
Jeder Stellensuchende kennt sie: Die Jobbörse der Agentur für Arbeit, die größte Job-Datenbank Deutschlands mit derzeit knapp 1.7 Millionen angebotenen Stellen. Was aber jeder Stellensuchende ebenfalls irgendwann lernt: Nicht alle Stellenangebote sind seriös.
Ein Gastartikel von Dr. Peter Malborn
Vergleichsweise harmlos sind die Angebote bei denen Arbeitsaufträge auf Honorarbasis vergeben werden, auch wenn das nicht der Zweck der Jobbörse ist. In ihr sollten eigentlich nur reguläre Beschäftigungsverhältnisse offeriert werden. Dennoch stehen immer wieder als „Geringfügige Beschäftigung“ deklarierte Angebote darin, die sich bei näherem
Hinsehen, aber oft auch erst auf Nachfrage bei den Inserenten, als Honorarbeitsaufträge entpuppen - ohne jede Chance auf eine dauerhafte Festanstellung.
Dann gibt es die Kategorie der Franchise-Angebote. Bei diesen versucht eine Firma unter dem Deckmantel einer Jobofferte Lizenzrechte an ihrem Firmenlogo und ihrem Markennamen zu verkaufen. Vor allem Nachhilfeinstitute und Sprachenschulen finden sich unter den Anbietern und inserieren oft mehrfach für verschiedene Regionen. Da kommen schnell bis zu 40 „Jobanzeigen“ zusammen. Pro Anbieter, versteht sich.
Und dann gibt es noch die Kategorie der Lehrgänge, die als Jobangebot getarnt sind. Da wird zum Beispiel eine Tätigkeit als Erste-Hilfe-Lehrer angepriesen, die angeblich händeringend gesucht werden, und wer dann sein Interesse daran bekundet, erhält eine Nachricht, in welcher ihm gesagt wird, dass er einen Lehrgang besuchen müsse, der einige hundert Euro kostet und außerdem Reise- und Übernachtungskosten nach sich zieht. Die Tätigkeit als Erste-Hilfe-Lehrer wird dann letztendlich auf Honorarbasis vergütet oder man wird aufgefordert sich selbstständig zu machen. Ähnliche Angebote findet man für Buchhalter oder im Bereich Steuern.
Auf ihre Seriosität überprüft werden die Angebote in der Jobbörse nicht. Das Jobcenter der Agentur für Arbeit teilt auf Nachfrage mit (Zitat): „…das Stellenangebot wurde seitens des Arbeitgebers in der Jobbörse erfasst und wird nicht durch den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit betreut. Eine Überprüfung durch das Jobcenter ist daher nicht
vorgesehen.“ (Zitat Ende) Offensichtlich hat die Agentur für Arbeit an einer Überprüfung kein Interesse, was verständlich ist, wenn man bedenkt, dass durch eine Löschung der unseriösen Angebote ja auch die Gesamtzahl der angebotenen offenen Stellen vermindert würde. Je höher jedoch die Zahl der vermeintlich offenen Stellen ist, desto einfacher
ist es Druck auf Stellensuchende auszuüben. Das reicht bis zu den sogenannten „Sanktionen“ des Jobcenters, die zumeist darin bestehen die Leistungsbezüge von Hartz-IV-Empfängern zu kürzen.
Dass die Betroffenen unter Umständen gar keine Chance haben einen seriösen Job zu finden, wird dabei ignoriert. Wer sich darüber beschwert, wird an eine Stelle der Agentur für Arbeit in Nürnberg verwiesen, die dafür zuständig ist Verbesserungsvorschläge entgegen zu nehmen. Damit ist dann für das örtliche Jobcenter die Angelegenheit erledigt.









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