Bundestag. Bild: Wolfgang Pehlemann CC BY-SA 3.0

Die SPD hält an der Entscheidung fest, in Opposition zu gehen. FDP und Grüne wollen mit bilateralen Treffen beginnen. CSU und Grüne streiten sich um den Familiennachzug, allerdings geben sich die Bayern dennoch offen. Ein Überblick.

Von Redaktion

Deutschland wird wohl zum ersten Mal eine "Jamaika"-Koalition im Bund bekommen. Auch wenn sich vor allem CSU und Grüne ein wenig zoffen, dürften die Weichen bereits gestellt sein. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, hat kategorisch ausgeschlossen, dass sich ihre Partei doch noch zu Koalitionsgesprächen mit der Union bereitfindet. Die Festlegung der SPD, in die Opposition zu gehen, sei "unumstößlich", sagte Dreyer zu den Funke-Zeitungen. "20,5 Prozent sind kein Wählerauftrag, um eine Regierungsbildung anzustreben." Eine große Koalition sei ohnehin immer nur eine Notlösung. "Sie stärkt die politischen Ränder - und schadet der Demokratie."

FDP und Grüne haben indessen einen gemeinsamen Fahrplan für die Jamaika-Verhandlungen: Sie wollen zuerst bilaterale Gespräche führen, bevor sich alle vier beteiligten Parteien gemeinsam treffen. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner machte in "Bild am Sonntag" klar: "Wir legen Wert darauf, dass zunächst bilateral gesprochen wird. Also FDP und Union, FDP und Grüne, Union und Grüne. Das bedeutet, CDU und CSU müssen sich vorher auf eine Linie verständigen. Auch Jürgen Trittin und Winfried Kretschmann brauchen erst einmal eine gemeinsame Position."

Auch wenn FDP und Grüne bestreiten, dass es bereits Absprachen zwischen ihnen gegeben haben soll, fordert die grüne Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt in "Bild am Sonntag" fast wortgleich einen identischen Verhandlungsfahrplan: "Wir wollen, dass es vor den offiziellen Sondierungsgesprächen jeweils bilaterale Treffen gibt. Dass sich also Grüne und FDP, Grüne und Union, FDP und Union treffen." Allerdings werde dort dann noch nichts Konkretes verhandelt. Das müsse am Tisch mit allen Beteiligten passieren. "Die Grünen werden keine Hinterzimmer-Deals mitmachen. Unser Land braucht transparente Verhandlungen, gerade in dieser ungewöhnlichen Konstellation", so Göring-Eckardt. Die Planungen fürs erste Treffen laufen bereits. Göring-Eckardt: "Mit Lindner bereiten wir erste Gespräche vor."

Der FDP-Chef hingegen macht sich über den Eifer der Ökopartei lustig: "Die Grünen wirken ungeduldig und wollen sich am liebsten sofort treffen. Ich empfehle, den Klärungsprozess in der Union abzuwarten." Lindner nannte für eine Jamaika-Koalition eine erste Voraussetzung: "Eine Trendwende bei der Belastung mit Steuern und Sozialabgaben ist eine Bedingung." Daneben sei für die FDP die Stärkung von Bildung und Digitalisierung wichtig. Lindner schlug vor, dass der Bund seine Aktien von Post, Telekom und Commerzbank schrittweise verkaufen könnte, um einen Zukunftsfonds für Glasfaser und Schulsanierung zu bilden.

Grüne und CSU streiten vor den ersten Sondierungsgesprächen über den Familiennachzug von Flüchtlingen. "Wer den Familiennachzug freigeben möchte, verschärft die Problematik der Zuwanderung. Deshalb lehnen wir das strikt ab", sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der "Bild am Sonntag". Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert dagegen, den Familiennachzug zu erlauben: "Es war eine falsche Entscheidung der alten Regierung, den Familiennachzug zu stoppen. Es ist elementar wichtig, dass ein Kriegsflüchtling die konkrete Aussicht hat, seine minderjährigen Kinder und seinen Ehepartner nach Deutschland holen zu können", sagte Göring-Eckardt der BamS. Das bedeute nicht, dass alle auf einmal kommen könnten. "Dafür hätten wir in den Botschaften gar nicht die Infrastruktur. Aber wir brauchen eine verlässliche Regelung. Dann muss weder die Ehefrau in einem libanesischen Lager verzweifeln noch der Ehemann hier in Deutschland."

CSU-Politiker Dobrindt kritisiert nun vor allem die Grünen: "Jamaika wäre kein Projekt, sondern ein Experiment. Ich hätte lieber eine bürgerliche Mehrheit von Union und FDP gehabt. Jetzt ist uns Tofu in die Fleischsuppe gefallen." Die Grünen müssten sich entscheiden, "ob sie mehr Kretschmann oder mehr Trittin sind, ob sie kompromissfähig sein wollen oder ideologisch verblendet". Wer sich am Ende durchsetze, sei völlig offen. Dobrindt rechnet mit harten Verhandlungen, die "bis weit ins nächste Jahr" gehen könnten. Allerdings kritisierte er die Treffen von FDP und Grünen: "Vertrauensvolle Gespräche kann es nur geben, wenn alle vier Partner am Tisch sitzen. Das sollte man als Erstes vereinbaren. Wenn FDP und Grüne glauben, sie könnten in Zweierrunden schon mal Absprachen treffen oder Ministerposten verteilen, haben sie sich getäuscht."

Der Fraktionschef der Konservativen im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), hält indessen ein Bündnis von Union, Grünen und FDP in Berlin für möglich. Jamaika sei die Chance, "anders als in der Großen Koalition eine neue bürgerliche Politik zu gestalten". Der CSU würde die Rolle zufallen, "die Sorgen der Menschen in Sachen Zuwanderung und Identität unseres Landes zu artikulieren" sagte Weber der "Welt am Sonntag". Er betonte, dass im Europaparlament "die Zusammenarbeit mit den Liberalen und punktuell auch mit den Grünen gut klappt". Zwar habe die CSU in der Migrationspolitik und bei der Eurostabilität andere Vorstellungen. Dennoch sehe er "eine Reihe an Übereinstimmungen" mit FDP und Grünen.

17 KOMMENTARE

    • @ Achim

      Werdet IHR doch,weil ihr euch selbst kastrierts………….

      Geheime Polizei Dokumente: Bundesregierung fliegt Flüchtlinge mit Charterflugzeugen aus Griechenland ein

      http://www.journalistenwatch.com/2017/09/29/geheime-polizei-dokumente-bundesregierung-fliegt-fluechtlinge-mit-charterflugzeugen-aus-griechenland-ein/

       

  1. „Solange die Zersplitterung unseres Vaterlandes herrscht, solange sind wir politisch Null. Wir wollen heimjagen, woher sie gekommen sind, alle die verrückten, ausländischen Gebräuche und Moden, alle die überflüssigen Fremdwörter. Wir wollen aufhören, die Narren der Fremden zu sein und zusammenhalten zu einem einzigen, unteilbaren, starken, freien deutschen Volke.“
    ―Friedrich Engels
     
    Und, ist das Deutsche Volk in den letzten 150 Jahren auf gesellschaftl.- polit. Weg auch nur ein einziges Stück weiter gekommen??

  2. So dürften sich dann die vielen Vorhersagen bewahrheiten,eine Bundesregierung mit den Grünen wird unser Land ziemlich schnell verändern, ZUGUNSTEN VON MIGRANTEN !

    • So sieht's aus, und alle die es ahnen, werden trotzdem von der Dimension und der Geschwindigkeit der Veränderungen überrascht sein.

      • Luftraum über Barcelone gesperrt, span.Regierung legt Internetseiten lahm, span.Fußball-Liga verbietet Barcelona den Streik, Polizei "beschlagnahmt"(raubt IT-Technik) … die Faschisten zeigen ihr wahres Gesicht.

         

  3. Jamaica?

    Dahin wollen die hochverräter aus dem parasitären Parteienkartell die Deutschen (das eigentliche Staatsvolk) bringen.i

    PIK.ANT und was der Dumm Michel nicht wess oder nicht begreifen will: Durch den Massenimport von Negern aus Westafrika wurde die ieinheimische Bevölkerung ausgetascht bzw. ausgerottet.

    Das haben die eigentlichen drahtzieher hinter der Agenda mit dem Deutschen Volk auch vor. Allerspätesten seit Coudenhove Kalergi im Jahre 1924 (Praktischer Idealismus).

     

  4. Auch interessant: jouwatch:

    Bombe nach der Wahl: Merkel verliert weiter, AfD siegt weiter……

    Kaum 3 Tage nach der Wahl ermittelt INSA für CDU/CSU - nochmals rund 2 Prozent runter

    INSA-Chef: "Der Trend setzt sich fort - die Union verliert.

    Das heist für mich Merkels und Seehofers Tage sind nur noch gezählt ……und Tschüss - der Weg vorm Tribunal Gericht ist damit auch frei……

     

  5. Alle Wege führen nach Jamaika ???

    Oder auch nicht !

    Jouwatch: Denn mit Jamaika sieht's beschiess aus: Die ( antideutschen) GRÜNEN wollen partout immer mehr Buntdeutschland aus Madrid und Afri - und die ( Wirtschafts-Lobby-Partei) FDP-Föhnwelle will um's Verrecken keine Reichen-Steuer.

     

    • die gibbet aber in Madrid auch schon zuhauf. Man darf auch nicht vergessen, dass die Araber schon einmal kurz vor Paris und die Türken zweimal vor Wien standen. Beide wollten Europa erobern. Heute haben wir eine ähnliche, aber vielleicht noch gefährlcihere Situation, weil man die Eroberung nicht richtig greifen kann und sich undramatischer vollzieht. Genau das ist das Hinterlisgige an der Strategie. Spanien würde eigentlich jetzt dringend gebraucht um die Araber zurückzuschlagen, stattdessen schlagen sie auf ihr Brudervolk die Katalanen. Verkehrte Welt!

  6. Koaltionsgespräche ???

     

    Auch interessant: Baseler Zeitung : Sie säte Wind und erntete Sturm

    Eigentlich ist Angela Merkel abgewählt worden. Alle spüren das. Nur Angela Merkel nicht.

    Sehr interessanter Bericht ! 

     

  7. Die Grünen  werden  dieser Regierung, wenn sie denn zustande kommt, ihren staats- volks- und gesellschaftszersetzerischen Stempel aufdrücken, weil Merkel eine Gleichgesinnte ist! Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß alle Parteien die an dieser Koalition beteiligt sind bei den nächsten Wahlen ein Debakel erleiden werden. Die Grünen werden eine solche Regierung von vornherein tödtlich krank infizieren!Sie sind  diesmal nur deshalb nicht aus dem Bundestag geflogen weil von der SPD Stimmen zu den Grünen gewandert sind. Das wird bei den nächsten Wahlen nicht mehr der Fall sein. Auch im Falle von Neuwahlen nicht. Die Zustimmung zu den Positionen der Grünen i s t  bereits  m a r g i n a l i s i e r t. Diese mit Regierungsmacht auszustatten ist im Grunde verantwortungslos.

  8. Ich frag mich ,wie blöd müssen sich diese Idioten die zur Wahl gegangen sind  und für diese Moevenpick-FDP,Grün-Faschisten und "Christen"-Pateien ihr Keuz gestzt haben,fühlen???!!!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here