China zögert, einem Militärbündnis mit Russland beizutreten

Peking lehnt formelle Militärbündnisse traditionell ab, wenngleich die strategische Partnerschaft mit Russland einem solchen nahe kommt.

Von Redaktion

China plane nicht, eine gemeinsame Front mit Russland gegen die NATO zu bilden, teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit. Sein Sprecher betonte, dass die militärischen Beziehungen zwischen den beiden Mächten als Grundlage für eine strategische Partnerschaft dienten. Man halte jedoch an dem Prinzip der Nichtbeteiligung an den Bündnissen fest und wolle keine Konfrontation.

Diese Aussage sollte die ausländischen Medien und chinesischen Experten beruhigen, die sich noch an die Bemerkung des russischen Präsidenten Wladimir Putin erinnern, dass ein russisch-chinesisches Bündnis nicht ausgeschlossen sei. Im Grunde sendet Peking mit der Ablehnung dieser Option einen Hinweis an Washington, dass es immer noch hofft, Differenzen mit ihm ausbügeln zu können.

Wassili Kaschin, ein leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für fernöstliche Studien der Russischen Akademie der Wissenschaften, erklärte gegenüber der russischen Zeitung “Nesawissimaja Gaseta”, dass sowohl die russische als auch die chinesische außenpolitische Rhetorik seit langem die bloße Idee von Bündnissen kritisiere. Das Blockkonzept sei veraltet und Russland bezeichne die NATO als überholte und irrelevante Organisation.

Moskau hat jedoch Verbündete in der Collective Security Treaty Organization (CSTO), einem postsowjetischen Sicherheitsblock. China wiederum prangerte ebenfalls das amerikanische Bündnissystem an. “Deshalb ist es unmöglich, dass die Seiten zugeben, dass sie eine Allianz bilden könnten. Selbst wenn ihre Beziehungen Züge eines Bündnisses haben, wird ihre Rhetorik sein: “Das ist etwas anderes, das ist eine sehr enge Partnerschaft, [einfach] gegenseitige Unterstützung und Freundschaft.”

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In der Tat haben Russland und China Verpflichtungen aus einem Vertrag von 2001, der besagt, dass im Falle einer Gefahr für eine der beiden Seiten Konsultationen über die Mittel zur Beseitigung dieser Bedrohung stattfinden sollten. “Wenn wir uns den US-amerikanisch-japanischen Vertrag oder den NATO-Vertrag ansehen, sind die Verpflichtungen dort ebenfalls vage. Der Wortlaut des russisch-chinesischen Vertrages unterscheidet sich nicht so sehr von ihnen”, bemerkte Kaschin.

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Warum wurde dieses Thema jetzt aufgeworfen? Laut Kaschin hat sich der Druck auf Russland und China erhöht. Und alle Diskussionen über ein mögliches Bündnis sind nur eine Art, die Gegner einzuschüchtern.

Immerhin, so muss man bedenken, haben Russland und China zusammen eine enorme militärische Macht. Diese erstreckt sich zwar fast ausschließlich auf den eurasischen Raum, doch diese geballte Kraft ist im Vergleich zur Überdehnung der US-Streitkräfte auch ein Vorteil: Beide Länder können im Ernstfall gezielter zuschlagen.

Sollten die USA und deren Anhängsel NATO tatsächlich einen Krieg gegen die beiden Länder vom Zaun brechen, wären Europa und die asiatischen Verbündeten (insbesondere Japan und Südkorea) binnen weniger Stunden nur noch Asche- und Trümmerhaufen.

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2 Kommentare

  1. Nun ja, bei extrem streitsüchtigen, angetrunkenen oder unter Rauschgift stehenden, jeglicher vernunftgesteuerter Konfliktlösung ggü. ablehnenden Schlägertypen, sollte man schon einen stabilen Knüppel in Reichweite haben. Erst recht dann, wenn sich derartige Gestalten in kriminellen und terroristischen Banden organisieren! Da diese sich jedoch nicht einfach bloß so “organisieren”, sondern stets Hetze und Demagogie betreiben zur Vorbereitung einer Auseinandersetzung, dazu wie selbstverständlich Provokationen am laufenden Band veranstalten, gilt eine bedrohungsangepasste Vorbereitung umso mehr als nötig und dringend erforderlich! Diese angepasste Vorbereitung sollte auch Momente und Aspekte enthalten, welche effizient / hochwirksam sind, die aber hier nicht weiter erläutert werden…..Sozusagen der zweite, etwas versteckte Knüppel, eine zusätzliche Reserve ist immer gut.
    Als dritte Komponente sollte die (normalerweise friedfertige andere) Seite sich diese feindseligen Handlungen gut merken, und bei passender Gelegenheit bzgl. der Mitwirkung bei finanziellen / wirtschaftlichen/anderen Krisenfällen bei der Lösung gut überlegen…! Gerade dort haben die Schlägertypen ja ein veritables Handicap immenser Ausdehnung in nahezu greifbarer Reichweite ! Oder so, die verlogenen und getürkten “Guten” im eigenen Saft schmoren lassen. Entspricht zwar nicht lupenrein dem “sozialistischem Solidaritätsprinzip”, aber Car- oder Rotkreuz-Pakete an Schläger sind doch etwas viel verlangt, in Anbetracht der Vorgeschichten!

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