USA: Immobilienkrise 2.0 im Anmarsch

Infolge der Corona-Lockdowns können mehrere Millionen Amerikaner ihre Mieten bzw. ihre Hypotheken seit Monaten nicht mehr bezahlen. Das wird mit einem weiteren Knall enden.

Von Marco Maier

Die Welt muss sich wohl auf eine neue Immobilienkrise, ausgehend von den Vereinigten Staaten, bereit machen. Denn infolge der Corona-Lockdowns und der rapide ansteigenden Arbeitslosigkeit fehlt es zig Millionen Amerikanern an genügend Geld um die Mieten beziehungsweise die Hypotheken für ihre Wohnungen und Häuser zu bezahlen.

In einer Gesellschaft, in der (ähnlich wie in den meisten europäischen Ländern) die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung am Limit lebt und sich kaum finanzielle Reserven schaffen kann, ist der Verlust des Arbeitsplatzes ein finanzielles Todesurteil. Vor allem auch deshalb, weil es in den Vereinigten Staaten keine solchen sozialstaatlichen Strukturen wie in Europa gibt, welche die finanziellen Verluste infolge des Verlusts des Arbeitsplatzes zumindest größtenteils ausgleichen.

So haben Umfragen vor einigen Tagen schon gezeigt, dass je nach Umfang der Lockdowns und der damit verbundenen verlorenen Arbeitsplätze bereits bis zu einem Drittel der Mieter ihre monatlichen Zahlungen nicht mehr leisten konnten. Angesichts dessen, dass viele Wohnungen und Appartments von institutionellen Eigentümern vermietet werden, könnte dies einige von ihnen zu Fall bringen. Aber das ist noch nicht alles.

Auch bei den Hypotheken droht großes Ungemach. So zeigt eine Umfrage von „Apartment List„, dass 32 Prozent der US-Haushalte in diesem Monat noch nicht ihre vollen Zahlungen leisten konnten. Genauer gesagt: 19 Prozent waren nicht in der Lage, auch nur einen Dollar zu zahlen, während 13 Prozent nur eine Teilzahlung machen konnten.

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Im Juni schon konnten 30 Prozent ihre Hypotheken nicht oder nur teilweise bezahlen, im Mai waren es 31 Prozent und im April 24 Prozent. Da sammeln sich ordentliche Rückstände an, die (sollte sich die US-Wirtschaft nicht bald wieder einigermaßen fangen) zu Millionen von Zwangsversteigerungen führen können.

Auch zeigen die Daten von „Apartment List“, dass Mieter noch öfter mit Zahlungen säumig bleiben. 36 Prozent von ihnen zahlten in diesem Monat entweder nicht (21 Prozent) oder nur teilweise (15 Prozent). Hier sind es den Daten zufolge vor allem die jüngeren Amerikaner in den urbanen Gebieten, die mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, während die älteren Menschen in ländlichen Gebieten ihren Verpflichtungen eher nachkommen können.

Wer sich noch an die Finanzkrise 2008/2009 erinnern kann, der weiß sicher auch noch, dass eine Immobilienblase als Auslöser galt, der das ganze Finanz-Kartenhaus zusammenfallen ließ. Und die Banken stehen immer noch nicht so gut da, als dass sie einen nächsten Schock wie diesen einfach so verdauen können. Das wird noch einen ordentlichen Rumms machen.

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