Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit

Islamisten töten in Europa oder bereiten Anschläge vor. Darauf töten christliche Fundamentalisten irgendwo auf der Welt Muslime. Ist das verwunderlich? Das Prinzip ist so alt wie die Menschheit und es wird von der Bibel, der Tora und auch im Koran wiedergegeben.

Von Commentarius

Man kann in der westlichen Welt Gesetze erschaffen wie man möchte, Überwachungssysteme installieren und andere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, aber man wird das Prinzip der Vergeltung damit nicht ausschalten können. Der Wunsch nach Rache und Sühne wird immer stärker sein, als alles was dies aufhalten möchte. Gerechtigkeit soll am Ende stehen.

Auch wenn viele Christen, nur mehr auf dem Papier gläubig sind und andere nicht einmal mehr das, so kennen sie alle dieses Prinzip aus dem alten Testament, das sogar vernünftig erscheint. Gleiches mit Gleichem vergelten. Muss doch richtig sein, oder? Die moderne Gesetzgebung lässt das aber nicht zu, denn das wäre Selbstjustiz.

„Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Handum Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.“ (Exodus 21,23–25)

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Bringt ein Geistesgestörter ihren Partner/in um, wären sie versucht ihm ebenfalls nach dem Leben zu trachten. Das Gesetz verbietet das. Gerecht ist das wahrscheinlich nicht, aber sie halten sich daran, sonst werden sie ebenfalls vom Gesetz bestraft.

Was aber, wenn sie sich an die Gesetze halten, weil sie davor Ehrfurcht haben, aber neu Zugewanderte nur ein Gesetz kennen – und das hat nichts mit den Gesetzen der Mehrheitsgesellschaft zu tun – es ist das Gesetz der Scharia.

„Und wir haben ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr, Zahn um Zahn; und auch für die Verwundungen gilt die Wiedervergeltung. Wer aber dies als Almosen erlässt, dem ist es eine Sühne. Diejenigen, die nicht nach dem urteilen, was Gott herabgesandt hat, das sind die, die Unrecht tun.“ (Sure 5,45)

Auch wenn wir, weil wir fortschrittlicher sind als der altertümliche Islam, längst nicht mehr, nach dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ leben und die Täter, die vergewaltigen und morden, der Gerichtsbarkeit zuführen, sehen sie gerade darin eine unserer größten Schwächen.

In unserer westlich zivilisierten, aber verweichlichten Welt, will man alles gerne besprechen, ausreden und zerreden. Vor allem wird viel zu viel an das Gute im Menschen geglaubt. Dieser Glaube ist nicht unbedingt der richtige. Und so halten wir auch die andere Wange hin, wenn wir eine Ohrfeige bekommen…

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin! (MT 5,38-40)

Aber weil das „Hinhalten der anderen Wange“ eben nicht alle Christen oder Radikale für effektiv halten, wird auch zurückgeschlagen. Denn dieses Prinzip ist religionsübergreifend. Führt das zur einer Eskalation? Womöglich. Es ist sicher ein barbarisches Verhalten, aber das ist in jedem von uns da, wenn es darauf ankommt.

Wird es jemals aufhören? Nein. Ein Ende gibt es nicht – nur einen Sieg über den Besiegten.

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4 KOMMENTARE

  1. Dieses Prinzip ist meistens die Konsequenz wenn man übertreibt, es ist zwar nicht richtig, aber man wundert sich, wenn manche schwerstgeschädigt davon kommen und sie dann immer noch Haltung bewahren, entweder es ist Angst, oder Bewußtseinstrübung, normal ist es nicht, denn was hat man dann noch zu verlieren und nicht umsonst hat man schon seit tausenden von Jahren dieses alte Prinzip praktiziert ,mit der modernen Rechtssprechung versuchte man die Selbstjustiz zu stoppen, aber das funktioniert nur, wenn dem Opfer auch Gerechtigkeit widerfährt, alles andere führt in die alte Anarchie zurück und wenn es erst massenhaft auftritt, dann nennt man es Revolution und so etwas kann schneller eintreten als sie glauben, wenn die Mehrheit den Eindruck gewinnt, daß hier etwas aus dem Ruder gelaufen ist und sich dann dagegen wehrt.

  2. Selbstverständlich muss es ein Ende geben und mitnichten darf es mit Auge um Auge, Zahn um Zahn, aber auch nicht mit der anderen Wange hinhalten, enden, sondern mit Vernunft!
    Reiner Glaube und da ist egal welcher, ist Teil der reinen Vernunft und die Essener Friedensevangelien führen folgend aus: „Und Jesus antwortete: »Sucht das Gesetz nicht in euren heiligen Schriften; denn das Leben ist das Gesetz, die Schrift jedoch ist tot.“ Seit Aristoteles , über Thomas von Aquin, Dante Alighieri, über Spinoza, Locke und Hume bis hin zu meinem Lieblingsphilosophen Immanuel Kant, aber auch Schopenhauer ist genug Wissen über den reinen Glauben und damit Vernunft eröffnet worden. Dieses Wissen gilt es jetzt zu nutzen und nicht die toten Schriften , die Pharisäer, Schriftgelehrte u.a. erfunden haben. Und das Leben, also das Gesetz ist heutzutage das verbindliche Völkerrecht und gerade die Deutschen hatten vor 30 Jahren die Möglichkeit sich eine volksherrschaftliche Verfassung zu geben. Aber aufgrund der fehlenden selbstbewussten Eigenverantwortung jämmerlich versagt. Es hat sich von einem Volk der Dichter und Denker zu dressierten Verbrauchern und Rechtehaschern umerziehen lassen.

  3. Ich stelle in Frage, dass das Christentum, insbesondere der Katholizismus, „fortschrittlicher“ als der Islam ist. Wer einen „Stellvertreter Gottes“ auf Erden installiert und gleichgültig, welche Verbrechen in dessen Namen verübt wurden, dies bis in die Neuzeit beibehält, kann das Prädikat „fortschrittlich“ nicht für sich beanspruchen.

    In dem Maße, in dem sich die Menschen auf die Suche nach einem umfassenden Verständnis von Kosmos, Natur und vom Menschen machen, werden Religionen zurückgedrängt und letztlich verschwinden.

    • Das stimmt sehr wohl, dass Religionen verdrängt werden, umso mehr sich die heutigen Mächtigen darum bemühen um der EinenWeltRegierung ihre persönliche Religion, die der katholischen Sekte sehr ähnlich ist, den Zionismus beizustellen. Frei nach George Orwell „1984“. Dafür dient auch der Multikulti, mit dem alle Kulturen der Welt zerstört werden sollen, die aber und das nicht nur für die Deutschen, sondern für alle Völker der Welt für ihr Eigenverständnis notwendig sind. Ja, soweit der Glauben ein reiner ist, und das egal welcher Religion, ist er Teil der reinen Vernunft und entsprechend schutzwürdig. Aber das trifft für den Katholizismus von anfang an nicht zu. Olaf Opelt

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