Medien: Erdoğan wirft dem Westen Beihilfe zum Militärputsch in der Türkei vor

Presse- und Agenturberichten zufolge griff der türkische Präsident Recep Erdoğan den Westen scharf an und erhob schwere Vorwürfe. Der Westen unterstütze demnach weltweit den Terrorismus und fördere Putschversuche in Staaten, die nicht so wollen wie es die demokratische Welt will. Stützen kann sich Erdoğan hierbei auf verschiedene Enthüllungen aus den letzten 14 Tagen, die allerdings aus der Feder der westlichen Bücklings-Presse stammen, die nach wie vor das Märchen der Demokratie sülzt. Aber das Recht auf Heuchelei könnte hier bald ein Grundrecht werden.

Von Christian Saarländer

Es ist schon ziemlich vorhersehbar, wie westliche Leitmedien mit der Türkei und ihrem Staatspräsidenten umgehen. Im vergangenen November noch wurde über die Türkei und ihren Präsidenten noch sorgsam und relativ unkritisch berichtet, obwohl sich die Türkei in der Außenpolitik noch sehr aggressiv und unverhältnismäßig aufgeführt hatte. Angefangen mit dem Abschuss der russischen Su-24 im November bis hin zum Beschuss der syrischen Grenze leistete sich die Türkei ziemlich viel. Sabotageakte auf der Krim, die gemeinsam mit den Krim-Tataren ausgeführt wurden, wurden ohne Kritik hingenommen. Vorwürfe und Attacken erblickte man mehr darin, wenn Russland mit wirtschaftlichen Konsequenzen in Form von zivilen Sanktionen reagierte. Erst nachdem sich Jan Böhmermann ein strafrechtlich relevantes Schmähgedicht leistete und Erdoğan juristisch dagegen vorging, ging das Gesülze um die westlichen Werte wie Pressefreiheit und Kunstfreiheit wieder los. Auch Bundeskanzlerin Merkel stand in der Kritik, weil sie den Gerichten gewährte, über den Vorfall zu entscheiden. Aber dass in der Politik, egal welches Feld gerade tangiert ist, Menschenrechte und Demokratie nur ein Mittel zum Zweck sind, dürfte wohl klar sein. Der neue Kurs der türkischen Außenpolitik tangiert jedenfalls die geopolitischen Interessen, wie man aus dem US-Medium Mint Press News entnehmen kann.

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Im Juli kam dann der Putschversuch in der Türkei, wo man sich nicht einig war, wer die Hintermänner des missglückten Staatsstreiches sind. Für viele war es dann der Präsident selbst, der alles inszeniert haben soll, um einen Vorwand zu haben, seine Macht weiter auszubauen. Viele unabhängige Portale, unter anderem auch WikiLeaks, haben Indizien geliefert, dass der amerikanische Geheimdienst hinter allem stecken könnte, wobei man aber auch viele Leaks enthüllte, die belastend für Erdoğan sind. Andere Meinungen gehen davon aus, dass die NATO ihre Finger im Spiel haben könnte, also die Männer des Westens. Und genau diesen Vorwurf erhebt Erdoğan auch, wobei er auch die deutsche Justiz kritisierte, die es für richtig befunden haben, eine Live-Zuschaltung des Präsidenten auf der Großdemo in Köln zu verbieten. Man kann sowas auch Zensur nennen, denn diesen Vorwurf kriegt Erdoğan immer wieder von deutscher Seite zu hören. Ebenso der Vorwurf, dass die Türkei eine Diktatur sei, obwohl es keine stichfesten Beweise gibt, dass es bei der Wahl Erdoğans zum Staatsoberhaupt der Türkei zu groben Verfehlungen kommt, wie man sie neuerdings aus Österreich kennt.

Aber nicht nur Deutschland wurde von Erdoğan scharf kritisiert, sondern auch die USA dafür, dass der islamische Prediger Fetullah Gülen nicht in die Türkei ausgeliefert werde. Gülen und seine gleichnamige Bewegung wird unter anderem als Drahtzieher des Putschversuches gesehen, was dieser natürlich bestreitet. Die islamische Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation, weswegen sich der Geistliche lieber in den USA aufhält. Die Geschichte hat uns immer wieder gezeigt, dass die USA religiöse Führer gerne für sich nutzen, wenn es darum geht unliebsame Regierungen zu stürzen. Das beste Beispiel hierfür ist der Nachbarstaat Syrien, wo man jede Form vom von islamistischen Terrorismus unterstützt, um den unliebsamen Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen.  

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Anlass für Kritik an der Türkei existiert sicher und diese wurde auch immer wieder geäußert – sei es hier auf Contra Magazin oder anderen Portalen mit allen erdenklichen Ausrichtungen. Fest steht aber auch, dass man immer wieder von westlicher Seite Ansprüche an die Türkei stellt, ganz gleich ob man diesen Ansprüchen selbst gerecht wird. Bemerkenswert ist hier immer wieder der Vorwurf, dass die Türkei die Meinungsvielfalt nicht achte und willkürlich zensiere, während in Deutschland ehemalige Stasi-Mitarbeiter und Linksradikale jedem Blogger, der soziale Medien wie Facebook als Plattform nutzt, für jede Lappalie gerne monatelang zensiert. Passiert so etwas in der Türkei, dann ist das Theater in Deutschland groß, wenngleich weder Inhalt noch Ausrichtung des zensierten Inhaltes kennt und zeitgleich verkennt, dass in der Türkei sowohl Unruhen als auch Terroranschläge in der Vergangenheit keine Seltenheit sind und sich die Türkei auch nicht allzu weit entfernt von den Terrorhochburgen von Al-Kaida bis zum „Islamischen Staat“ befindet. Vielleicht sollte sich unser Justizministerium überlegen, Heuchelei als Menschenrecht ins Grundgesetz zu verankern, damit alles seine Ordnung hat.

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12 Kommentare

  1. Erdogan kann sich nur deshalb so dominant verhalten, weil er ausgeloten hat, dass er es in seinem gegnerischen politischem Umfeld mit Personen, gleich Politik-Schnapsdrosseln zu tun hat.

  2. Erinnert doch stark an die Schweinebuchtkonstellation mit Kuba! Wenn Erdogan schlau genug ist verläßt er die NATO und schließt sich Russland/China/ Iran an.

  3. Ich glaube, daß es  den meisten Menschen im Westen absolut gleich ist, wer in der Türkei regiert. Wir wollen nur die Ruhe von Unruhestiftern.Wir zwingen auch niemanden bei uns zu sein, holen niemanden  und haben niemanden hergeholt. Hat wer Probleme, soll der sich an die Busenfreunde of him wenden. Meine damit die Politfreunde. Könnten vielleicht manche von denen bei ihm in der Türkei bleiben und Beschützer sein. Ist doch schön friends bei sich zu haben. Könnte man im Westen sicher  manche  zum Schutz abstellen.

  4. Es geht hier ausschließlich um Geopolitik.Und jetzt, so ein Mist die Türkei scheint dieses dreckige Spiel nicht mehr mit zu spielen. Verbündet sich die Türkei mit Russland dann ist es aus mit der Kriegstreiberei und unsere Qualitätsmedien müssen sich neue Lügen einfallen lassen.

  5. Werft doch diese Typen aus der Nato raus, die sind ehedem nur wegen den Amis drinn und dann können sie sich ihrem osmanischen Reich widmen, es wird aber nicht mehr funktionieren, weil die anderen mittlerweile auch aufgewacht sind und die Vorherrschaft der Turkvölker nicht mehr akzeptieren wollen. Ergebnis: Irgendwann stehen die allein da und werden zwischen Rußland, Persien und den Nahostvölkern, einschließlich Israel und Ägypten aufgerieben. Das war dann der osmanische Traum des Führers aus der Istanbuler Stadtteilen, die alles andere sind als edel, und er wird dann mit seinen Träumen genauso hinweggefegt, wie es vielen anderen Aufstrebern nach der Macht auch schon erging. Viel Spaß, das Ende ist bereits heute abzusehen. 

    1. Um ehrlich zu sein, da sehe ich viel eher unser, das deutsche Ende gekommen.Für die Türkei kann Eretz Israel eine Gefahr sein, das haben die meisten Experten aber nicht auf dem Plan.

  6. So langsam geht diese verlogene machtbesessene Type Erdogan ganz mächtig auf den Geist. Er versucht, alle Mächtigen gegeneinander auszuspielen, dreht sich unverzüglich um 180°, wenn es sein muss. Jahrelang spielte er das Spiel mit der NATO mit, um seine Machtposition auszubauen, er begünstigte die amerikanische Privatarmee, den IS, der sein Geschäftssitz in der amerikanischen Botschaft in Ankara hat, profitierte vom gestohlenen Öl aus dem Irak, provozierte die Russen aufs Schärfste usw. Plötzlich macht er eine Kehrtwende, will mit den Russen packeln, macht sich offiziell die USA zum Feind und wie seine Wendehals-Mentalität noch alles verdrehen und despotisch regieren will, das werden wir in den kommenden Monaten noch erleben. Wichtig dabei ist auch, dass die Mainstream-Medien nun sich auf seine verzerrten Erklärungsmuster einlässt und ihn unterdessen verständnisvoll medial begleitet. Kurz, diesem ganzen Zirkus ist kein Wort zu glauben.

    "Erdogan ist ein Lügner, Intrigant, Opportunist und Wendehals der extremsten Sorte. Wer ihn irgendetwas glaubt oder ihn vertraut, ist ein naiver Volltrottel. Und das ist Putin ganz sicher nicht. Die Initiative für ein Treffen kommt allein von Seiten Erdogans, denn er will sich bei Putin einschleimen. Deshalb hat Erdogan einen Entschuldigungsbrief wegen dem Abschuss des russischen Kampfjets geschrieben. In einem Interview mit dem französischen Nachrichtensender France-24 am vergangenen Samstag sagte Erdogan, er hoffe auf ein Treffen mit Präsident Putin Mitte-August. "Jetzt verhandeln das türkische Aussenministerium mit der russischen Gegenseite darüber", sagte Erdogan. Das heisst eindeutig, es steht überhaupt noch kein Termin und Treffpunkt fest."

    Alles Schall und Rauch: Erdogan verwandelt die Türkei zum Islam-Faschismus http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2016/07/erdogan-verwandelt-die-turkei-zum-islam_25.html#ixzz4GL4kUk1O
     

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