Was geschieht, wenn Kim Jong-Un stirbt?

Gerüchten zufolge soll Nordkoreas Führer Kim Jong-Un gesundheitlich schwer angeschlagen sein. Was geschieht, wenn er tatsächlich stirbt?

Von Marco Maier

Die Medien rätseln derzeit, was mit Kim Jong-Un los ist. Der nordkoreanische Führer soll sich einer heiklen Operation unterzogen haben, sein Gesundheitszustand äußerst schlecht sein. Sollte er sterben, hinterlässt er in der sehr patriarchalen und engen Hierarchie des Landes eine Lücke, die weder seine Frau, seine Schwester oder seine Tochter füllen können.

Doch wer tut es dann? Ein General der Koreanischen Volksarmee? Das würde wahrscheinlich zu brutalen politischen Säuberungsmaßnahmen führen, denen zehn- wenn nicht gar hunderttausende Koreaner zum Opfer fallen könnten. Kim-Loyalisten würden gegen Opportunisten ausgetauscht, ein Sturm gegen die Familie der alten Machthaber losbrechen.

Solch unruhige Zeiten bieten jedoch auch Chancen. Bereits jetzt wird in den Vereinigten Staaten darüber nachgedacht, im Falle des Todes von Kim Jong Un direkt zu intervenieren und so einen Regime-Change zu ermöglichen, der einen pro-westlichen Kandidaten an die Spitze des Landes befördert.

Andere hoffen auf eine chinesische Intervention, zumal dies die laufenden Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel anhalten lassen, was der US-amerikanischen Rüstungsindustrie hilft. Südkorea und Japan sollen sich ja gefälligst ordentlich mit US-amerikanischen Waffen eindecken und China alleine ist als Grund für die Stationierung zehntausender US-Soldaten in diesen beiden Ländern kein ausreichender Grund, nicht?

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Auch wenn Südkorea als US-Vasall gilt, wäre jene Option die beide Länder wiedervereinigen lässt wohl längerfristig die bessere. Die im Gegensatz zu den Deutschen doch durch und durch patriotischen Koreaner könnten als wiedervereinigtes Land zumindest einen Teil der Besatzer abschütteln und sich so zu einer regionalen Macht neben China, Russland und Japan entwickeln, welche die Eigeninteressen über jene Washingtons stellen könnte. Aus geopolitischer Sicht – insbesondere in Bezug auf eine multipolare Weltordnung – wäre dieser Aspekt äußerst interessant.

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