzfrau hingegen nicht.

    Die Superreichen zahlen netto überhaupt keine Steuern, sondern nehmen Steuern von der Bevölkerung – diese nennen sich "Zinsen".

    Steuergerechtigkeit ist ohne die Entmachtung der Reichen nicht zu erreichen.

  2. Steuern zu sparen ist an sich ja kein Verbrechen, sondern durchaus legitim. Der eigentliche Verbrecher ist der gierige Staat, der den Steuerbürger ausraubt.

    Früher galt mal der sog. 'Zehnte' als obszön und unmoralisch. Heute knöpft der gierige  Pseudo-Staat BRiD dem Steuersklaven rd., 75 Prozent (einschl. der Mehrwertsteuer)  seines gesamten Einommens ab, zum Wohle der Hochfinanzbankster und der ähäm…'Flüchtlinge', die wir ja dringend brauchen und die bekanntlich unsere ähäm…'Zukunft' sind.

    Die Einkommensteuer wäre ohnehin überflüssig, sofern der Staat sein eigenes, zinsfreies Geld herausgeben  würde. 

    Weder Amerikaner noch Deutsche kannten bis zum 1. WK eine 'Einkommensteuer'!

    Für die Amis änderte sich das mit Gründung der illegalen US-Fed, einem kriminellen privaten Banken Kartell und für die Deutschen nach dem verlorenen WK 1 als die Deutsche Reichsbank gleichfalls ähäm…'privatisiert' wurde.

    Man soll mir doch mal bitte erklären, warum der Staat über seine (private)  Bank zwar das Geld druckt, es dann zu einem gaaaanz, gaaaanz niedrigen Prozentsatz an die ähäm…'Märkte' gibt (also an die üblichen Verdächtigen) und es sich dann zu einem wesentlich hoheren Zinsatz (in der Regel zwischen 5-7 Prozent) von den ähäm…'Märkten' (also den intern. Finanziers) zurück leihen muss?

    Das nenne ich ein 'bombensicheres Sysem'!

     

  3. Steuersparer oder Steuerumgeher ist ein Bagatell-Delikt und zudem noch meist legal. Was viel wichter wäre – und was auch auf diesem Blog komischerweise kaum thematisiert wird – ist der massive Geldbetrug – inszeniert von einer kleinen Elite, hochkrimineller Hochfinanzbankster, die  das Falschgeldmonopol (seit Bretton Woods) und das Hütchenspielmonopol  (genannt Investmentbanking)  innehaben und aus schiere Luft Geld schöpfen,

    Fundstück

    Das Konstrukt der kapitalsten Lüge der Menschheitsgeschichte, das Fiat-Money-System, muss fallen, bevor  auch Presswursthosenanzüge,  Speichelsäufer und Rosettentaucher,  Hinterzimmerverräter und Frontfrauen der Denunziantenbüros und meine allerbesten Freunde,  die Vasallenmedienhampelmännerinnen und Roteteppichjunkies im Orkus der Zeit verschwinden.

    Selbstgestellte Fragen: Hoffst du darauf?  JJJJAAAAAAHHHHHHH!!!!!!!!!!!!  

    Glaubst du daran? Mmmrphhhchrrr….

    Könnte es mit der wetterfesten Atomfrisur aus Amiland nicht doch was werden? Oooochjjjjeinjachenpffhhh…………

    Und wie lebt es sich mit so klaren Vorstellungen?  Ziemlich beschissen,  aber es wird morgens immer wieder hell  und solange das nicht grell und blitzartig geschieht, halt ich mich an eins der Lieblingsgedichte meiner Mutter von Gottfried Keller.

    Hier die letzte Strophe für euch. 

    Doch noch wandl ich auf dem Abendfeld, 
    Nur dem sinkenden Gestirn gesellt; 
    Trinkt , o Augen , was die Wimper hält 
    Vom goldenen Überfluß der Welt

    Wenn das kein adäquater Trost ist…..

    • Nachtrag:

      "History records that the money changers have used every form of abuse, intrigue, deceit, and violent means possible to maintain their control over governments by controlling money and its issuance."  – US President James Madison

      "Die Geschichte sagt uns, dass die Geldwechsler jede Form von Missbrauch, Intrigen, Betrug und gewalttätigen Mitteln genutzt haben, um  durch die Kontrolle übers Geld und dessen Ausgabe  die totale Kontrolle über die Regierungen zu erlangen." – President James Madison

  4. Dieses Bündel an fundiertem Nichtwissen weiß nur eins: PORTUGAL.

    Der kann nur über Portugall schreiben. Mehr weiß der Herr Professor nicht.
    Und davon auch nur die Hälfte.

    Oder wird hier so ein moderner Roboter getestet? Das möchte ich dann auch nicht haben. Gähn.

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