Russland: Okkupant oder bedeutsamer Wirtschaftspartner des Baltikums?

Die baltischen Länder werden ihre feindselige Haltung gegenüber Russland wirtschaftlich enorm zu spüren bekommen. Denn Moskau disponiert zusehends um, auch was die Seehäfen betrifft. Ein Überblick.

Von Thomas Roth

Alles hat nicht erst gestern angefangen. Ich werde mit einem kleinen Exkurs in die Geschichte beginnen. Nachdem Hitler und Stalin sich 1939 geeinigt hatten besetzte die UdSSR das Baltikum und es setzte eine heftige Russifizierung ein.

Dabei ist die Rede davon, dass die SU, wie auch andere Imperien, die neuen Länder zu Anfang böse neu geordnet hat. Und da in diesen Republiken nichts Verwertbares – wie zum Beispiel Bodenschätze – vorhanden war und es tatsächlich nichts zu exportieren gab, so wurde mit der Industrialisierung angefangen. Und es wurden Dutzende von industriellen Objekten auf den baltischen Territorien aufgebaut. Sie wurden aufgebaut und gestartet. Und die Territorien, die bis dahin seit Ewigkeiten Hinterhöfe und Gemüsegärten anderer Imperien waren, wurden plötzlich verwandelt und fingen an, sich zu entwickeln. Sie haben sich gut entwickelt…

Besonders farbenreich wurde es demonstriert und dargestellt, nachdem die Republiken wieder einmal selbständig wurden – das heißt, nach 1991. Aber wir werden zur Frage der Unabhängigkeit ein bisschen später noch einmal zurückkehren, hier wird erst noch ein interessanter Aspekt zu besprechen sein.

Anscheinend ist in den baltischen Ländern das BIP pro Kopf der Bevölkerung von 1993 bis 2008 um das 3,6-Fache gewachsen. Wenn man es in Dollar pro Kopf der Bevölkerung angeben will, so sind es in Lettland 18.000, in Litauen 19.500 und in Estland 22.000 US-Dollar. In Russland hat sich das BIP nur verdoppelt und hat so 21.600 Dollar pro Kopf erreicht. Anscheinend stimmt auch alles logisch überein. Die "freigelassenen" Staaten haben den selbständigen Weg der Entwicklung und die Demonstration einer noch nie erfahrenen Größe der Wirtschaft begonnen.

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Jedoch geben Sie acht. Wir werden uns anschauen, auf wessen Kosten sich die Balten so erfolgreich entwickelten und dieses hohe BIP erreichten. Und es ist klar, dass das nicht auf Kosten der Sprotten, der intensiven Landwirtschaft und der eigenen landestypischen Industrie geschehen war. Die eigene Produktion wurde keine starke Seite der Balten, worüber sie aber nicht gern sprechen. Alles sah mehr als bescheiden aus, was nicht für Rubel oder Dollar produziert wurde.

Und die Kontersanktionen der letzten Zeit seitens Russlands haben sehr exakt nach diesem BIP geschlagen. Erinnern Sie sich noch an den Lärm in Europa? Die polnischen Äpfel, die moldauischen Pflaumen, die belgischen Birnen und so weiter? Von den Balten war irgendwie vor dem allgemeinen Hintergrund nichts zu hören, obwohl sie 60 bis zu 80 Prozent ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse nach Russland lieferten. Der Löwenanteil der Gewinne der baltischen Staaten bildete sich aus dem Geld, das sie von Russland bekommen haben. Das heißt, tatsächlich unterhielten die Russen die, die ihnen in aller Öffentlichkeit ins Gesicht spuckten. Das ist Realität. Ein Paradoxon, die Wahrheit?

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Und alles ist im Grunde total einfach. Niemand hat den Balten die Häfen abgenommen. Prächtig sind sie, die neu nach dem Krieg aufgebauten Häfen im Baltikum. Durch die der Frachtumsatz auf einen Umfang von ungefähr 100 Mio. Tonnen anstieg, für dessen Transport Russland den Balten bis zu 1 Mrd. Dollar im Jahr zahlte. Eine Milliarde ist wenig? Möglich.

Es stellt sich die Frage nach wessen Maßstäben das so ist. Nach den Maßstäben der baltischen Länder? Gut. Das sind fast 4,5 Prozent des für 1998 zusammengefassten BIP Litauens, Lettlands und Estlands. Später ist die Größe der Wirtschaft auch in Russland gewachsen. Folgerichtig wuchs auch der Export Russlands und zusammen mit ihm nahm auch der Umfang der Transporte über die baltischen Häfen zu. Nach den Ergebnissen hat diese Kennziffer 2014 144,8 Mio. t erreicht, einschließlich: Riga 41,1 Mio. t, Klaipeda 36,4 Mio. t, Tallinn 28,3 Mio. t und Wentspils 26,2 Mio. t. Und wo sind hier die Sprotten und die Milch, die eifrig ergänzenden Budgets der baltischen Länder?

Übrigens noch zum Thema Pipeline. Auf ihr sitzt Lettland. Riesig und modern nach den Maßen des Terminals in Wentspils. Eins von zweien in der UdSSR, durch die man außer dem Erdöl, zum Beispiel, auch Ammoniak transportieren konnte. Ein sehr teuerer Rohstoff übrigens. Das zweite Terminal ist in Odessa… Bis zum Jahr 2009 hat das Gesamtvolumen der Lieferungen des russischen Erdöles ins Ausland 246 Mio. t erreicht, von denen im Jahr 140 Millionen durch die baltischen Häfen floss. Das ist schon eine andere Hausnummer. Das ergibt 700 Millionen Dollar. Investitionsfrei! Ein ununterbrochen sprudelnder kostenloser Quell mit einem gleichmäßigen Geldstrom seitens "der Besatzer".

Gut, so viel zu dem Rohr. Aber es gibt noch mehr in den Häfen zu entdecken, es gibt auch den Transport der Meerescontainer. Dabei beträgt der Anteil Lettlands (Riga, Liepaja, Wentspils) 7,1 Prozent der russischen Gesamtmenge (392,7 Tausend Stück), Litauens (Klaipedas) – 6,5 Prozent (359,4 Tausend Stück), Estlands (Tallinns) – 3,8 Prozent (208,8 Tausend Stück). Für den Transport eines Containers nehmen sie von 180 bis zu 230 US-Dollar, so dass die drei Spediteure im Jahr mehr als 200 Mio. Dollar einnahmen.

Und doch führt Russland außer dem Erdöl, der Kohle und den Containern über die Ostsee noch Mineraldünger, Holz und diverse Metalle aus. Bis zum Jahr 2004 ging durch die Baltischen Länder ungefähr 90 Prozent des gesamten russischen Seeexportes, was den Ländern nicht weniger als 18−19 Prozent ihres BIP gewährleistete. Hierzu muss man  noch den Eisenbahntransit addieren. Er kostet auch Geld. Zum Beispiel: Im Jahr 2006 übernahm allein Estland aus Russland durchschnittlich 32 Züge pro Tag, was nur dem Tallinner Hafen nebenher 117 Mio. Dollar jährlich einbrachte.

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Und sind sie gut damit zurecht gekommen? Ja! Und nach all dem tönte noch immer ständig irgendwelches Wehklagen über "die sowjetische Okkupation". Mit der Okkupation, deren Erbe 30 Prozent des BSP ergibt, mit dem sich die baltischen Länder so brüsten. Und dann kommen ständig Sprüche über irgendwelche Schulden Russlands gegenüber den Ländern des Baltikums. Wer schuldet denn wem was? Man braucht auch die Arbeitsplätze nicht zu vergessen, die mit Russland in den Häfen, auf den Eisenbahnknotenpunkten und so weiter gewährleistet werden.

Jetzt gehe ich nahtlos zur Hauptthese über. Die klingt ungefähr so: Eine kostenlose Sache kann es nicht ewig geben! (Besonders in der aufrichtig antirussischen Ausrichtung nicht.)

Wir beobachten heute, was mit einem Land geschah, dessen Herrscher gemeint hat, dass er auf dem Rohr nach Europa sitzt und deshalb die Bedingungen diktieren kann. Das Ergebnis ist offensichtlich. Das Rohr wird an anderer Stelle neu gebaut und das Land ist Europa zukünftig egal, da es ohne Rohr nichts wertvolles für Europa darstellt. Leider, aber das ist eine Tatsache.

Und das alles hat nicht erst gestern angefangen. Obwohl es so wirkt. Ich denke, dass der Anfang vom Ende der baltischen Monopole der 15. Juni 2000 wurde, als das Ministerium für Transport der Russischen Föderation mit der Realisierung des Bauentwurfes des Hafens in Ust-Luga begonnen hat. (Auf russischem Territorium in der Nähe von Estland an der Mündung der Luga.)

Jetzt ist es wohl richtig wenn man über das ganze Programm redet.  Dank seiner ist der Frachtumsatz in Ust-Luga von 0,8 Mio. Tonnen im Jahr 2004 bis auf 10,3 Mio. Tonnen in 2009 und 87,9 Mio. Tonnen in 2015 gewachsen. Nach den Ergebnissen haben 2014 die russischen Häfen schon wieder 35,9 Prozent des gesamten Containerverkehrs vom Baltikum weggeholt – und diese Zahl wird zunehmen. Die Nutzung der Infrastruktur ohne Zollformalitäten und Devisenoperationen ist für die russischen Exporteure vorteilhafter. Und das Stichwort ist hier – eigene Mittel. Der Prozess des Übergangs ist gestartet, und ich bin überzeugt, im Endeffekt wird das Transportfenster in die Welt zu 100 Prozent russisch sein.

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Das Zusammenwirken mit den baltischen Ländern in den Transportfragen wird kontinuierlich weniger. Bei den Bahntransporten – fünfmal. Bei den Containertransporten – viermal. Jetzt ist für 2015 die Beförderung des Erdöles und der Erdölprodukte durch die Häfen der Länder des Baltikums auf 20,9 Prozent, der Steinkohle auf 36 Prozent, von mineralischem Dünger sogar auf 3,4 Prozent gefallen. Und wenn wir die Zahlen aus den offenen Quellen für das erste Vierteljahr 2016 nehmen, hat Riga eine Senkung auf 13,8 Prozent und Tallinn eine Senkung auf 16,3 Prozent.

Vor dem Hintergrund des Einbruchs des Warenumsatzes werden die hektischen Besuche der Wirtschaftsvertreter der Länder des Baltikums in Russland verständlich. Sie haben sich besonnen… Anders kann man es nicht sagen. Die ersten, die es sich überlegt haben, waren seltsamerweise die Esten. Dort haben sie operativ berechnet, dass sich zum Ende d. J. im Tallinner Hafen etwa 6000 Menschen arbeitslos melden könnten. Und dazu kommen noch bis zu 1200 Eisenbahner. Und überhaupt, in den heutigen Zeiten zweifelt schon niemand mehr am totale Schaden der Eisenbahnen der Baltischen Länder insgesamt. Es ist klar, dass man mit der Personenbeförderung niemals das Geld kompensieren kann, was die russischen Gütertransporte in die Häfen gebracht haben.

Und auch im Baltikum wird es zu einer betrüblichen Situation – à la Ukraine – kommen. Letztmalig: Die Ukraine und die baltischen Länder haben ausschließlich dank der riesigen Geduld Russlands die letzten 20 Jahre der Unabhängigkeit überlebt. Und mit der Geduld ist es plötzlich zu Ende.

Es hat sich herausgestellt, dass die Russen auch ohne ukrainisches Rohr wohnen werden und auch ohne litauische, lettische und estnische Häfen. Es wird komplizierter, natürlich, aber der Abnabelungsprozess ist gestartet. Natürlich wird er nicht morgen und nicht übermorgen abgeschlossen. Ich denke, im Verlaufe von 4-5 Jahren, wenn sich der Warenumsatz Russlands und der baltischen Länder Null nähern wird, dann kann man beginnen, die Umwandlungen Lettlands, Litauens und Estlands in ihren historischen Zustand zu beobachten. Und zwar in die armen Menschen, dumpf und gekränkt, mit den Niemandem nötigen dörflichen Hinterhöfen. Niemandem nötig: weder Russland, noch den USA oder Europa.

Und, übrigens werden die Truppen der NATO aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Baltischen Ländern von ganz allein weggehen. Einfach weil es keinen Grund gibt, dort zu bleiben. Von Russlands Überbleibseln die verrostenden Schienen und die Hafenkräne zu beschützen ist ein teures und zweifelhaftes Vergnügen. Der Kater vom Ende der russischen kostenlosen Sache wird richtig schwer.

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15 Kommentare

    1. Das Problem ist, daß unsere politischen Vasallen mit Russland sterben würden und nur mit Amerika weiterleben und ihr falsches Spiel fortführen können.

  1. Die RF hat bislang viel Geduld und Nachsicht mit den Machthabern in den baltischen Staaten bewiesen. Eine angemessene Antwort auf die russlandfeindliche Politik dieser Nachbarn wäre ganz sicher ein planvoller und rascher Rückbau der wirtschaftlichen Verflechtungen, der mit Sicherheit nicht durch die EU oder USA ausgeglichen wird. Man wird wie auch andernorts auf eine rasche Verschuldung der Staaten drängen, um alsdann den Ausverkauf ihrer verbliebenen gewinnbringenden Ressourcen an westliche "Investoren" voranzubringen. Zuück bleibt ein verarmtes Volk. Viel zu wenig angesprochen wurde bislang die Drangsalierung der russischen Bevölkerungsminderheit in diesen Ländern durch die gelenkten Eliten. Da diese Minderheiten in ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung keineswegs unbedeutend sind, sollte die Durchsetzung ihrer legitimen Interessen u.a. auch durch Einbeziehung der UNO ein vorrangiges Anliegen der russischen Außenpolitik sein.

  2. Da beklagten sich zwei lettische Journalisten bei Trump:  Lettland könne sich nicht wegen Russland entwickeln.

    Trumps Aussage: Dann sollen die Letten eben auswandern nach Afrika und ihm Gegenzug die Afrikaner nach Lettland ziehen !

  3. Ein recht netter Artikel, der manches richtig darstellt und manches vergisst und somit doch oberflächlich und einseitig ist.:

     

    Zitat:

    " Alles hat nicht erst gestern angefangen. Ich werde mit einem kleinen Exkurs in die Geschichte beginnen. Nachdem Hitler und Stalin sich 1939 geeinigt hatten besetzte die UdSSR das Baltikum und es setzte eine heftige Russifizierung ein."

    Dabei ist die Rede davon, dass die SU, wie auch andere Imperien, die neuen Länder zu Anfang böse neu geordnet hat. Und da in diesen Republiken nichts Verwertbares – wie zum Beispiel Bodenschätze – vorhanden war und es tatsächlich nichts zu exportieren gab, so wurde mit der Industrialisierung angefangen. "

     

    Nun, die Russifizierung ging dahin, dass ca. 1/3 der Bevölkerung kürzer oder länger im Gulag verschwand, wenn sie nicht erschossen wurden.

    Das vergisst man nicht und geht so locker darüber hinweg, wie es der Autor gerne tun würde.

     

    Nochmal Zitat:

    "Und da in diesen Republiken nichts Verwertbares – wie zum Beispiel Bodenschätze – vorhanden war und es tatsächlich nichts zu exportieren gab, so wurde mit der Industrialisierung angefangen."

    Ouuuuhps:

    Mit der Industrialisierung angefangen?

    Das glaub ich aber nicht.

    Das erste Feuerwehrauto des Zarenreiches wurde in Lettland prouziert und fuhr dort.

    "Die günstige wirtschaftliche Entwicklung Lettlands in den 1930er Jahren ermunterte Ford, trotz der geringen Größe des Landes ein eigenes Werk in der Hauptstadt Lettlands zu errichten. Von 1937 bis 1940 produzierte Ford-Vairogs folgende Modelle:"

    Wikipedia: "Ford Vairogs"

    Dagt jemand "Minox" noch was?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Valsts_elektrotehnisk%C4%81_fabrika

    https://de.wikipedia.org/wiki/Minox

    usw. es gibt noch genug anderer Beispiele

    Die UdSSR wusste, was sie 1940 im Baltikum "heim ins Reich" holte.

    Die Industrialisierung Lettlands wurde 1940 brutal abgewürgt und umgestaltet. Für "intelligente" Produkte war auch in der UdSSR das Baltikum der Produktionsraum schlechthin.

    Warum wohl?

    Produziert wird auch im Sozialismus dort, wo es gute Ergebnisse gibt. Nicht dort, wo man den Leuten etwas gutes tun will.

     

    Zitat:

    "Und dann kommen ständig Sprüche über irgendwelche Schulden Russlands gegenüber den Ländern des Baltikums. Wer schuldet denn wem was? "

    Nun, wenn Rußland sog. Schulden Lettlands gegenüber der UdSSR berechnet, kann man duurchaus berechnen, was 1940 und 1946 (auch an Militärmaterial) nach Rußland abtransportiert wurde, was an Handelsschiffen übernommen wurde usw..

     

    Ein weiteres Zitat:

    "Vor dem Hintergrund des Einbruchs des Warenumsatzes werden die hektischen Besuche der Wirtschaftsvertreter der Länder des Baltikums in Russland verständlich. Sie haben sich besonnen… Anders kann man es nicht sagen. "

    Das kann nur sagen, wer die "unterirdischen" Verflechtungen nicht kennt und nur Statistiken und die Oberfläche betrachtet.

     

    Man hat sich nicht und musste sich nicht besinnen.

    Die Wirtschaftskontakte waren immer eng. Wenn es Probleme gab, waren es eher solche einzelner "Familien" (würde man in Kalabrien sagen)

    Übrigens wird das Baltikum (unabhängig) von russischen Oligarschen durchaus geschätzt. Als Gegend, in der Moskauer Regeln nicht gelten.

    Riga ist – nicht zuletzt durch seine Stadtverwaltung – eine eher russische geprägte Stadt..

     

    Zitat:

    "Und das Stichwort ist hier – eigene Mittel. Der Prozess des Übergangs ist gestartet, und ich bin überzeugt, im Endeffekt wird das Transportfenster in die Welt zu 100 Prozent russisch sein. "

     

    Gerade das möchte ich aufgrung der Lage von St. Petersburg oder noch mehr Archangelsk bezweifeln.

    Es mag ein Wunsch sein. Aber durchsetzbar ist es eher nicht.

    1. Das erste Feuerwehrauto des Zarenreiches wurde in Lettland prouziert und fuhr dort???????????? Bis 1918 waren Baltische Länder nicht mal auf der Karte.

       

        1. Und zum Schluss verlangt die Nato für einen von ihr angezettelten
          Krieg/Konflikt die letzten Resourcen ihrer Verbündeten. Ob die baltischen Länder das bedacht haben?

  4. Was ich vermisse im Artikel ist das fordernde Verhalten der in den baltischen Staaten nach der Dekolonialisierung verbliebenen Russen. So frech sind z. B. Franzosen in Nordafrika nie aufgetreten. Kommt hinzu die Anmaßung Rußlands, sich als Schutzmacht aufspielen zu wollen. Regelmäßig erfolgen Drohgebärden aus Moskau, wenn die Balten nicht das seinerzeit von der Komintern angeordnete Welt- und Geschichtsbild samt Wortschatz übernehmen wollen. Zum Unfrieden in der Region trägt das moskauer Auftreten als Kolonialmacht kräftig bei.

    1. Nun ja, die allermeisten Franzosen (Pieds-noirs) haben Nordafrika verlassen müssen, da sie sonst abgeschlachtet worden wären. Insofern hinkt Ihr Vergleich mit dem Baltikum, das im Übrigen für die Russen inzwischen nur noch als Urlaubsziel von größerem Interesse ist.

        1. Lieber Rüdiger,

          bezüglich "Abschlachten" haben alle Völker ihre Leichen im Keller. Die Balten machen da keine Ausnahme: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische_Freiwillige_der_Waffen-SS#Baltikum

          Da die Helden der Balten primär Russen gekillt haben, ist das "Geheule" aus Moskau erkärlich, besonders, da man sich immer noch selbst als "Befreier" sieht. Natürlich kann man darüber unterschiedlicher Auffassung sein. Immerhin sollte jedoch festgehalten werden, dass den Balten im Reichskommissariat Ostland lediglich eine Rolle als Arbeitssklaven zugekommen wäre, wenn sie nicht gleich "in den Osten evakuiert" worden wären.

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