Trump weiß, dass die jetzige Geldpolitik nur Blasen verursacht. Seine Beraterin, Judy Shelton, gilt als Reformerin des Geldsystems, Trump als Gold-Freund. Kommt der Goldstandard zurück?

Von Marco Maier

Bezüglich der Lage auf den Finanzmärkten sagte Donald Trump noch: "Wenn die Zinsen wieder raufgehen, wird das nicht hübsch. Es ist eine große Bubble". Seine Beraterin, die Ökonomin Judy Shelton, die schon seit Jahren als scharfe Kritikerin des aktuellen Geld- und Finanzsystems gilt, dürfte hier eine tragende Rolle spielen. Denn im Jahr 2018, wenn die Amtszeit von Fed-Chefin Janet Yellen ausläuft, wird Trump eine passende Nachfolge finden. Jemanden, der auch mehr auf seiner (bzw. Sheltons) Linie liegt.

Denn, so seine Beraterin, Trump sei gar kein Freihandelsgegner. Allerdings könne es keinen fairen Freihandel geben, so lange jedes Land seine Währung nach Belieben manipulieren könne – was wohl auch ein Seitenhieb auf China ist, welches den Yuan künstlich niedrig hält. Dann beruft sie sich auch auf den Nobelpreisträger Robert Mundell und den früheren Fed-Chef Alan Greenspan und fordert die Rückkehr zum System stabiler Wechselkurse. "Wir brauchen eine fundamentale Evaluierung der globalen Geldordnung", so Shelton.

Im Auge hat sie dabei das beliebte Edelmetall Gold. "Es ist neutral und universell. Es transzendiert Zeit und Grenzen. Die meisten wichtigen Länder halten ihre Reserven bis heute in Gold. Ich will nicht zuviel reinlesen – aber das beweist, dass Gold kein Relikt ist", so Shelton weiter. Damit liegt sie wohl auch auf einer Linie mit Donald Trump, der selbst als Gold-Freund gilt. Er soll bis zu 200.000 Dollar in Goldbarren und -münzen besitzen.

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Angesichts dessen, dass insbesondere Russland und China ihre Goldreserven sukzessive aufstocken, wären diese beiden Länder ebenfalls Profiteure eines Währungssystems, welches auf Gold basiert. Allerdings müsste in diesem Fall der Preis für physisches Gold dramatisch in die Höhe schießen, zumal eine gewisse Golddeckung von Währungen nur in solch einem Fall möglich wäre. Immerhin ist die Goldmenge selbst massiv begrenzt und auch der Nachschub aus den Minen reicht nicht aus, um in absehbarer Zeit bei diesen Geldmengen ein entsprechendes Volumen an Gold zu fördern.

Schafft es Trump tatsächlich, das globale Geldsystem zu reformieren (bzw. eine solche Reform anzustoßen), dann wäre dies für die Gold-Fans eine wunderbare Entwicklung. Zwar wird bis dahin noch viel Wasser den Potomac hinunterfließen, doch die Aussichten sind eigentlich gar nicht einmal so schlecht.

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10 KOMMENTARE

  1. Die USA kann nicht auf Goldstandart umstellen, da sie viel mehr Dollars gedruckt hat, als ihrer Wirtschaftsleistung entspricht. Folglich kann sie auch nicht soviel Gold erwerben wie sie Dollar in Umlauf gebracht hat. Das Petrodollarsystem ähnelt einem Schneeballsystem und das stößt aktuell an seine Grenzen, daher die gewaltigen Staatsschulden.

    Frühere Regierungen haben es zugelassen, dass die Quelle der Staatseinnahmen, die Produktion zugunsten der Profite der Wallstreetkonzerne nach China verlagert wurde. Das ruinierte die Einnahmenseite des Staates. Gleichzeitig haben die Regierungen die Militärausgaben durch Irakkrieg und Co völlig überzogen. Damit haben sie die USA an den Rand der Insolvenz getrieben. Erstaunlich, dass die US-Administration soviel Dummheit aufbrachte.

    Trump will jetzt mit protektionistischen Maßnahmen die Produktion in die USA zurück holen. Doch da die Zinslasten des Staates schneller steigen als es die Produktion kann dürfte es für die USA zu spät sein, um der Insolvenz zu entfliehen. Am Ende wird es auf einen Staatsbankrott hinauslaufen.

    • ja so schaut's aus. Die USA, die im übrigen das Bretton Woods abkommen, also die Goldbindung, abgeschafft haben sind genau die die unter einer erneuten Einführung am meisten leiden würden weil sie kurz darauf Zahlungsunfähig wären, das Imperium auseinanderfallen.

  2. Nö, ich glaub, da habt ihr Marcos Text nicht verstanden.

    Hier eine einfache Gleichung :

    Wenn 1000 US$ im Umlauf wären, denen Gold im Wert von 10 US$ gegenüber stünde, dann fördert man nicht mehr Gold bis die Goldreserven die Dollarmenge decken, sondern man gleicht den Goldwert der Dollarmenge an.

    Das machte Goldbesitzer unvorstellbar reich !

    Deshalb wird man zweierlei tun können :

    Man hebt den Goldwert wie oben beschrieben an, senkt den Dollarwert und trifft sich in der Mitte möglicher Aktionen.

    Nebenbei wird man die Geldmenge zurück fahren und Gold fördern so viel nur geht. Auch wird man Schuldenschnitte machen müssen. Etliche Bankhäuser werden schließen müssen und der Klassenkampf wird mächtig Fahrt aufnehmen – ganz klar, die abgezockten Volksvermögen wird die Elite nicht freiwillig rausrücken. Die bunkern das Vermögen, das dem Kreislauf fehlt.

    Das Ergebniss wird eine über viele Jahre andauernde, latente Weltwirtschaftskrise sein !

    Der Verteilungskampf zwischen Arm und Reich, geht jetzt erst richtig los. Das ist es, was ich meine mit : Es wird weh tun ! … das Finanzsystem auf "goldenen Boden" zu stellen.

     

     

    • …… naja.

      Meine Empfehlung, erst mal herausfinden was Geld ist bzw. welche Funktion es hat bzw. haben soll. Dann mit Wirtschafts und Gesellschaftsmodellen beschäftigen. Und zum Schluss noch mit menschlicher Motivation und Bedürfnissen.

      "Gold" :-))

      • … wenn das "naja" eine Kritik sein sollte, dann hab ich sie im darauffolgenden Text nicht verstanden.

        Könntest Du eindeutiger werden ?

      • es soll ja tatsächlich menschen geben, die der these glauben schenken, geld sei lediglich eine information , besser noch, eine preisinformation…..köstlich !  sie vergessen hierbei, das diese these nicht einmal für eine hypothese ausreicht und lassen es auch vollkommen unversucht, diese hypothese zu unterfüttern, geschweige denn zu beweisen, bauen aber hierauf (infogeld) gesellschaftsmodelle.

         

        geld ist was menschen (in der breite) als geld akzeptieren

  3. er soll ein Freund von Gold sein weil er 200 000  $ in Gold besitzt – das sind schlappe 6 Kilo…………… für einen Milliardär ?? ……..  also meinen Sie vielleich den Inhalt der Schatulle seiner heimlichen Liebhaberin ?

    selbst wenn der 600 Kilo hätte wären das peanuts für den – diese Aussage macht den ganzen Artikel unglaubwürdig,

    wenn er ein Liebhaber des Goldes  wäre, hätte er irgendwo 10 Tonnen Gold,…… suchen Sie danach, bevor Sie so einen Unsinn verzapfen !

  4. Spekuliert wird viel, wer wird schon wirklich wissen wieviel Trump an Edelmetallen vorrätig hat? Sowas erzählt man nicht mal seinen besten Freunden. Einfach mal abwarten was hier wirklich passiert. Jeder scheint es zu wissen und keiner hat eine wirklich zuverlässige Quelle was gehauen und gestochen ist.

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