Bricht Trump das US-Zweiparteiensystem auf?

Trump wird das Präsidentenamt trotz massiver Wahlfälschungsvorwürfe an Biden übergeben. Doch die Ära Trump scheint noch nicht vorbei zu sein.

Von Marco Maier

In den letzten Tagen der Trump-Administration machen sich erste Brüche breit. Während sich einige republikanische Politiker – darunter auch Vizepräsident Pence und Außenminister Pompeo – vom scheidenden Präsidenten abwenden, scharen sich andere um ihn. Auch getragen von den Umfragen, wonach ein Großteil der republikanischen Wähler von ihrer Partei wünschen, mehr wie Trump zu werden.

Für „The Donald“ ist die (wahrscheinlich auch vom Deep State fabrizierte) Wahlniederlage noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er eine „America First“-Bewegung gründen wird, die eventuell sogar in Form einer eigenen Partei bei den Wahlen (den sogenannten Midterm Elections) in zwei Jahren antreten könnte. Damit würden dann insgesamt drei Parteien Abgeordnete und Senatoren in den Kongress entsenden.

Doch das ist noch nicht alles. Ein solcher Schritt könnte den Weg zur Fragmentierung der US-Parteienlandschaft ebnen. Immerhin ist die Parteilinke um Bernie Sanders und Tulsi Gabbard mit den Mainstream-Demokraten um Biden und dessen Technokraten ebenfalls nicht zufrieden. Damit könnten bereits vier Parteien im Kongress sitzen und es Biden (und dessen Administration) schwer machen, überhaupt Mehrheiten zu finden.

Aber: die Macht des Zwei-Parteien-Apparates von Demokraten und Republikanern wäre damit deutlich geschwächt. Vielleicht wäre dies sogar der Anfang vom Ende des politischen Systems der Vereinigten Staaten wie wir es seit Jahrzehnten kennen.

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Insofern wäre die Wahlniederlage Trumps sogar etwas Gutes – weil sie den Zerfall des oligarchisch-plutokratischen Systems in den USA massivst beschleunigen könnte. Ein kreatives Chaos vielleicht.

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Wichtig wäre es nur, dass Trump möglichst viele gleichgesinnte Politiker um sich schart, die ähnliche Ziele haben. Also nicht solche Deep State-Figuren wie Pence, Pompeo, Bolton, Mnuchin & Co, sondern welche, die nicht aus dem Polit-Establishment stammen. Und wer weiß, vielleicht werden wir dies alles noch erleben.

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2 Kommentare

  1. Die Unzufriedenheit führt überall auf der Welt zur Entstehung neuer Parteien und ist nur in totalitären Staaten aussichtslos.

    Das alles hängt natürlich vom festen Willen der Protagonisten und ihrer Unterstützer ab und es soll ja Leute geben, die ihr Ziel vor Augen haben, trotz Niederlagen, um dann anschließend gestärkt daraus hervorzugehen und wer den Gegner und seine Machenschaften kennt, der rüstet sich entsprechend und das gilt für jede Opposition, wenn sie etwas verändern will und der größte Feind ist die Trägheit und fehlende Zuversicht, ansonsten kann man immer etwas bewegen, auch wenn es zunächst unmöglich erscheint.

    Nicht jedem ist die Führungsrolle angeboren, dafür gibt es ja andere und wenn die unterstützt weden ist das schon die halbe Miete, der Rest kommt dann von ganz allein.

  2. Eine optimistische und wünschenswerte Vision, allein sie scheint mir wenig realistisch. Erstens versteht sich Trump nicht als Politiker und vor allem wird es sich das Establishment nicht nehmen lassen, mit ihm abzurechnen und ihn hinter Gittern zu bringen, teils aus Rachsucht und um mit einem solchen Exempel Nachahmer abzuschrecken und teils um ihn zu neutralisieren, ehe er aus der Opposition heraus mit seinem Insider-Wissen wichtigen Figuren schaden kann. Hilary Clinton hat schon Klagen angekündigt, die von der gleichgeschalteten Justiz eilfertigst umgesetzt werden, während gegen sie gerichtete Anklagen nie zur Verhandlung kamen. Für Bidens Team wird es die vielleicht wichtigste und schwierigste Aufgabe werden, das Volk zu entwaffnen, denn noch kann es sich gegen einen Unrechtsstaat wehren und vermag Sezessionisten zu unterstützen. Allein die wage Möglichkeit, dass es mittelfristig zu einer Spaltung kommt, muss für die Herrschenden zutiefst beunruhigend sein.

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