Weil die US-Regierung die Alliierten dazu zwingen will, kein iranisches Öl mehr zu kaufen, hat der iranische Präsident ein Uran-Anreicherungsanlage wiedereröffnet. Er droht: "Wir werden die Vereinigten Staaten auf die Knie zwingen!"

Von Marco Maier

Der iranische Präsident Hassan Rohani sagte am Mittwoch: "Wir werden die USA in diesem Willenskampf in die Knie zwingen." Die iranische Regierung warnt weiterhin vor harten Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA, nachdem sich die Trump-Regierung aus dem Atomabkommen von 2015 zurückgezogen hat und nun auch noch die Alliierten mit Sanktionen erpressen will, kein iranisches Erdöl mehr zu kaufen.

Angesichts dessen, dass Washington Teheran geradezu in die Ecke treibt, ist die iranische Reaktion verständlich. Zudem handelt es sich hierbei um eine völlig andere Mentalität als bei den Nordkoreanern – ein Treffen mit Händeschütteln und in die Kameras grinsen wird es zwischen Trump und Rohani nicht geben. Das ist wohl auch jedem bewusst.

Ganz im Gegenteil: Die iranische Atomenergiebehörde (AEOI) eröffnete eine Uran-Anreicherungsanlage wieder, welche neun Jahre lang geschlossen war. Der oberste iranische Führer, Ayatollah Ali Khamenei, wies die Atomenergiebehörde an, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, um die Anreicherungskapazität des Landes für den Fall, dass die europäischen Bemühungen um ein Weltabkommen scheitern, zu verbessern.

Die UF6-Fabrik ist Teil der Uran-Umwandlungsanlage von Isfahan, laut der Aussage der AEOI auf ihrer Website. Die AEOI sagte am Mittwoch, dass auf Khameneis Befehl und Trumps Verzicht auf den Deal eine Anlage zur Produktion von UF6, dem Ausgangsmaterial für Zentrifugenmaschinen, die Uran anreichern, relauncht worden sei und ein Fass mit "gelbem Kuchen" dorthin geliefert worden sei.

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Donald Trump und dessen Neocon-Regierung schaffen es tatsächlich, den Iran doch noch zum Bau von Atomwaffen zu treiben, obwohl die religiöse Führung des Landes Atombomben als "unislamisch" bezeichnete und den Bau solcher Massenvernichtungswaffen eigentlich vehement ablehnt. Anstatt sich aus dem Deal – der noch zu Zeiten Barack Obamas abgeschlossen wurde – unilateral zurückzuziehen, hätte Washington auch mit der Zuckerbrot-und-Peitsche-Methode eine Verschärfung der Restriktionen in Sachen Kernenergie durchsetzen können. Doch so rückt lediglich eine militärische Konfrontation näher.

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