Migrationsrouten: Es finden massive Verschiebungen statt

Aktuelle Zahlen zeigen, dass sich die Migrationsrouten im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschieben. Der Balkan und Spanien sind wieder interessant – Italien nicht mehr so wirklich.

Von Michael Steiner

Wie aktuelle Zahlen verdeutlichen, gibt es eine starke Verschiebung bei den Migrationsrouten aus Vorderasien und Nordafrika nach Europa. Das Lagebild des Auswärtigen Amtes, von dem die "Rheinische Post" berichtet, verdeutlicht anhand von Zahlen, wie sehr sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr veränderte.

Demnach hat die Zahl der Migranten von Nordafrika nach Italien im Vorjahresvergleich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 78 Prozent auf 13.147 abgenommen. Zugleich stiegen sie von Afrika nach Spanien um 54 Prozent auf 10.216. Die mit weitem Abstand größte Dynamik liegt auf dem Landweg aus der Türkei Richtung EU, wo eine Steigerung um 600 Prozent auf nun 6.004 Personen verzeichnet wurde. Auch auf den griechischen Inseln wurde eine Steigerung um 66 Prozent auf 11.133 registriert.

Das heißt: Bis Ende Mai kamen offiziell rund 40.500 illegale Migranten bzw. Asylbewerber über die vier Hauptrouten nach Europa. Zudem zeigt es sich, dass der sogenannte Flüchtlingsdeal mit der Türkei nicht mehr viel wert ist und verstärkt vom zentralen auf das westliche Mittelmeer ausgewichen wird. Insgesamt betrachtet lag die Zahl dieser Personen jedoch zumindest nach offiziellen Angaben deutlich unter den Zahlen des Vorjahreszeitraums.

Allerdings ist es zu erwarten, dass die Migrantenzahlen in den kommenden Monaten wieder sichtlich ansteigen. Gerade in den Sommermonaten wird es wohl wieder ähnliche Bilder geben wie in den vergangenen drei Jahren, als teils tausende Menschen gleichzeitig die Grenzen der Balkanstaaten durchbrachen, um sich weiter auf den Weg nach Norden zu machen.

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