Renzi: Balkanländer schneller an die EU heranführen

Geht es nach Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, sollen auch die Balkanstaaten bald schon Teil der Europäischen Union sein. Der Fokus auf Osteuropa unter Aussparung des Balkans sei ein Fehler gewesen.

Von Redaktion/dts

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi fordert im Zuge der Flüchtlingskrise, die Balkanländer schneller an die EU heranzuführen: "Die Union wurde nur nach Osten erweitert. Aber es war ein tragischer und historischer Fehler, die Balkanländer auszulassen", sagte er der "Welt". "Die Aufnahme Albaniens, Montenegros und Serbiens in die Union müssen Priorität haben." Dabei zeigt Renzi eine gewisse Kontinuität in der italienischen Außenpolitik, zumal schon die Faschisten unter Mussolini ihren Fokus auf den Balkan legten und die Region für Italien beanspruchten.

Aus Anlass des Afrika-Gipfels auf Malta erklärte Renzi es zu einer weiteren Priorität, die Kooperation mit Afrika auszubauen. Man müsse auch über Rückführung von Migranten sprechen. "Sie kann in den Vereinbarungen mit afrikanischen Ländern an Entwicklungsprojekte geknüpft werden. Das ist unsere Strategie. Afrika wird in den nächsten 20 Jahren enormen Aufschwung erleben."

Im Interview kritisierte Renzi außerdem die osteuropäischen EU-Partner scharf für ihre äußerst strikte Flüchtlingspolitik. "Die Westeuropäer haben einen politischen Preis für die Osterweiterung gezahlt. Es ist nicht in Ordnung, wenn diese Länder uns jetzt die Moral diktieren." Neue Mauern dürften in Europa nicht entstehen, sie seien "eine Falle".

Spread the love
Lesen Sie auch:  Wasserkriege und Amerikas Schicksal

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

2 Kommentare

  1. Ja, die Italiener und der Balkan.

    Da war doch zuletzt was mit Mussolini…

    Was in den Balkanländern wirklich los ist, erfährt man, zumindest ansatzweise, mit der Suche nach "korruption" in Verbindung mit dem Landesnamen.

  2. aber natürlich doch schneller an die eu heranführen – schliesslich setzt das in osteuropa einen nato-beitritt voraus und man hat neue staaten, auf die man seine „flüchtlinge“ verteilen kann.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.