Kampf dem Börsencrash: Chinesische Pensionsfonds dürfen in Aktien investieren

Bislang war den chinesischen Pensionsfonds ein Investment in Aktien untersagt. Doch im Kampf gegen den Börsencrash und der Kapitalflucht ist Peking jedes Mittel recht.

Von Marco Maier

Um den weiteren Verfall der Aktienkurse an den chinesischen Börsen einzudämmen, greift Peking nun zu bislang undenkbaren Maßnahmen. So dürfen die chinesischen Pensionsfonds erstmals am heimischen Aktienmarkt investieren. Denn bislang durften diese nur Staatsanleihen und Bankeinlagen nutzen. Davon verspricht sich die Staatsführung eine schnelle Erholung der Börsen.

Die chinesischen Pensionsfonds verfügen laut offiziellen Zahlen über eine Einlagesumme von insgesamt mehr als 2 Billionen Yuan (etwa 270 Milliarden Euro). 30 Prozent der Nettovermögen – also aktuell etwa 90 Milliarden Euro – dürfen nun auch in den Aktienmarkt fließen.

Insgesamt, so der Vizeminister für Personalfragen und soziale Sicherheit, You Jun, sollen umgerechnet ganze 275 Milliarden Euro von den Pensionsfonds in "Aktien und andere Wertanlagen", abseits von Staatsanleihen und Bankguthaben umgeschichtet werden. Davon erhofft man sich in Peking eine Stabilisierung der Kapitalmärkte, nachdem der Shanghai Composite Index allein vom 17. bis zum 26. August fast 27 Prozent an Wert verloren hatte. Die jüngsten Ankündigungen sorgten jedoch in den letzten Tagen für eine leichte Erholung.

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Ein Kommentar

  1. Im Prinzip ist eine Investition in Aktien (nicht nur in eine) ja auch eine gute Sache, denn man ist damit am Produktivvermögen beteilicht und profitiert von der Steigerung der Produktivität, würde es nicht zu periodischen Crashs mit großen Verlusten kommen. Solche Boom und Bust Zyklen, sind aber Folge der Geldpolitik der Zentralbanken und zwar sowohl Folge der Geldmengenausweitung wie auch der Zinsmanipulation durch die vom Staat installierten Zentralbanken. Sehr gut wird dieser Zusammenhang von Boom und Bust Zyklen hier: http://www.goldseiten.de/artikel/241846–Bei-Crash-mehr-Cash–.html?seite=2 erklärt.

    Zitat: "Ein Ausweiten der Geldmenge schafft keine neuen Konsum- oder Produktionsgüter. Es führt lediglich dazu, dass einige (die Erstempfänger des neuen Geldes) begünstigt werden auf Kosten anderer (der Spätempfänger des neuen Geldes). Die Erstempfänger können mit ihrem zusätzlichen Geld Güter zu noch unveränderten Preisen kaufen.

    Die Spätempfänger hingegen können die Güter nur noch zu erhöhten Preisen kaufen. Die Erstempfänger profitieren folglich auf Kosten der Spätempfänger. Die Geldmengenausweitung führt dementsprechend zu einer Umverteilung von Einkommen und Vermögen.

    Ein künstliches Herabdrücken der Zinsen ermutigt den Beginn von Investitionsprojekten, für deren Fertigstellung jedoch nicht ausreichende Ressourcen vorhanden sind.

    Früher oder später merken die Unternehmen, dass sich ihre Investitionen nicht rechnen, weil die Preise der Inputgüter höher ausfallen, als sie ursprünglich in den Wirtschaftlichkeitsrechnungen veranschlagt wurden. Aus dem anfänglichen Investitions-Boom erwächst letztlich eine Wirtschaftskrise (Bust).

    Wirtschaftswachstum erfordert Sparen und Investieren. Nur auf diese Weise lässt sich der Kapitalstock mehren, kommt es zu steigenden Realeinkommen. Damit das möglich ist, bedarf es eines Zinses, der sich frei im Markt bilden kann. Nur ein frei im Markt bestimmter Zins kann den Unternehmen anzeigen, wieviel Ersparnis tatsächlich verfügbar ist, um die angedachten Investitionen auch realisieren zu können."

    Sowohl die Geldmenge wie auch die Zinsen werden aber von den Zentralbanken planwirtschaftlich gesteuert, was dazu führt, dass die Risiken bei Investitionen in Aktien so hoch sind, wie sie in einem marktwirtschaftlichen Geldsystem nicht wären.

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