Rekordhoch bei Lebensmittelwarnungen

Die Industrialisierung der Lebensmittelproduktion und die „Geiz ist geil“-Mentalität haben auch ihre Schattenseiten. Immer öfter gibt es Beanstandungen und Warnungen.

Von Michael Steiner

Im Jahr 2019 gab es ein neues Rekordhoch bei den Lebensmittelwarnungen in Deutschland. Insgesamt 198 Mal wurden laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Lebensmittelprodukte beanstandet – um 12 mehr als noch 2018, so ein Bericht der Funke-Zeitungen. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 100 Beanstandungen.

Die häufigste Ursache für die Warnungen seien mikrobiologische Kontaminationen gewesen – durch Keime, Viren oder Bakterien (73 Fälle). Auf Platz zwei der Gründe landeten Fremdkörper, die bei der Produktion in die Produkte gelangten (63). Dies können Teilchen aus Plastik, Metall, Glassplitter oder andere Stoffe sein.

Manchmal seien aber auch unzulässige Inhaltsstoffe in Produkten (31) gelandet – wie Blausäure in Salz – oder beispielsweise eine falsche Verpackung um das Produkt. Bei den meisten Beanstandungen handele es sich um Fleisch, Wild, Geflügel sowie um Erzeugnisse daraus (53). In 30 Fällen seien Milch oder Milchprodukte betroffen gewesen.

Aber auch in Obst und Gemüse seien zwölf Unregelmäßigkeiten beanstandet worden, wegen Nüssen und Knabberwaren habe es elf Warnungen gegeben, heißt es in der BVL-Erhebung weiter. Brühen und Saucen seien acht Mal beanstandet worden. Bei alkoholfreien Getränken hätten die Deckel nicht dicht geschlossen. Bei Alkohol habe es fünf Beanstandungen gegeben – zum Beispiel seien Reste von Reinigungsmitteln im Bier gelandet. Eier und Eis seien je fünf Mal beanstandet worden, heißt es in der BVL-Erhebung.

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Offensichtlich sorgt die zunehmende „Geiz ist geil“-Mentalität in der Lebensmittelproduktion für immer mehr Fehler, die schlussendlich teurer kommen als ein professionelles Qualitätsmanagement.

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Ein Kommentar

  1. „Mikrobiologische Kontaminationen“

    Klingt so fern, ist es aber nicht.
    Hände waschen, saubere Schuhe, Kleidung in Arbeitsräumen nehmen bereits die Gefahr von einer Seite raus.
    Warum müssen Ladys bei einem Restaurantbesuch Straßenhunde auf den Schoss nehmen.
    Sonst aber pingelig bis penetrant und zimperlich.
    Guckt euch einmal bei Fernreisen um, wie wenige Menschen sich auf Fähren und anderswo nach dem Besuch des Rest Roms die Hände waschen.
    Schmutzfink Mensch.
    Tiere halten sich sauberer.

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