Der Informationskrieg entthront den US-Präsidenten

Am Ende war es nicht die russische Regierung, wie Anti-Russland-Propagandisten im Westen behaupteten, sondern einheimische digitale Werkzeuge, die US-Führer Donald Trump zu Fall brachten. Damit verlor er nicht nur die Präsidentschaftswahlen 2020, sondern in seinen letzten Tagen im Weißen Haus auch den Zugang zu seinen geliebten sozialen Netzwerken, die Donald Trump oft für seine eigenen Interessen nutzte.

Die jüngsten Ereignisse in den Vereinigten Staaten haben gezeigt, dass das Internet und neue digitale Werkzeuge zusammen mit einer veränderten politischen Landschaft dazu beigetragen haben, dass Professionalität und Charakter eine immer geringere Rolle dabei spielen, ob ein Politiker gewählt wird oder nicht. Die digitale Revolution, die im Westen von den politischen Eliten initiiert und in der Folge gefördert wurde, führte zu einer Fragmentierung und Spaltung innerhalb der Gesellschaften und dazu, dass der Einzelne bestrebt ist, in seinen eigenen Netzwerken auf Social-Media-Seiten zu bleiben, um die Informationen auf seinen Smartphones und Notebooks auf eine für ihn bequeme Weise abzurufen und zu verarbeiten.

Auf seinem Weg zum US-Präsidenten begann Donald Trump zu Beginn seines Wahlkampfes 2016, all diese schönen neuen digitalen Werkzeuge aktiv zu nutzen. Er nutzte sie dann weiter (z. B. seinen Twitter-Account), um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Viele Kommunikationsexperten, Politiker und Journalisten hielten anfangs nicht viel von Donald Trumps Twitter-Nutzung. Dennoch war eine solche Kommunikationsstrategie die Geheimwaffe, die ihm zum Wahlsieg 2016 verhalf. Denn die amerikanischen Durchschnittswähler, vor allem die mit weniger guter Bildung, müssen Trumps Tweets als an sie gerichtete Botschaften angesehen haben, mit denen sie sich identifizieren konnten. Im Laufe der Jahre wurde es in den USA zur Norm, dass informellere und direktere Begegnungen mit Wählern (d. h. in Einkaufszentren, auf der Straße und an anderen öffentlichen Orten im Gegensatz zu Kundgebungen) den Kandidaten bei Wahlen zugutekommen.

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In diesem digitalen Zeitalter müssen Trumps Tweets also die gleiche Rolle gespielt haben wie Gespräche in einem informellen Rahmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sahen die Durchschnittswähler seine Twitter-Posts als Botschaften an, die an sie gerichtet waren und nicht an irgendwelche entfernten Eliten, mit denen man normalerweise über Medien kommuniziert, die nicht immer kostenlos zugänglich sind. Darüber hinaus könnten Menschen mit unterdurchschnittlicher Bildung die Kommunikation über Tweets bevorzugen, die in der Regel kurz sind. Die Tatsache, dass Donald Trump Twitter als sein wichtigstes Sprachrohr gewählt hat, hat einen durchschnittlichen US-Wähler wahrscheinlich darin bestärkt, ihn als „einen der Jungs“ zu betrachten.

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Eine Analyse von Vladimir Danilov

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2 Kommentare

  1. Nach dieser These müßten ja nur die Dummen die Worte von Trump als persönliche Nachricht übernommen haben, was doch sehr abenteuerlich erscheint, weil Twitter und Facebook von allen Gesellschaftsgruppen benützt wird, unabhängig vom Nachrichtenwert und da ist es doch immer besser man läßt sich gleich von höchster Stelle informieren oder infiltrieren, bevor man zweitrangig die anderen Medien als Echokammer benützt, weil deren Informationsgehalt doch stark angezweifelt werden kann und dann lieber gleich die Information von Schmidt und nicht von Schmidtchen.

  2. Ein höchst fragwürdiger Kommentar (Der sich Analyse nennt aber weit von einer Analyse entfernt ist) von einer Person die Trump ganz offensichtlich nicht besonders gerne leiden mag.
    Sie verorten unter seinen Wählern einen großen Anteil von dummen Menschen?
    Wie passt das bitte sehr damit zusammen dass die Analysen und Statistiken besagen das unter seinen Anhängern ganz besonders viele Mittelständler sind und eigenständige.
    Abgesehen davon sollte man die Intelligenz heutzutage nicht mehr bei den Universitäten suchen, dort gibt es nur noch Ideologie zu kaufen. Es ist wie hier in Deutschland mit der AfD, die ganze Zeit am Anfang wurde geschrieben dass nur die Dummen und Scheiss Nazis AfD Wähler/Mitglieder sind Bis dann irgendwann mal eine statistische Untersuchung ergab dass überdurchschnittlich viele studierte, Selbstständige und Mittelständler dabei sind.

    Die dumm Batzen mein Freund, die müssen Sie bei den Sozialisten suchen, neue Studien ergeben dass die Anzahl derjenigen mit einem IQ von 85 oder höher bei normalen Parteien 80 % und mehr ausmachen … bei den Linken sind es nur 60 %

    Ich frage mich wann ihr „Reporter“ endlich mal wieder von euren hohen Ross runter steigt und anfang wieder das zu machen was ein Journalist machen sollte, vorurteilslos berichten.
    Ihr seid nicht da um die Welt zu belehren und auch nicht eure Meinung kund zu tun, als Journalist hat man zu berichten und nichts anderes, haltet euch endlich mal wieder daran!!

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