Pekings „Impfstoff“ gegen Farbrevolutionen

Die Volksrepublik China scheint gegen vom Westen induzierte Farbrevolutionen immun zu sein. Das hat natürlich seine entsprechenden Gründe.

Von Redaktion

Aktivisten in Hongkong und westlichen Ländern haben die Welt daran erinnert, wie die Armee geschickt wurde, um junge Demonstranten zu unterdrücken, die 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking Demokratie forderten. In Hongkong zündeten viele Menschen Kerzen an, um an die Getöteten zu erinnern. Gleichzeitig forderten die USA und die EU Peking dazu auf, die Menschenrechte zu respektieren. Laut Nezavisimaya Gazeta sind diese Aktivitäten, die den Ereignissen von 1989 gewidmet sind, auf dem chinesischen Festland verboten.

In Hongkong fand der Jahrestag der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens zu einer Zeit statt, als die örtlichen Gesetzgeber für ein Gesetz stimmten, das die Missachtung der chinesischen Nationalhymne unter Strafe stellt und Haftstrafen und Geldstrafen für Verstöße vorsieht. Viele Einwohner von Hongkong betrachten diese Gesetzgebung als einen weiteren Schritt, um der Region ihre Autonomie zu entziehen.

Russische Experten haben unterschiedliche Meinungen zu den Auswirkungen des Vorfalls auf dem Platz des Himmlischen Friedens auf China. Der Doktor der Wirtschaftswissenschaften, Andrei Ostrovsky, weist darauf hin, dass „im Gegensatz zu anderen Ländern die wirtschaftliche Situation Chinas selbst nach der Pandemie ausgezeichnet ist“.

„Die chinesische Wirtschaft erholt sich. In der Zeit seit den Ereignissen von 1989 hat Chinas Wirtschaftswachstum den globalen Durchschnitt deutlich übertroffen. China hat zum ersten Mal die Benchmark von 10.000 USD in Bezug auf das jährliche Pro-Kopf-Einkommen erreicht. Die Lebensbedingungen des chinesischen Volkes haben sich immens verbessert. Es gibt einen einfachen Grund, warum Massenproteste nicht auf der Tagesordnung stehen: Chinas Lebensstandard ist vergleichbar mit dem in Hongkong und Taiwan. Ich denke, dass dies ein Impfstoff gegen Farbrevolutionen ist“, sagte der Experte.

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Dennoch glaubt Alexander Lukin, Leiter der Abteilung für internationale Angelegenheiten an der Higher School of Economics, dass „nicht jeder Impfstoff ein Wunder ist“. In China wird jedes Jahr eine große Anzahl von Protesten gegen die Regierung verzeichnet. Es braucht eine große Krise, um ernsthafte Proteste auszulösen, und es ist derzeit keine solche Krise in Sicht, aber sie wird wahrscheinlich irgendwann in der Zukunft ausbrechen. Deshalb kann niemand sagen, dass Chinas politisches System stabiler ist als andere, betonte der Experte.

Allerdings sorgt das „Social Credit“-System des Landes auch dafür, dass es Systemkritiker schwer haben, größere Proteste zu organisieren. Hinzu kommt die Aktivität der Geheimdienste, die Dissidenten genau überwachen und versuchen, für öffentliche Ruhe zu sorgen. Das macht es für Oppositionelle deutlich schwieriger, umfangreichere Aktionen zu starten.

In Hongkong, welches lange Zeit eine britische Kronkolonie war, haben es die von Amerikanern und Briten finanzierten Farbrevolutionäre hingegen deutlich leichter. Noch zumindest.

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6 Kommentare

  1. Gut, dass das contra-magazin an die toten Soldaten der VBA erinnert, denn tote Zivilisten gab es beim „Testfall Tiananmen-Platz“ keine. Dazu kann man sich aufklaeren lassen:
    Der Testfall Tiananmen-Platz
    Veröffentlicht am 21. Februar 2019 von Ped auf der Webseite:
    https://peds-ansichten.de/2019/02/tiananmen-massaker-1989/
    Um einen Anti-Chinesischen Artikel zu schreiben haette es nicht so vieler Worte bedurft, liebe Redaktion. Da haette genugt: China noch boese aber, verzoegert durch Wohlstand, in absehbarer Zeit gut. Der Artikel stellt sich also fuer mich so dar, dass vermieden wird, die Wahrheit zu schreiben. Mangels Kenntnisse oder mangels eigener Erfahrung des Autors (Redaktion) weiss ich nicht. Der Artikel ist aber und das moechte ich hervorheben, sehr BRD- und damit US-GB–konform, wo man es mit der Wahrheit bekanntlich auch nicht so genau nimmt und den Einwohnern Schein-Demokratien vorgaukelt um sie bei der (Arbeits)-Stange zu halten. Es ist also kein contra-Artikel zur Wahrheitsfindung, sondern ein nachplappern alter Huete, um die Wahrheitsfindung zu verhindern. Ob das eine existenzielle Frage fuer ein Magazin ist kann ich hier nicht beurteilen. Etwas zum Schluss. Ganz wenige Festland-Chinesen sind Analphabeten und ziehen Rikshas. In jedem Fall sind die meisten aufgeklaerter als manche Magazin-Redaktion in Deutschland.

    1. Es handelt sich hierbei um eine Zusammenfassung eines Artikels aus der russischen Zeitungslandschaft plus redaktioneller Ergänzungen. Eigentlich sollte das auch deutlich sichtbar sein.
      Wenn Sie unter dem Stichwort „China“ nach Artikeln hier suchen, werden Sie eine Vielzahl von Veröffentlichungen finden, wovon die meisten wahrscheinlich nicht als „anti-chinesisch“ bezeichnet werden können. Allerdings gilt auch hier: es gibt innerhalb Chinas einige Entwicklungen, die man durchaus äußerst kritisch sehen darf – so zum Beispiel das „social credit“-System, welches mit Hilfe von umfangreichen Überwachungsmaßnahmen ein absolutes Kontroll-Regime erstellt. Wer sich nicht systemkonform verhält, wird bestraft. Brave Schäfchen werden hingegen belohnt.
      Die Kontroverse um die Vorfälle am Tianmen-Platz ist uns durchaus bekannt und es ist schön, dass Sie darauf hinweisen (und dazu auch noch einen informativen Link posten).

      1. Lieber Herr Maier.
        Man kann es sich im „Westen“ moeglicherweise nicht vorstellen, dass das „social credit“-System Chinas von der uebergrossen Mehrzahl (jedenfalls in meinem Aktionsradius) begruesst wird. Es ist ja keine Brandmarkung auf Lebenszeiten. Ein Beispiel: Ottonormalchinese rastet in einem Flugzeug wegen einer Nichtigkeit (Streit mit der Stewardess) dermassen aus, dass die Polizei einschreiten muss. Das gibt Punkte im System und hat zur Folge, dass der Mann eine zeitlang nicht mehr fliegen darf. Ansonsten hat sich der Mann noch nie etwas zuschulden kommen lassen. Wenn keine „Vergehen“ dazu kommen, werden die Punkte nach ca. 1/2 Jahr geloescht. Bei anderen „Vergehen“ gegen Recht und oeffentliche Ordnung wird nach 1 Jahr oder auch laenger-etwa 3 Jahre- geloescht. Nur bei schwerst Kriminellen wird daher wahrscheinlich niemals geloescht. Das „social credit“-System ist also ein Instrument, zu sich selbst und zur Gemeinschaft zurueck zu finden. Und wer die Chinesen, so wie ich, seit 20 Jahren kennt da er unter ihnen lebt, der ist heilfroh, dass die Eskapaten z.B. bei Tisch, die Rotzerei, das Telefonbruellen, der Umgang mit Tier und Natur und letztendlich der Umgang mit den Mitmenschen endlich in ordentliche Bahnen gelenkt wurde. Und das ist es auch was die Menschen an ihrer Regierung festhaelt. Xi alleine ist nicht die Regierung. Nur um das einmal festzustellen. Zu HK kann ich Ihnen auch noch einiges erzaehlen wenn Sie moechten. 5 Jahre lebte und arbeitete ich dort. Ansonsten will ich nun schliessen. Verzichten Sie auf diese Expertenmeinungen. Das meiste ist ausgemachter Quatsch. China, die Chinesen lassen sich nicht durch ein paar halbgare HK-Wuerstchen auseinander dividieren.

        1. Nun ja, die Chinesen dürfen ja in ihrem Land machen was sie wollen. Ist ja auch deren eigenes. 🙂
          Hier auf den Philippinen gibt es ja auch einige Chinesen und an den Touristenorten auch viele chinesische Touristen (ok, momentan wegen der Lockdowns nicht), aber wegen denen hängen in den Hotels beispielsweise Schilder, dass man nicht in die Ecke spucken soll.
          Dennoch, für mich als gesellschaftspolitisch doch eher libertär eingestellten Menschen wäre solch ein System eine massive Freiheitseinschränkung. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass viele Chinesen dieses begrüßen.

  2. Nun gut Herr Maier. Dann sind wir als Libertaere schon mal zwei. Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass es in der Heimat aehnliche Instrumente gibt die sich im Einzelfall sehr auf das Leben in der Gemeinschaft auswirken koennen. z.B. die SCHUFA-Auskunftei oder die Punkte-Kartei in Flensburg etc. Aber das nur am Rande. Was mich stoert, nicht an Ihrem Post, ist die pauschale Be-und Verurteilung Chinas und damit einhergehend der Chinesen. Das sind einfach Dinge, welche die Voelker nicht zueinander bringen. Nun, ich wuensche Ihnen eine schoene Zeit auf den Phills.
    Gruesse aus Qingdao

    1. Die ganzen von Ihnen genannten Überwachungsmaßnahmen in Deutschland (und noch viel mehr) sind auch nicht besser, stimmt.
      Übrigens hat China der Umweltverschmutzung vor einigen Jahren beispielsweise mit großangelegten Plakatkampagnen den Kampf angesagt. Ein Bekannter war oft geschäftlich in China unterwegs und sah dort die Schilder überall entlang der Hauptverkehrsstraßen. Es soll geholfen haben, die Leute tagtäglich mehrfach daran zu erinnern, den Müll nicht einfach auf die Straßen zu werfen. Dazu brauchte es kein großangelegtes Videoüberwachungssystem, sondern vielmehr den ständigen Appell an die Vernunft. Selbst hier auf den Philippinen wirkt das langsam.
      Ihnen wünsche ich auch noch eine hoffentlich weiterhin schöne Zeit im Reich der Mitte. 🙂

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