Russland kann eine entscheidende Rolle bei der Beruhigung des Konflikts zwischen China und Indien spielen

Der Zeitpunkt eines Gipfeltreffens zwischen Russland, Indien und China in der nächsten Woche könnte nach einem tödlichen Gefecht in der umstrittenen Himalaya-Region, bei dem Dutzende von Soldaten ums Leben kamen, nicht passender sein.

Der für den 22. Juni geplante Gipfel der RIC-Gruppe (Russland-Indien-China) wurde vor Wochen von Moskau initiiert. Es wird per Telefonkonferenz zwischen den Außenministern abgehalten. Das Ereignis geht dem Aufflammen gefährlicher Spannungen zwischen Neu-Delhi und Peking voraus.

Mindestens 20 indische Soldaten wurden Anfang dieser Woche im Nahkampf mit chinesischen Streitkräften getötet. Es war der tödlichste Vorfall seit mehr als einem halben Jahrhundert, seit die beiden asiatischen Mächte 1962 einen kurzen Krieg um ähnliche Grenzstreitigkeiten führten. Es gibt Dutzende von Opfern, die auch auf chinesischer Seite gemeldet wurden, aber Peking hat die Zahlen nicht offiziell bestätigt.

Neu-Delhi und Peking drückten sofort ihre Bereitschaft auf höchster Ebene aus, die Spannungen abzubauen. Es wird gegenseitig anerkannt, dass weitere Zusammenstöße zwischen den atomar bewaffneten Staaten katastrophal außer Kontrolle geraten könnten.

Die Schärfe wird jedoch nicht leicht einzudämmen sein. Beide Seiten haben den anderen für Aggression nach dem blutigen Vorfall von Montag bis Dienstagabend verantwortlich gemacht. In beiden Ländern herrscht Volkszorn, mit indischen Demonstranten die Bilder des chinesischen Präsidenten Xi Jinping verbrennen.

Berichten zufolge waren Hunderte von Soldaten mit Steinen, Knüppeln und Messern in einen Kampf verwickelt, nachdem gegnerische Einheiten in eine Schlägerei im hochgelegenen Galwan-Tal verwickelt waren. Viele Soldaten wurden von tückischen Hängen aus in den Tod geworfen.

Indische und chinesische Streitkräfte patrouillieren auf der umstrittenen 3.500 km langen Linie der tatsächlichen Kontrolle zwischen den beiden Ländern mit konkurrierenden Gebietsansprüchen. Ein bilaterales Abkommen sieht vor, dass die rivalisierenden Einheiten unbewaffnet sind, um das Konfliktrisiko zu verringern.

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Die Konfrontationen haben in den letzten Jahren zugenommen, wobei beide Seiten den anderen des Eingriffs beschuldigten. Nach einem Grenzscharmützel im Mai haben indische und chinesische Befehlshaber Anfang dieses Monats einen Deeskalationsvertrag ausgehandelt. Jetzt beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig des bösen Willens.

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Eine Analyse von Finian Cunningham.

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