Eigentlich will US-Präsident Trump ohnehin keine Soldaten in Syrien haben. Er könnte bald eine Chance bekommen, diese "gesichtswahrend" abzuziehen. Das ist der Grund dafür.
Von Marco Maier
Nicht mehr lange, und die syrische Armee hat auch die letzten Nester von Dschihadisten und anderen extremistischen Milizen im Süden des Landes befreit. So sind nur noch rund zwei Prozent der Provinz Qunietra in den Händen des "Islamischen Staates" und auch die al-Kaida und andere islamistische Milizen werden zunehmend ausgeräuchert, weshalb deren Propagandaorganisation "Weißhelme" bereits teilevakuiert wurde. Das bedeutet aber auch, dass zehntausende syrische Soldaten sich auf den Norden des Landes konzentrieren können.
Dort leben vorwiegend Kurden - und zwar in einem Gebiet, welches größtenteils von türkischen Truppen besetzt ist, bzw. unter US-Kontrolle steht. Das Kurdengebiet macht knapp ein Viertel des syrischen Territoriums aus und die Kurdenführung hat angesichts der türkischen Okkupation bereits das Gespräch mit Assad gesucht, um einen Dialog über die Zukunft zu starten. Sie bevorzugen einen autonomen Status innerhalb Syriens gegenüber einer dauerhaften türkischen Besatzung.
Für die US-Regierung bietet diese Möglichkeit, sich gesichtswahrend aus Syrien wieder zu entfernen. Denn das ursprüngliche Ziel, Syrien zu zerschlagen und einen Kurdenstaat unter US-Schutzmandat im Norden zu schaffen, und den Rest in einem endlosen Blutbad zwischen radikalsunnitischen Dschihadisten und den Schiiten zu lassen, ist nicht mehr umsetzbar. Und da Moskau gegenüber Jerusalem klarmachte, dass man die Grenze von 1974 (also samt annektierten Golanhöhen) schützen werde, ist das Ziel des Schutzes Israels vor den schiitischen Milizen und den vom Iran unterstützten Truppen eigentlich auch erreicht. Denn Putin machte Netanyahu klar, dass die Assads in den letzten 40 Jahren die Besatzung des zuvor syrischen Golans und die neue Grenze ohne militärische Zwischenfälle stets respektierten.
Die israelische Führung hat gegenüber Washington klargemacht, dass man mit einer weiterhin andauernden Assad-Regierung durchaus leben kann, zumal auch Moskau eine wichtige Garantiemacht wurde, welche eine zu starke iranische Präsenz in Syrien nicht tolerieren wird. Das zählt beim amerikanischen Establishment sehr viel, zumal man sich als absolute Schutzmacht Israels sieht und sehr viel auf das Wort Jerusalems gibt.
Wenn sich nun die Kurden mit Assad einigen, wovon auszugehen ist, wird eine US-Präsenz dort in der Region nicht mehr nötig sein. Eine vereinigte Streitmacht von syrischer Armee und kurdischen Milizen würde im Norden nicht nur die Dschihadisten vernichtend schlagen, sondern auch die im Zuge der "Operation Olivenzweig" von türkischen Truppen besetzten Gebiete wieder unter syrische Kontrolle bringen. Ankara wird die eigenen Truppen nämlich auch abziehen, da eine Einigung zwischen den Kurden und Assad auch die Etablierung eines Kurdenstaates verhindert, was ganz im Sinne der türkischen Regierung ist. Denn dies war der Hauptgrund dafür, überhaupt in Nordsyrien einzumarschieren.
Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann Washington seine Truppen aus Syrien abzieht. Je schneller die Befreiung der südlichen Provinzen von den Dschihadisten voranschreitet, umso rascher können entscheidende Kräfte nach Norden gesandt werden um dort die radikalsunnitischen Milizen zu vernichten, die in Syrien einen islamischen Gottesstaat errichten wollen, in dem kein Platz für die vielen religiösen Minderheiten ist, welche lange Zeit in Syrien friedlich zusammenlebten.
Contra Magazin News & Informationen
Hoffen wir mal, dass das geschundene Land endlich zur Ruhe kommt, und den Wiederaufbau vorantreiben kann. Und dass einige kriegsgeile und fadenscheinige Scheindemokraten der westlichen Wertegemeinschaft ihre Lehren ziehen, angemessen wäre eine großzügige Wiederaufbauhilfe an Assad, nicht an die Räuber- und Kopfabschneiderbanden von westlichen Gnaden! Vor dem Internationalen Strafgerichtshof sowie nationalen Gremien sollten diese Kriegsverbrechen / dieser Überfall selbstverständlich zur Sprache kommen…, in D wäre dazu eine unabhängige Instanz zu gründen. ( zu große Staatsnähe des BVG etc…)